Aktuell September/Oktober 2013 Aktuelles Heft
 
Höhere Mehrwertsteuer auf Münzen und andere Sammlungsstücke beschlossen

Was bereits für 2013 angekündigt war, ist nun beschlossene Sache: Sammlermünzen werden in Deutschland ab Januar 2014 um zwölf Prozent teurer. Vom Handel müssen künftig 19 statt bisher 7 Prozent auf den Nettopreis aufgeschlagen werden.


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Der Gesetzgeber macht ernst mit der Abschaffung eines Steuerprivilegs, das derzeit Münzensammlern in Deutschland noch zugute kommt: Ab 1. Januar 2014 wird auf Kunstgegenstände und Sammlungsstücke die volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben und damit EU-weit vereinheitlicht. Bislang galt in Deutschland hier der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent.

Betroffen sind nicht nur Gemälde oder Skulpturen, Mineralien- oder Schmetterlings-Sammlungen, sondern auch alle "Sammlungsstücke von münzkundlichem Wert". Dazu gehören steuerrechtlich kursungültige Banknoten ebenso wie Münzen aus edlen und unedlen Metallen. Lediglich "Anlagegold" ist weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit. Der Bruttoverkaufspreis dieser Goldmünzen, die der Kapitalanlage dienen, darf allerdings höchstens 80 Prozent über dem Materialwert liegen, sonst wird auch hier ein "münzkundlicher Wert" angenommen.

EU-weit einheitliche Steuerregelung

Bislang unterliegen Sammlermünzen in Deutschland dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Das wird nun per 1. Januar 2014 geändert. Damit soll die bereits 2006 gemeinschaftlich beschlossene "EU-Umsatzsteuerrichtlinie" in nationales Recht umgesetzt und die in Deutschland geltende Sonderregelung abgeschafft werden.

Natürlich liefen die deutschen Kunst- und Münzhändlerverbände Sturm gegen die geplante Neuordnung. Über Monate bombardierten sie Parlamentarier und Ministerien mit Einsprüchen und Beschwerden, in denen sie ihre Bedenken vortrugen. Erreicht haben sie damit allerdings nur eine "Galgenfrist": Buchstäblich in letzter Minute vor Verabschiedung des Jahressteuergesetzes 2013 verweigerte der Deutsche Bundesrat Ende 2012 seine Zustimmung und verwies die Vorlage an den Vermittlungsausschuss zur weiteren Beratung. Der hat sich jetzt einstimmig zu der Gesetzesänderung bekannt - Bundestag und Bundesrat stimmten im Juni zu.

Für den Normalbürger völlig versteckt findet sich die Neuregelung in einem "Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften (AmtshilfeRLUmsG). In einem Wust aberhunderter neuer Verordnungen, über die nicht einzeln abgestimmt werden durfte und in denen es um die Weiterverbreitung von Krankheitserregern in der EU oder die Vermietung von Luftfahrzeugen geht, wird auch der Paragraf 12 Absatz 2 des Umsatzsteuergesetzes geändert, in dem bislang die steuerliche Begünstigung für Münzen festgeschrieben war.

"Rabatt" auf Sammlermünzen bis Jahresende

Für den Sammler bedeutet das eine deutliche Erhöhung der Endverbraucherpreise zum 1. Januar 2014. Schon bei der Ankündigung der Gesetzesänderung Ende 2012 hat deshalb ein Run auf Münzen eingesetzt, der sich jetzt, nach der Verabschiedung durch das Parlament, noch verstärken dürfte. Jeder will sich noch rechtzeitig zu günstigen Preisen eindecken und Lücken in der Sammlung schließen. Das ist nur zu verständlich, gewährt der deutsche Fiskus doch nur noch bis Jahresende diesen EU-weit einmaligen "zwölfprozentigen Rabatt" für Münzensammler.

Vollständiger Artikel über sieben Seiten im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September/Oktober 2013


 


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