Aktuell: Juli/August 2011 Aktuelles Heft
 
2012: 50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe





Ein Pflänzchen in ausgedörrtem
Boden als Symbol für die Deutsche Welthungerhilfe – mit dieser Idee gewann Elena Gerber aus Berlin den Münzwettbewerb. Die untere Wertseite zeigt die Spiegelglanz-Version mit der Punze "Silber 625".

 

 

Es wird nicht die erste deutsche 10-Euro-Münze des Jahres 2012 sein, aber es ist das erste nächstjährige Motiv, das vom Bundeskabinett beschlossen wurde: „50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe“, gestaltet von Elena Gerber.

Mitten in der turbulenten Phase, in der leidenschaftlich über die Änderungen des Prägemetalls für die deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen gestritten wurde, fand der Designwettbewerb für die angekündigte 2012er Ausgabe „50 Jahre Deutsche Welthungerhilfe“ statt. Erstmals ist der siegreiche Münzentwurf unter den veröffentlichten Pressebildern gleich in doppelter Version vertreten: mit der Wertseite in Kupfer-Nickel-Normalprägung sowie als Spiegelglanz-Version in „SILBER 625“ – wie es neuerdings in der Aufschrift heißt.

Doppelte Prämierung

Weitere Besonderheiten dieses Münzwettbewerbs sind, dass die siegreiche Berliner Münzdesignerin Elena Gerber für ihren anderen Entwurf zusätzlich den vierten Preis erhielt und dass alle prämierten Künstler – oder besser Künstlerinnen, da ausschließlich weiblich – aus der Bundeshauptstadt stammen.

Beim erstplatzierten Entwurf von Elena Gerber lobte das Preisgericht, dass er die Ursachen von Hunger und Armut durch Darstellung einer mageren Pflanze auf ausgetrocknetem, ausgelaugten Boden in archetypischer Weise symbolisiert. Damit besteche das Motiv durch seine Klarheit, fordere zum Mitdenken auf und lasse angesichts der zerrissenen Bodenkrume „die Problematik mit Fingern erfühlen“, so die Jury. Im Kontrast dazu wählte die Künstlerin für ihren vierplatzierten Entwurf als Bildmotiv die Darstellung einer einfachen bäuerlichen Kleinfamilie. Im Hintergrund sind dazu auf der linken Seite ausgetrocknete Erdschollen dargestellt, während rechts sprießende Getreideähren auf den erfolgreichen Arbeitsprozess von der Kultivierung des Bodens bis zur Ernte hinweisen.

Den zweiten Preis erhielt Alina Hoyer für einen Entwurf, der laut Jury der Fragestellung des Themas rundum gerecht wird. Das aktive Handeln des Menschen zur Überwindung des Hungers und der Trockenheit stehe im Zentrum der bildlichen Collage, die oben ein Paar Hände beim Pflanzen auf kultiviertem Boden zeigt, während darunter trockene Schollen zu sehen sind. Dazu ist das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ der Welthungerhilfe zu lesen. Allerdings bemängelte das Preisgericht, dass die detailreiche und auch etwas konventionelle Bildseite in gewisser Diskrepanz zur weniger ausgearbeiteten Wertseite stehe.

Die Idee eines pflanzenden Händepaares wurde auch von Pauline Hoff in ihrer drittplatzierten Darstellung aufgenommen, hier allerdings als einziges Bildmotiv. Dies war offenbar auch der Hauptkritikpunkt für den ansonsten gut ausgearbeiteten und überzeugenden Entwurf, denn laut Jury könnte dieses Motiv auch für Naturschutz stehen. Tatsächlich erschließt sich daraus nicht unbedingt das Problem von Hunger und Dürre.

Spezifikationen:
50 Jahre Welthungerhilfe, 2012, 10 Euro, Silber 625/1000 (16g), CuNi25 (14 g), ø 32,5 mm, Auflagen werden noch festgelegt, Prägestätte Karlsruhe (G). Randschrift: WELTHUNGERHILFE * HILFE ZUR SELBSTHILFE *.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Juli/August 2011.


 


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