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10-Euro-Silbermünze "500 Jahre Till Eulenspiegel"
2011.
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Am 14. Juli 2011 erscheint die 10-Euro-Silber-gedenkmünze
500 Jahre Till Eulenspiegel, die die Erstausgabe
des weit über die Grenzen Deutschlands hinaus berühmten
Volksbuchs von 1511 würdigt. Sieger im Münzwettbewerb
wurde der Medailleur Friedrich Brenner aus Diedorf.
Auf den ersten Blick ist der Titel des neuen Silber-Euros
500 Jahre Till Eulenspiegel etwas missverständlich,
denkt man dabei doch zuallererst an den 500. Geburtstag von
Deutschlands bekanntestem Volksnarr. Der aber soll bereits
im Jahr 1300 in Kneitlingen am Elm das Licht der Welt erblickt
haben, vor über 700 Jahren mithin. Dennoch ist es keine
Eulenspiegelei: Das Jubiläumsdatum bezieht
sich nicht auf die historische Figur, sondern vielmehr auf
die älteste erhaltene Fassung des Schwankromans Ein
kurtzweilig Lesen von Dil Ulenspiegel aus dem Jahr 1511.
Als Verfasser gilt der Braunschweiger Zollschreiber und Chronist
Hermann Bote, der um 1467 als Sohn eines Schmiedemeisters
geboren wurde. Sein Volksbuch über Till Eulenspiegel
erwies sich bald als ausgesprochener Bestseller. Im 16. Jahrhundert
trat es seinen Siegeszug an allein in Deutschland erschienen
in diesem Zeitraum mindestens 35 Ausgaben. Das Buch wurde
schon damals in viele europäische Sprachen übersetzt
und beeinflusste teilweise auch den Wortschatz. Das französische
Wort espiègle für schelmisch
etwa leitet sich vom deutschen Eulenspiegel ab. Till Eulenspiegels
Streiche ergeben sich meist daraus, dass er eine bildliche
Redewendung wörtlich nimmt. Für ihn ist das ein
Mittel, die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen bloßzustellen
und die Missstände seiner Zeit aufzudecken.
Ein Charakter zwischen Bösewicht und Schelm
Unter Vorsitz des Stuttgarter Künstlers Prof. Ulrich
Böhme hatte das Preisgericht die Arbeiten von 15 Künstlerinnen
und Künstlern zu beurteilen, die zum Münzwettbewerb
500 Jahre Till Eulenspiegel eingeladen worden
waren. Prämiert wurde der Entwurf des Medailleurs Friedrich
Brenner aus Diedorf. Das Bundeskabinett stimmte dieser Empfehlung
zu.
Auf dem Siegerentwurf dargestellt ist eine Figur mit Narrenkappe
in gebückter Haltung, die dem Betrachter den Hintern
zuwendet und dabei gleichzeitig schelmisch grinsend über
die Schulter blickt. Eine dynamische Komposition, die
mit dem Münzkreis thematisch und formal eine Einheit
bildet, wie die Jury lobend hervorhebt. Der Verfasser
habe sich damit für besonders prägende Charaktereigenschaften
Eulenspiegels entschieden, der die ganze Bandbreite
zwischen Bösewicht und Schelm abdeckt. Zusammen
mit der passend gestalteten Wertseite eine moderne Komposition,
so das Preisgericht, die sich dem Beschauer schnell
und eindrücklich erschließt, gleichzeitig aber
viele Fragen stellt, wie die literarische Figur Till Eulenspiegels
seit 500 Jahren.
Die Randschrift SO BIN ICH DOCH HIE GEWESEN entstammt
einem Zitat aus der 43. Historie des Volksbuches: Beim Abschied
von einem Schuhmacher, dem er Streiche gespielt hatte, sagte
Till Eulenspiegel: Komm ich auch in dieses Haus nicht
wieder, so bin ich doch hier gewesen. Denn das ist charakteristisch
für die Romanfigur: Am Ende jeder Eulenspiegelei macht
sich der Schalk aus dem Staub.
Spezifikationen: 500 Jahre Till Eulenspiegel, 2011,
10 Euro, Silber 625/1000, ø 32,5 mm, 16 g, Prägestätte
Karlsruhe (D). Die genauen Auflagen werden noch festgelegt.
Vollständiger Artikel mit den Abbildungen der
Konkurrenzentwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN
September / Oktober 2010.
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