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Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
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Der 18. Mai 1990 ist ein historisches Datum in der deutschen
Münzgeschichte. Vor genau 20 Jahren nämlich unterzeichneten
die damaligen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland
und der Deutschen Demokratischen Republik, Theodor Waigel
und Walter Romberg, einen Staatsvertrag von weitreichender
Bedeutung. Es wurde die Errichtung einer Währungs-, Wirtschafts-
und Sozialunion besiegelt, die als Voraussetzung für
die deutsche Wiedervereinigung unter anderem das Ende der
Ost-Mark bedeutete. In Artikel 1 heißt es wörtlich:
Die Vertragsparteien bilden beginnend mit dem 1. Juli
1990 eine Währungsunion mit einem einheitlichen Währungsgebiet
und der Deutschen Mark als gemeinsamer Währung.
Eine ganze Landeswährung wurde abgeschafft, für
die Münzfreunde entstand ein abgeschlossenes Sammelgebiet.
Mit allen Vorteilen, die eine solche Kollektion hat: Man kennt
Umfang und Auflagen der Münzausgaben, es kommen keine
neuen Münzen hinzu.
Beim Sammelgebiet DDR war das freilich zunächst anders,
wie wir wissen: Erst drei Jahre später, 1993, wurde bekannt,
dass noch ein kleiner Restbestand von 1.550.000
DDR-Gedenkmünzen in den Tresoren der ehemaligen Staatsbank
lagerte. Sie sollten über einen Zeitraum von sechs Jahren
in zwölf Auktionen versteigert werden. Ungläubiges
Staunen bei den Sammlern. Diese Mengen würde der Markt
nie verkraften, wurde prophezeit, die Preise würden zusammenbrechen.
Vor genau zehn Jahren war die letzte Versteigerung beendet.
In der Rückschau sind wir klüger: Die Preise der
DDR-Münzen haben zwar nach einem anfänglichen Höhenflug
etwas Schwäche gezeigt. Von einem Zusammenbrechen des
Marktes aber konnte nie die Rede sein. Insgesamt hat sich
der Wert einer kompletten DDR-Sammlung in den letzten zwanzig
Jahren sogar deutlich erhöht. An den Highlights mag man
das festmachen: Die Luther-Silbermünze von
1983 etwa stand im Kleinen Deutschen Münzkatalog
von 1990 noch bei umgerechnet 90 Euro, heute wird sie mit
450 Euro notiert. Oder das Historische Stadtsiegel
von 1987: Im 1990er Katalog stand sie noch zum Schnäppchenpreis
von 80 DM drin, 2010 kostet sie mehr als das zwölffache!
Heute ist DDR ein beliebter Sammel-Klassiker,
der mit seinen geringen Auflagen Freude macht. Nicht zuletzt
die ostdeutsch geprägte Motivvielfalt macht die Kollektion
20 Jahre nach Inkrafttreten der Währungsunion
zu einer perfekten Ergänzung in einer wiedervereinten
Deutschland-Sammlung.
Ihr

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