Editorial: Mai / Juni 2010 Aktuelles Heft
 
20 Jahre Währungsunion:
„DDR“ wurde zum Sammel-Klassiker

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Der 18. Mai 1990 ist ein historisches Datum in der deutschen Münzgeschichte. Vor genau 20 Jahren nämlich unterzeichneten die damaligen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, Theodor Waigel und Walter Romberg, einen Staatsvertrag von weitreichender Bedeutung. Es wurde die Errichtung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion besiegelt, die als Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung unter anderem das Ende der Ost-Mark bedeutete. In Artikel 1 heißt es wörtlich: „Die Vertragsparteien bilden beginnend mit dem 1. Juli 1990 eine Währungsunion mit einem einheitlichen Währungsgebiet und der Deutschen Mark als gemeinsamer Währung.“

Eine ganze Landeswährung wurde abgeschafft, für die Münzfreunde entstand ein „abgeschlossenes Sammelgebiet“. Mit allen Vorteilen, die eine solche Kollektion hat: Man kennt Umfang und Auflagen der Münzausgaben, es kommen keine neuen Münzen hinzu.

Beim Sammelgebiet DDR war das freilich zunächst anders, wie wir wissen: Erst drei Jahre später, 1993, wurde bekannt, dass noch ein „kleiner Restbestand“ von 1.550.000 DDR-Gedenkmünzen in den Tresoren der ehemaligen Staatsbank lagerte. Sie sollten über einen Zeitraum von sechs Jahren in zwölf Auktionen versteigert werden. Ungläubiges Staunen bei den Sammlern. Diese Mengen würde der Markt nie verkraften, wurde prophezeit, die Preise würden zusammenbrechen.

Vor genau zehn Jahren war die letzte Versteigerung beendet. In der Rückschau sind wir klüger: Die Preise der DDR-Münzen haben zwar nach einem anfänglichen Höhenflug etwas Schwäche gezeigt. Von einem Zusammenbrechen des Marktes aber konnte nie die Rede sein. Insgesamt hat sich der Wert einer kompletten DDR-Sammlung in den letzten zwanzig Jahren sogar deutlich erhöht. An den Highlights mag man das festmachen: Die „Luther“-Silbermünze von 1983 etwa stand im „Kleinen Deutschen Münzkatalog“ von 1990 noch bei umgerechnet 90 Euro, heute wird sie mit 450 Euro notiert. Oder das „Historische Stadtsiegel“ von 1987: Im 1990er Katalog stand sie noch zum Schnäppchenpreis von 80 DM drin, 2010 kostet sie mehr als das zwölffache!

Heute ist „DDR“ ein beliebter Sammel-Klassiker, der mit seinen geringen Auflagen Freude macht. Nicht zuletzt die ostdeutsch geprägte Motivvielfalt macht die Kollektion – 20 Jahre nach Inkrafttreten der Währungsunion – zu einer perfekten Ergänzung in einer wiedervereinten Deutschland-Sammlung.

Ihr


 


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