Aktuell: Mai / Juni 2010 Aktuelles Heft
 
„Die neue ,Kleine Goldmünze’ ist eine echte Rarität“

Die ersten
Fotos der tatsächlich geprägten Münze zeigen geringfügige Unterschiede gegenüber den bislang ver-
öffentlichten offiziellen Bildern des ersten kleinen Gold-
Euros. Insbesondere wurden die Schriften von Vorder- und Rückseite angeglichen,
die ja von zwei unterschiedlichen Designern stammen.



Erstmals im Bild: Der spezielle Riffelrand
der 20-Euro-Goldmünze, der wie beim großen Gold-Euro in unregel-
mäßiger Folge von
blanken Zwischenste-
gen unterbrochen ist.

Ministerial-
direktorin Dr. Gisela
Meister-Scheufelen nahm Ende März
zusammen mit dem Stuttgarter Münz-
direktor Dr. Peter Huber die offizielle Erstprägung der
20-Euro-Goldmünze vor.

 

Jetzt ist es gewissermaßen „amtlich“: Die neue 20-Euro-Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland ist „eine echte Rarität“. Das sagte Ministerialdirektorin Dr. Gisela Meister-Scheufelen, ranghöchste Beamtin des Finanzministeriums Baden-Württemberg, anlässlich der Erstprägung der „Kleinen Goldmünze“ Ende März in Stuttgart.

Dr. Meister-Scheufelen sparte bei der Erstprägung der neuen 20-Euro-Goldmünze nicht mit Superlativen: „Eine Weltsensation“, zitierte die Spitzenbeamtin aus dem Deutschen Münzen Magazin, sei dieses Goldstück. Denn: „Aufgrund der geringen Produktion von jeweils nur 40.000 Stück in den fünf deutschen Prägestätten“, so die Ministerialdirektorin, „handelt es sich um eine echte Rarität. Wegen des großen Interesses der Bevölkerung an Edelmetallen ist damit zu rechnen, dass die Auflage in kürzester Zeit ausverkauft sein wird.“

Dass dies sogar noch untertrieben scheint, bestätigt das Bundesfinanzministerium. Schon Ende März überstieg die Zahl der Vorbestellungen die Prägeauflage bei Weitem. Die begehrten Goldstücke werden nun per Losverfahren zugeteilt. Die Nachfrage ist auch deshalb so hoch, weil die 20-Euro-Münzen aufgrund ihres geringeren Gewichts einen entsprechend niedrigen Ausgabepreis haben und so für viele Kleinanleger und Sammler erschwinglich sind. Dabei ist die Gesamtauflage von nur 200.000 Exemplaren von jedem Motiv (je 40.000 pro Prägestätte A,D,F,G,J) deutlich geringer als bei den Halbunzen-Gold-Euros der UNESCO-Serie (zuletzt 320.000 Gesamtauflage), für die es ja bekanntlich auch regelmäßig bei ihrer Erstausgabe viel mehr Reservierungen gibt, als Münzen zur Verfügung stehen. Dementsprechend ausgeprägt werden auch die künftigen Wertsteigerungs-chancen dieser Goldmünzen sein. Einige Experten rechnen mit einer kurzfristigen Verdoppelung des Handelswerts, andere sehen gar ein noch viel höheres Potential.

Hohes Wertsteigerungspotential

Wie in unserer letzten Ausgabe ausführlich berichtet, startet die Bundesrepublik Deutschland 2010 neben dem 100-Euro-UNESCO-Programm eine neue, sechsteilige Serie „Kleiner Goldmünzen“. Sie erscheint zum von der UN ausgerufenen „Internationalen Jahr der Wälder 2011“ mit dem Thema „Deutscher Wald“ und besteht aus 17,5 Millimeter großen Münzen im Gewicht von 1/8 Unze (3,89 Gramm) reinem Gold. Als Motive werden nicht ganze Bäume gezeigt, sondern jeweils nur ein einzelnes Blatt beziehungsweise bei Nadelbäumen ein Zweig – 2010 das Eichenblatt. Nächstes Jahr wird die Serie mit der Buche fortgesetzt, 2012 und 2013 finden sich Zweige von Fichte und Kiefer als Münzmotiv, 2014 ist die Kastanie an der Reihe und den Abschluss bildet im Jahr 2015 das typisch geformte Blatt einer Linde.

Die Reduzierung auf ein Blatt/Zweig war die Vorgabe an die Künstler, denn das Motiv sollte auch auf der kleinen zur Verfügung stehenden Fläche plakativ zur Geltung kommen. Geschaffen wurden die Reliefs von den Erfolgsdesignern Heinz Hoyer aus Berlin (Eiche und Kastanie) sowie Frantisek Chochola aus Hamburg (übrige Bildseiten und Wertseite), die als Sieger aus einem Gestaltungswettbewerb hervorgingen. Die gemeinsame Rückseite aller sechs Münzen zeigt den deutschen Wappenadler in klassischer Form sowie Landesbezeichnung, Wertstufe, Jahreszahl und zwölf Europasterne. Hier findet sich auch das Prägezeichen der jeweiligen Münzstätte, durch die sich die Ausgaben eines Jahrgangs unterscheiden.

Die Erstausgabe mit dem Motiv „Eiche“ ist für den 23. Juni vorgesehen. Und zwar mit großem Pomp auf allerhöchster politischer Ebene: Im Rahmen eines Festaktes im Schloss Bellevue in Berlin wird Bundespräsident Dr. Horst Köhler an seinem Amtssitz symbolisch die erste Münze überreicht. Ein Superlativ auch dies: Noch nie hat das deutsche Staatsoberhaupt persönlich an einer Münzpräsentation teilgenommen.

 


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2010.


 


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Keine Gewichtsangabe in Unzen

Gegenüber den ursprünglichen Entwürfen (siehe Foto des Gipsmodells) wurde bei den tatsächlich geprägten Münzen auf die Angabe des Gewichts in Form von „1/8 Unze Feingold“ verzichtet, da dem das auf EU-Vorgaben beruhende „Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung“ entgegenstehe, wie es aus dem Bundesfinanzministerium heißt. Darin ist festgelegt, dass „im amtlichen und geschäftlichen Verkehr“ die Masse (Gewicht) in Deutschland stets in Gramm bzw. Kilogramm anzugeben ist. Die Einheit „Unze“ sei demnach auf deutschen Münzen als alleinige Gewichtsangabe gesetzlich nicht gestattet.

 

 

 

 
 
 

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