Editorial: März / April 2010 Aktuelles Heft
 
Deutschlands neue Kleine Gold-Euros werden der Renner

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

„Diese Münzen werden der Renner“, stellte ein Händler auf der World Money Fair ganz begeistert fest. Die Frage für den Sammler sei nicht, was diese Münzen kosten, sondern ob man überhaupt eine bekommt, fügte er hinzu. Ich konnte ihm zustimmen: Nicht das Thema oder die Motive sind es, die die Sammler bei der neuen deutschen Goldserie „Deutscher Wald“ euphorisieren, sondern eher die technischen Spezifikationen in Kombination mit der niedrigen Auflage.

Nur 40.000 Exemplare pro Prägestätte wird es von der Erstausgabe „Eiche“ im Juni geben – und das von einer offiziellen Gold-Gedenkmünze der Bundesrepublik Deutschland, die gerade einmal ein Viertel des Goldgewichts einer 100-Euro-Münze der UNESCO-Reihe auf die Waage bringt. „Kleine Goldmünzen“ nennt das Bundesfinanzministerium die Neuausgaben, wobei das „Kleine“ großgeschrieben ist – ein neuer amtlicher Gattungsname also.

Kleiner heißt auch leichter. Und entsprechend geringer wird der Ausgabepreis sein, der sich ja, wie bei allen deutschen Gold-Euros, am Weltmarktpreis des Edelmetalls am Tag vor der Ausgabe orientiert. Ganz neue Käuferkreise werden damit erschlossen – all jene Sammler, die sich die halbe Unze der goldenen Hunderter nicht (mehr) leisten können oder wollen. Hinzu kommen noch die vielen Kleinanleger im Goldrausch, denen eine 1/8 Unze in Zeiten knapper Kasse gut zupass käme.

Nun ist es bekanntlich so, dass auch der große Gold-Euro regelmäßig bereits vor dem Ersttag durch Vorbestellungen ausverkauft ist und den Interessenten per Losverfahren zugeteilt wird. Und das bei einer Auflage von zuletzt 320.000 Stück! Bei insgesamt nur 200.000 Exemplaren der erschwinglicheren „Deutscher Wald“-Erstausgabe wird es ein beinhartes Hauen und Stechen im Zuteilungsverfahren geben. Eine „Volksmünze“ wird das nicht. Auch wenn sie ihre Größe vielleicht dazu prädestinieren würde. Nur jeder 400. Bürger unseres Landes kann rechnerisch eine solche Münze besitzen. Deshalb werden auch viele Deutschland-Sammler leer ausgehen.

Das Ganze hat natürlich auch ein wenig mit Spekulation zu tun: Man darf sicher davon ausgehen, dass dieses (Eichen-) „Blattgold“ gegenüber dem amtlichen Ausgabepreis, der noch nicht festgesetzt ist, in kürzester Zeit zulegen wird. Aber warum eigentlich nicht? Ein bisschen mehr Wertsteigerungsphantasie beim Sammelgebiet Deutschland kann ja nicht schaden.

Ihr


 


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