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Paukenschlag zum Jahresauftakt: Die Bundesrepublik
Deutschland startet 2010 eine neue, sechsteilige Goldmünzen-Serie.
Sie gilt dem Thema Deutscher Wald und besteht
aus 17,5 Millimeter großen Münzen im Gewicht von
1/8 Unze reinem Gold. Die Erstausgabe Eiche wird
für Juni erwartet. Extrem wertsteigerungs-verdächtig
ist die Kleinauflage des ersten deutschen 20-Euro-Stücks:
Nur 200.000 Exemplare wird es insgesamt geben.

Wie in unserer Januar-Ausgabe bereits vorab gemeldet, wird
es ab 2010 eine weitere deutsche Goldmünzen-Serie geben.
Damals stand der förmliche Beschluss der Bundesregierung
noch aus, doch am 27. Januar 2010, zwei Tage vor der Eröffnung
der World Money Fair in Berlin, gab das Bundeskabinett endgültig
grünes Licht: Die erste deutsche 20-Euro-Goldmünze
kann, wie geplant, im Juni erscheinen.
Es ist es ein echter Paukenschlag: Die Bundesrepublik Deutschland
legt parallel zum beliebten 100-Euro-Programm, das sich (mit
Ausnahme der Erstausgabe zur Euro-Einführung und der
Goldmünze zur Fußball-WM 2006) den deutschen UNESCO-Welterbestätten
widmet, eine weitere Goldmünzenserie auf. Sie erscheint
zum von der UN ausgerufenen Internationalen Jahr der
Wälder 2011 und heißt, wie die knappe Inschrift
auf der Bildseite verrät, Deutscher Wald.
Bis 2015 soll jedes Jahr eine Kleine Goldmünze
(so die offizielle Bezeichnung) mit 17,5 Millimetern Durchmesser
erscheinen. Das Gewicht beträgt 1/8 Unze (3,89 Gramm)
reines 999,9er Gold und damit genau ein Viertel der 100-Euro-Münze.

Die Ausgaben der Jahre 2011 bis 2015: Buche, Fichte,
Kiefer, Kastanie und Linde.
Aufgrund ihrer geringeren Größe werden die Kleinen
Gold-Euros einen entsprechend niedrigeren Ausgabepreis haben
und deshalb für viele Sammler erschwinglich sein. Gerade
darin aber liegt auch das Problem oder die Chance:
Bei einer Gesamtauflage von nur 200.000 Exemplaren von jedem
Motiv (je 40.000 pro Prägestätte A,D,F,G,J), werden
die Goldmünzen wohl schon bei der Erstausgabe durch Vorbestellungen
heillos überzeichnet sein. Dass es eine Zuteilung per
Losverfahren geben wird, gilt schon heute als sicher (siehe
Editorial).
Dementsprechend ausgeprägt werden auch die künftigen
Wertsteigerungschancen dieser Kleinen Goldmünzen sein.
Einige Experten rechnen mit einer kurzfristigen Verdoppelung
des Handelswerts, andere sehen ein noch viel höheres
Potential. Einen Vorgeschmack auf das stürmische Interesse
der Sammler an dieser Serie bekamen Münzenhändler
Anfang Februar, als sie die ersten Reservierungsmöglichkeiten
für die neuen Goldmünzen anboten. Sie wurden mit
Vorbestellungen geradezu überschüttet, wie übereinstimmend
berichtet wird. Die Frage für den Sammler wird
nicht sein: Was kosten diese Münzen? Die Frage ist: Bekomme
ich überhaupt eine?, meinte euphorisch ein Händler
auf der World Money Fair. Und weiter: Diese Münzen
werden der Renner!
Dabei kommt es gar nicht so sehr auf die Motive an, die vielleicht
auf den ersten Blick etwas schlicht anmuten: Gezeigt wird
nicht ein ganzer Baum, sondern jeweils nur ein einzelnes Blatt
oder ein Zweig. Das war die Vorgabe an die Künstler,
denn das Motiv sollte auch auf der kleinen zur Verfügung
stehenden Fläche plakativ zur Geltung kommen. Geschaffen
wurden die Reliefs von den Erfolgsdesignern Heinz Hoyer aus
Berlin (Eiche und Kastanie) sowie Frantisek Chochola aus Hamburg
(übrige Bildseiten und Wertseite), die als Sieger aus
einem Gestaltungswettbewerb hervorgingen. Die gemeinsame Rückseite
aller sechs Münzen zeigt den deutschen Wappenadler in
klassischer Form sowie Landesbezeichnung, Wertstufe, Jahreszahl
und zwölf Europasterne. Hier findet sich auch das Prägezeichen,
durch das sich die Ausgaben eines Jahres unterscheiden.
2010 startet die Serie mit dem vielleicht typischsten aller
deutschen Bäume, der Eiche. Sie gilt als Symbol für
Kraft und Beständigkeit und ist in der deutschen Heraldik
und Numismatik häufig anzutreffen. Seit dem Kaiserreich
findet sich Eichenlaub als Münzmotiv. Jeder hat noch
die Mark- und Pfennigstücke vor Augen, die von der Eiche
geprägt waren, auch auf Münzen der DDR kommt sie
vor. Und heute ziert ein Zweig des Laubbaums die deutschen
Kleinmünzen von 1 bis 5 Cent.
2011 wird die Serie mit der Buche fortgesetzt, 2012 und 2013
finden sich Zweige der Nadelbäume Fichte und Kiefer als
Münzmotiv, 2014 ist die Kastanie an der Reihe und den
Abschluss bildet im Jahr 2015 das typisch geformte Blatt einer
Linde.
Anders als bei der 100-Euro-Goldreihe werden die Münzen
übrigens nicht in Einzelschatullen verpackt ausgeliefert,
sondern in einer hochwertigen Kassette aus massiver deutscher
Buche, die alle sechs Goldstücke aufnimmt und die nur
zusammen mit der Erstausgabe 2010 erhältlich sein soll.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe März / April 2010.
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