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Die 25-Dollar-
Silbermünzen mit Farbhologramm (ganz oben Skispringen)
bilden das Herzstück von Kanadas Vancouver-2010-Münzenprogramm.
Darunter der blau emaillierte Olympia-Kilo-Adler mit dazugehöriger
250-Dollars-Wertseite, der Olympia-Gold-Maple-Leaf, der kolorierte
"Mountie" aus der 75-Dollars-Goldserie und ein Gedenkdollar
mit farbigem Vancouver-2010-Logo.
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Als olympisches Austragungsland nimmt Kanada schon
seit langem eine numismatische Sonderstellung ein, schließlich
prägte es zur Sommerolympiade in Montréal 1976
die erste olympische Goldmünze eines Gastgeberlandes.
Zu den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver, die am
12. Februar im BC Place Stadium eröffnet werden, hat
Kanada ein einzigartiges Gedenkmünzenprogramm ins Leben
gerufen, das es in dieser Vielfalt zuvor noch nie gegeben
hat.
Das Herzstück des Münzenprogramms bilden die insgesamt
15 Farbhologramm-Silbermünzen mit 25 Dollars Nennwert,
27,8 Gramm und 40 Millimetern Durchmesser, die olympischen
Wintersportarten wie dem Ski Alpin, Bobsport oder Skispringen
gewidmet sind. Ihre Besonderheit ist aber zweifelsfrei das
speziell aufgeprägte sichelförmige Hologramm mit
dem Vancouver-2010-Logo in originaler Kolorierung, das sie
zu den ersten Olympia-Silbermünzen eines olympischen
Gastgeberlandes mit farbigem Hologramm macht. Geprägt
wurden sie in 45.000er Auflagen und höchster Sammlerqualität
Proof deutsch: Polierte Platte
(PP) in Sterlingsilber, also mit 925 Tausendstel Feingehalt.
Premiere: Anlagemünzen zu Olympischen Spielen
Eine exponierte Stellung innerhalb des kanadischen Vancouver-2010-Programms
nehmen auch die Olympia-Maple-Leafs in je einer Unze 999,9er
Silber bzw. Gold ein, die ersten offiziellen Anlagemünzen
der Welt zu Olympischen Spielen. Entsprechend sind die drei
Sonderausgaben des Ahornblatts mit dem Vancouver-2010-Logo
versehen und werden nur bis zum
Ende der XXI. Olympischen Winterspiele geprägt. Dabei
sind die Goldversionen jeweils auf nur maximal 50.000 Exemplare
begrenzt, weshalb es kaum verwundert, dass deren 2008er Erstausgaben
mit dem großen Ahornblatt-Motiv nach Angaben der kanadischen
Münzstätte bereits ausverkauft sind und der letztjährige
Donnervogel mit den ihn umkreisenden kleinen Ahornblättern
kurz davor steht. Dem 2010er Olympia-Maple-Leaf, den ein von
zwei Ahornblättern flankierter Eishockeyspieler ziert,
dürfte es diesbezüglich nicht anders ergehen.
Übrigens: Zusätzlich zu den regulären Olympia-Maple-Leafs
sind davon inzwischen auch exklusive Premiumkollektionen erschienen,
bei denen die Ahornblätter auf den 30 Millimeter großen
Goldmünzen in roter Nationalfarbe erstrahlen, während
die drei Silbermotive mit 38 Millimetern Durchmesser teilweise
mit Gold veredelt wurden. Die beiden Sets werden mit Miniauflagen
von maximal 200 bzw. 5.000 Stück in Schatullen aus rotem
Zedernholz geliefert, das aus der Provinz British Columbia
stammt, deren größte Stadt Vancouver ist.
Kanadas erste Kilo-Münzriesen
Weitere Olympia-Highlights der kanadischen Münzenmacher
sind und das nicht nur aufgrund physischer Größe
die Kilogiganten zu Vancouver 2010. Die ersten ein
Kilogramm schweren Silber- und Goldmünzen von Kanada
starteten im Jahr 2007 zum Thema Frühgeschichte
Kanadas und sind bei der Royal Canadian Mint, der staatlichen
Münzstätte, längst ausverkauft. Ebenfalls mit
Miniauflagen von 20 Exemplaren in Gold und 2.500 in Silber
erschien dann 2008 die Doppelausgabe Kanadas Weg zum
Bundesstaat, von der wieder die wenigen Goldmünzen
bereits vergriffen sind, während es von der Silberversion
nur noch geringe Restmengen gibt.
Im letzten Jahr folgten zunächst thematisch außerhalb
der Reihe neue Münzriesen mit dem mythologischen Motiv
Das Überleben der Flut, das von Rick Harry
bzw. Xwa Lack Tun gestaltet wurde, einem von kanadischen Ureinwohnern
abstammenden Künstler. Hier betrugen die exklusiven Prägeauflagen
1.500 in Silber und bei der Münzstätte bereits
ausverkaufte 40 Exemplare in Gold. Die extreme Nachfrage
ist wohl auch mit ein Grund dafür, dass die Auflage für
die später im Jahr erschienenen Kilogiganten unter dem
Motto Das moderne Kanada in Gold auf zumindest
50 Stück erhöht wurde, während die Silberversion
bei 2.500 blieb.
Für 2010 ist nun mit zehn Zentimetern Durchmesser ein
weiterer Handteller großer Olympia-Kilo-Riese mit 999,9
Tausendstel Feingehalt angekündigt, dessen Design erneut
von Rick Harry stammt. Er stellt den Kopf eines Adlers dar,
der in der Mythologie der kanadischen Ureinwohner eine bedeutende
Rolle spielt. Wie die ersten vorliegenden Entwürfe belegen,
wird die Silbermünze diesmal ausnahmsweise in drei unterschiedlichen
Ausführungen geprägt: sowohl im üblichen Proof,
als auch mit bläulicher Emaille-Veredelung und reizvoller
Antik-Version.
Goldmünzen-Serien in 14 Karat
Imposant und exklusiv sind auch die drei großen 300-Dollar-Goldmünzen
zu zwei Unzen aus Kanadas Vancouver-2010-Programm, die
den olympischen Idealen, dem Wettbewerb und zuletzt der Freundschaft
gewidmet sind. Sie wurden mit 14 Karat, 50 Millimetern Durchmesser
und Proof-Qualität in 2.500er Auflagen geprägt.
Ebenfalls in 583er Gold und Proof erschien Kanadas
neunteilige Olympiaserie mit 75 Dollar Nennwert, zwölf
Gramm und 27 Millimeter Durchmesser, die mit ihren 8.000er
Auflagen einer etwas breiteren Sammlerschaft zugänglich
ist. Deren abwechslungsreiche Münzmotive vermitteln Eindrücke
von der Natur und Kultur des Landes. Stellvertretend hierfür
sei die Startausgabe von 2007 genannt, die der Royal
Canadian Mounted Police (Königlich Kanadische Berittene
Polizei) gewidmet ist. Darauf ist vorne ein sogenannter Mountie
(von mounted = beritten, und nicht von mount
= Berg) der kanadischen Landespolizei in typischer schwarzroter
Paradeuniform zu Pferde abgebildet, wobei in der Praxis natürlich
längst moderne motorisierte Fortbewegungsmittel dominieren.
Die Teilkolorierung der Münze wurde als spezielles Merkmal
auch bei den folgenden 75-Dollar-Ausgaben beibehalten, was
sie zu Kanadas ersten farbigen Goldmünzen macht.
Eine ähnliches numismatisches Novum bieten auch die beiden
elfeckigen Lucky Loonie-Dollars in Sterlingsilber
aus Kanadas Olympiaprogramm, die mit 26,5 Millimetern Durchmesser
und sieben Gramm in 30.000er bzw. 40.000er Auflage und höchster
Proof-Qualität geprägt wurden.
Glücksbringer: Lucky Loonie
Sie sind nach dem glücklichen Eistaucher
(Kanadas Nationalvogel) benannt, der im Wasser planschend
die 2008er Münze unter dem Motto Von Peking nach
Vancouver ziert. Daneben ist in Originalfarben das offizielle
Logo des kanadischen Olympiateams dargestellt, dem der Gedenkdollar
Glück bringen soll. Dies gilt auch für den neuen
diesjährigen Lucky Loonie, der wiederum als
formatfüllendes Bildmotiv das ebenfalls original kolorierte
Vancouver-2010-Emblem mit der Inukshuk-Steinfigur trägt.
Damit hat zum ersten Mal ein Gastgeberland von Olympischen
Winterspielen aus diesem Anlass Silbermünzen mit Farbmotiv
herausgegeben.
Sondersatz mit Höhepunkten aus Kanadas Olympiageschichte
Der Spezialeffekt einer Teilkolorierung von Münzen kommt
auch bei einem neu hinzu- gekommenen Vancouver-2010-Sondersatz
in Stempelglanz zu tragen, dessen 30.000 Sets laut Royal Canadian
Mint aufgrund hoher Nachfrage erst verspätet ausgeliefert
werden konnten. Neben den normalen Kursmünzen zu 1, 5,
10, 50 Cent und 2 Dollar enthält er außerdem den
neuen Luckie Loonie-Dollar als Umlaufstück
in Bronze plattiertem Nickel, sowie drei spezielle 25-Cent-Sonderausgaben
mit 4,4 Gramm und 23,9 Millimetern in Nickel plattiertem Stahl.
Deren Motive wurden von der kanadischen Bevölkerung ausgewählt
und zeigen Highlights aus der Olympiageschichte des Landes.
Jeweils vor dem Hintergrund eines roten Ahornblattes ist zum
einen die Weltklasse-Eisschnellläuferin Cindy Klassen
abgebildet und auch namentlich genannt, was eine numismatische
Besonderheit und große Ehre bedeutet. Das Wunder
von Winnipeg stellte in Turin 2006 einen nationalen
Rekord auf und errang fünf olympische Medaillen: Gold
über 1.500 Meter, Silber über 1.000 Meter und in
der Teamverfolgung, sowie Bronze über 3.000 und 5.000
Meter. Außerdem hält sie den Weltrekord über
1.000, 1.500 und 3.000 Meter.
Auf den anderen beiden 25-Cent-Sondermünzen stehen Kanadas
Eishockeyteams der Frauen und Männer im Vordergrund,
die in Salt Lake City 2002 beide zugleich die Goldmedaille
gewannen. Während es für die Damenauswahl, die bei
den Winterspielen darauf in Turin erneut siegte, 2002 das
erste Mal war, bedeutete es für die Herrenmannschaft
das Comeback nach genau fünfzig Jahren also quasi
ein doppeltes goldenes Jubiläum.
Kanadas zweites Ultrahoch-Relief
Einer besonders hohen Nachfrage erfreut sich offenbar auch
ein weiterer Olympia-Silberdollar von Kanada, der mit dem
Titel Die Sonne in einer Kleinauflage von 5.000
Stück in Proof-Qualität erst letzten November erschienen
und gleich danach ausverkauft war. Das Außergewöhnliche
an der rund 36 Millimeter großen und 30 Gramm schweren
Gedenkmünze ist ihr ultrahohes Relief, das in dieser
Form handwerklicher Medaillenkunst von Kanada erstmals zuvor
beim sogenannten Poppy Dollar von 2008 angewandt
wurde. Damit kommt das von Rick Harry bzw. Xwa Lack Tun gestaltete
mythologische Sonnen-Motiv besonders plastisch zur Geltung.
Auch hierbei haben sich die kanadischen Münzenmacher
also wieder etwas Besonderes für die Sammler in aller
Welt einfallen lassen. Und es bleibt abzuwarten, ob nicht
noch bis zur Abschlusszeremonie der Olympischen Winterspiele
am 28. Februar 2010 im BC Place Stadium noch die eine oder
andere Überraschung hinzukommt. Bis dahin wird von den
Sportfans hierzulande zugleich mit größter Spannung
erwartet, ob es den deutschen Olympioniken gelingt, den Medaillen-Spitzenplatz
von Turin 2006 zu verteidigen.
Vollständiger Artikel mit zahlreichen weiteren
Abbildungen im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar/Februar
2010.
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