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10 Euro "175 Jahre Eisenbahn in
Deutschland": Vor dem Hintergrund der glatten ICE-Silhouette
hebt sich die filigrane Technik der ersten Dampflok in Deutschland
besonders
brillant ab.




Zwei weitere
Eisenbahn-Münzmotive gibt es aus Deutschland: das als
zu abstrakt
empfundene Schnellzugrad zum 150. Jubiläum 1985 und die
DDR-Münze von 1988 mit der ersten in Deutschland gebauten
Dampflok, der Saxonia.
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Mit einem ausgesprochen gelungenen Motiv zum Jubiläum
175 Jahre Eisenbahn in Deutschland bekommt das
ohnehin beliebte Sammelthema 2010 hierzulande einen weiteren
kräftigen Schub.
Die letzte deutsche 10-Euro-Silbermünze im Jahr
2010 wird viele Sammler besonders begeistern. Sie ist dem
175. Jahrestag der Jungfernfahrt der ersten Dampflokomotive
in Deutschland gewidmet. Der legendäre Adler
befuhr am 7. Dezember 1835 erstmals die Strecke zwischen Nürnberg
und Fürth. Das klassische Motiv-Sammelgebiet Eisenbahnen,
das sich, nicht zuletzt durch die aktuellen Ausgaben aus Österreich
und der Schweiz, derzeit großer Beliebtheit erfreut,
wird durch die deutsche Jubiläumsmünze weiteren
Auftrieb erhalten.
Außerdem konnte der Bundesfinanzminister damit eine
Art Wiedergutmachung für die 5-DM-Münze
von 1985 zum 150. Eisenbahn-Jubiläum leisten, die mit
der abstrakten Darstellung eines Schnellzugrads viele Sammler
seinerzeit schwer enttäuschte. Wir wollen den Adler
geprägt sehen, forderten sie damals. Jetzt bekommen
sie ihn.
Der erfolgreiche Münzdesigner Bodo Broschat aus Berlin
setzte das vorgegebene Thema 175 Jahre Eisenbahn in
Deutschland dabei meisterlich um: Vor die glatte Silhouette
einer modernen ICE-Lok stellte er in naturgetreuer Darstellung
die filigranen Details der ersten Dampflokomotive in Deutschland,
des Adlers. Gebogene Stahlkonstruktionen und ein
gemauerter Brückenausschnitt erinnern daran, das auch
die Baukunst durch das Eisenbahnzeitalter nachdrücklich
beeinflusst wurde. Gerade die Bahnhofsarchitektur entwickelte
sich zu einem eigenständigen Baustil. Der Signalkopf
einer Weiche und der Mast mit einer elektrischen Oberleitung
verkörpern die oftmals im Verborgenen wirkende Technik,
die zum Betrieb von Eisenbahnstrecken notwendig ist. Die waagerechten
Linien vor den ICE-Umrissen symbolisieren, ebenso wie die
schräg gestellte Zahl 175, Geschwindigkeit und Dynamik.
Wer die Münze ganz genau betrachtet, wird auf der Schiene
winzig die Zahl 1435 erkennen. Eisenbahnfans wissen natürlich
was es damit auf sich hat: Es ist die Normalspur-Breite
(in Millimetern) der Gleise, die bis heute international verbreitet
ist. Deshalb kann der Adler, respektive dessen Nachbau, heute
auf denselben Gleisen rollen wie ein Intercity-Express. Darum
auch die passende Randschrift auf der Münze: AUF
VEREINTEN GLEISEN 1835 - 2010.
Dass der Abstand der Schienen übrigens gerade 1,435 Meter
beträgt, haben die Deutschen den Engländern zu verdanken.
Dort hatte sich diese Spurweite bereits Anfang des 19. Jahrhunderts
zum Standard entwickelt. Und in Großbritrannien, bei
der Lokomotivenfabrik Robert Stephenson & Co, wurde der
Adler auch gebaut. Die Deutschen stellten mit
der Saxonia erst drei Jahre später, 1838,
die erste eigene funktionsfähige Dampflok auf die Räder.
Sie ist, wie sich der Eisenbahnsammler gerne erinnert, Motiv
einer DDR-Gedenkmünze von 1988 mit dem Titel Erste
deutsche Ferneisenbahn.
Die Bayern brauchten die Lok aber bereits im Dezember 1935
zur Eröffnung der Ludwigsbahn zwischen Nürnberg
und Fürth. Deshalb wurde die erste Dampflokomotive von
Stephenson in Newcastle importiert, wo man bereits über
große Erfahrungen mit dem Bau derartiger Dampfwagen
verfügte. Der Adler, benannt nach dem Wappentier
des Kaisers und der Freien Reichsstädte, wurde mit der
Herstellungsnummer 118 in über hundert Einzelteilen geliefert,
die per Schiff und Maultier nach Nürnberg transportiert
und dort zusammengebaut wurden.
Die normale Fahrtzeit für die sechs Kilometer lange Strecke
zwischen Nürnberg und Fürth betrug 14 Minuten bei
einer lok-schonenden Höchstgeschwindigkeit von 28 Stundenkilometern.
Die Dampfeisenbahn war damit rund viermal schneller als die
stündlich auf der gleichen Strecke verkehrenden Wagen,
die noch bis 1863 von Pferden gezogen wurden. Eisenbahnen
waren gleichwohl beide, denn ursprünglich bezeichnete
dieser Begriff ausschließlich die Gleise und nicht wie
heute die Züge.
Die Adler-Originallokomotive wurde nach 22 Jahren
ausgemustert, als stationäre Dampfmaschine verkauft und
gilt seitdem als verschollen. Es existieren heute jedoch zwei
Nachbauten in Originalgröße. Beide befinden sich
im Eigentum des Museums der Deutschen Bahn in Nürnberg.
Der zur 100-Jahr-Feier 1935 gefertigte und später mehrfach
restaurierte Nachbau ist fahrbereit und wird zu besonderen
Gelegenheiten, sicherlich auch zum Jubiläum im Dezember,
eingesetzt. Der im Museum ausgestellte zweite Nachbau wurde
1952 von Lehrlingen der Deutschen Bundesbahn gebaut und dient
als Ausstellungsstück.
Vollständiger Artikel mit Darstellung der Konkurrenzentwürfe
und weiteren internationalen Eisenbahn-Münzen im DEUTSCHEN
MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar/Februar 2010.
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