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Deutsche Notmünzen aus Porzellan
von 1920/21.
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In den beiden Jahren 1920 und 1921 wurden vom Freistaat
Sachsen die einzigen staatlichen Porzellan-Notmünzen
in Deutschland herausgegeben. Geprägt und gebrannt wurden
sie von der Porzellanmanufaktur in Meißen, die aktuell
ihren 300. Gründungstag feiert.
In diesem Jahr erscheint eine deutsche 10-Euro-Gedenkmünze
mit einem abgebildeten zerbrochenen Teller zum 300-jährigen
Jubiläum der Porzellanherstellung in Deutschland.
Doch gab es in der deutschen Geschichte auch bereits Münzen,
die nicht das Porzellan als Motiv hatten, sondern daraus gefertigt
wurden. Damit gemeint sind Sachsens staatliche Notmünzen,
die erstmals vor 90 Jahren in der Porzellanmanufaktur Meissen
vor allem aus braunem Böttger-Steinzeug (nach dessen
Erfinder benannt siehe großer Kasten unten) gefertigt
wurden, das weniger schmutzempfindlich ist als weißes
Porzellan.
Nachdem 1919 der registrierte Begriff Böttgersteinzeug
in die Warenzeichenrolle des Patentamtes Berlin eingetragen
wurde, erschienen in den beiden folgenden Jahren daraus gefertigte
Münzen mit 20 und 50 Pfennig, sowie 1, 2, 5, 10 und 20
Mark Nennwert, sowie 20, 22, 26, 29, 24, 29 und 32 Millimeter
Durchmesser. Sie sind als einzige staatliche Porzellan-Notmünzen
in deutschen Münzkatalogen aufgeführt.
Deren Entwürfe stammen allesamt vom Bildhauer und Maler
Emil Paul Börner aus Meißen, während die Gravur
der Stahlstempel (zur Prägung der noch ungebrannten Steinzeug-Rohlinge)
Friedrich Wilhelm Hörnlein aus Dresden übernahm,
der bei Sachsens staatlicher Münzstätte Muldenhütten
angestellt war. Mit den einfachen und naturbezogenen Münzmotiven
aus der damaligen bäuerlichen Arbeits- und Lebenswelt
schufen Börner und Hörnlein eindrucksvolle historische
Zeitzeugen.
Ihre Bildseiten zeigen eine Sichel vor zwei Ähren (20
Pf.), dann eine Traube und einen Spaten (50 Pf.), ein Segelschiff
von vorn (1 Mk.), einen Adler im Horst (2 Mk.), eine Putte
zwischen Ähren (5 M.), einen Bauer mit Sichel und Getreidegarbe
(10 M.), sowie auf der höchsten Wertstufe zu 20 Mark
eine säugende Mutter mit Kind. Darunter sind jeweils
als Münzzeichen die gekreuzten Schwerter abgebildet,
das Emblem der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, während
am oberen Münzrand das Ausgabejahr steht. Ein zusätzliches,
zierendes Gestaltungselement weisen die drei höchsten
Nominale auf, deren Motive achteckig eingekerbt und goldfarben
umrandet sind.
Verbreitet in den Zahlungsverkehr sollen die Porzellan-Notmünzen
aus der Meißener Manufaktur allerdings kaum gelangt
sein, da zum einen zahlreiche Sammler die künstlerisch
interessanten Stücke aus dem Umlauf zogen und zum anderen
sie die große Inflation bald überrannte. Schließlich
wurde, nachdem die allgemeine Versorgung des Zahlungsverkehrs
mit metallenem Kleingeld durch die staatlichen Münzstätten
wieder gewährleistet war, am 17. Juli 1922 ein Gesetz
erlassen zur Einlösung von Notgeld innerhalb von drei
Monaten. Unter Paragraph 7 heißt es dazu: Beschädigtes...
aus Porzellan oder ähnlichem Material hergestelltes Notgeld
ist einzulösen, wenn der Inhaber einen Teil des Stückes
vorlegt, der größer ist als die Hälfte.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Januar/Februar 2010.
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