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Von vier Staaten der Europäischen
Union, die noch nicht Mitglied
der Währungsunion sind, gibt es bereits offizielle Entwürfe
nationaler Euro-Münzen. In Dänemark (ganz oben)
scheiterte die Euro-Einführung bislang an einer Volksabstimmung.
Estland, Lettland und Litauen haben die Aufnahmebedingungen
noch nicht erfüllt.
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2010 sollte der Euroraum um weitere EU-Mitglieder wachsen.
Doch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise machte einen
Strich durch die ursprünglichen Planungen. Bei vielen
Staaten der Osterweiterung von 2004 ist der Termin für
die Euro-Einführung in weitere Ferne gerückt.
Verschnaufpause für Euromünzen-Sammler! Die Eurozone
wird nicht so schnell wachsen wie geplant. Schuld daran ist
die teilweise desolate Wirtschaftslage, in der sich viele
Länder der EU-Osterweiterung von 2004 derzeit befinden.
Durch die internationale Finanzkrise wurde die Situation noch
einmal deutlich verschärft.
Bekanntermaßen müssen alle EU-Mitglieder, die die
Einführung des Euro anstreben, zunächst eine zweijährige
Probezeit absolvieren, in der sie beweisen, dass
sie reif für die Gemeinschaftswährung sind. Unter
anderen gehört zu den sogenannten Konvergenzkriterien,
dass das Haushaltsdefizit drei Prozent nicht überschreitet,
sich die Inflationsrate in bestimmten Grenzen bewegt und der
Wechselkurs der Landeswährung zum Euro konstant bleibt.
Schon vor Jahren haben wir an dieser Stelle neue nationale
Motive von Euro-Kursmünzen etwa von Estland, Lettland
oder Litauen vorgestellt und die angestrebten Einführungstermine
genannt. Nun, nachdem die schlimmste Weltwirtschaftskrise
seit den 1930er Jahren gewütet hat, scheint es an der
Zeit, den aktuellen Stand der Dinge einmal zusammenzufassen.
Als sicher gilt: In den nächsten beiden Jahren wird es
keine neuen Euro-Länder geben. Und die Sammler nutzen
die Zeit, ihre in den vergangenen Jahren rasch gewachsene
Euro-Kollektion zu ordnen und zu vervollständigen.
BULGARIEN: Im Jahr 2013 will das osteuropäische
Land, das erst seit 2007 in der EU ist, den Euro einführen.
Scheiterte bislang ein Beitritt zum zweijährigen Wechselkursmechanismus
II an der hohen Inflationsrate, so profitierte das Land
in dieser Hinsicht sogar von der globalen Wirtschaftskrise.
Bis Jahresende könnte so die Teuerungsrate von zweistelligen
Werten auf rund drei Prozent sinken die Voraussetzung
für den Beitritt zur Währungsunion in zwei bis drei
Jahren.
DÄNEMARK: Bereits seit 1973 Mitglied der Europäischen
Gemeinschaft. Bislang verhinderte eine Volksabstimmung aus
dem Jahr 2000 die Einführung des Euro. Mittlerweile scheint
sich die öffentliche Meinung aber gewandelt zu haben.
Prognosen zufolge sieht inzwischen eine Mehrheit der Bevölkerung
einen Beitritt zur Währungsunion positiv. Spätestens
2011 soll ein neues Referendum stattfinden. Dann könnte
Dänemark zeitnah die Gemeinschaftswährung einführen,
denn die Bedingungen dafür sind seit Jahren erfüllt.
Auch die Münzentwürfe liegen bereits vor. Sie zeigen
Königin Margrethe II. (10 Cent bis 2 Euro) bzw. die dänische
Königskrone auf den verkupferten Cent-Werten.
ESTLAND: Ganz schnell war Estland mit der Gestaltung
seiner Euromünzen. Schon kurz nach dem EU-Beitritt 2004
gab es einen entsprechenden Wettbewerb, aus dem als Sieger
ein Motiv hervorging, das für alle acht Wertstufen einheitlich
die Landesgrenzen des baltischen Staats zeigt. Auf den Entwürfen
ist noch die Jahreszahl 2007 zu sehen, das ursprünglich
geplante Datum zur Währungsumstellung. Wann es schließlich
soweit sein wird, ist noch nicht abzusehen zu hoch
ist die Inflationsrate. Als frühester Zeitpunkt gilt
heute Januar 2012.
GROSSBRITANNIEN: Die Euro-Gegner haben im Vereinigten
Königreich nach wie vor eine deutliche Mehrheit, obwohl
das Land bereits seit über 35 Jahren zur Europäischen
Gemeinschaft gehört. Die Ablösung des britischen
Pfunds durch die Gemeinschaftswährung steht deshalb bis
auf Weiteres nicht zur Debatte. Ebenso wie Dänemark ist
England nicht verpflichtet, den Euro einzuführen
das wurde für diese beiden Länder im Maastricht-Vertrag
von 1992 so festgeschrieben.
LETTLAND: Auch von diesem baltischen Staat gibt es
bereits die neuen Münzmotive das traditionelle
Trachtenmädchen auf den beiden Höchstwerten, Großes
und Kleines Staatswappen auf den Centstücken mit
einer optimistischen Jahreszahl: 2008 steht auf
den Entwürfen, das ursprünglich angepeilte Beitrittsdatum.
Aber auch hier wurde wegen der hohen Inflationsrate die Einführung
des Euro verschoben. Das durch die Weltwirtschaftskrise heftig
gebeutelte Land hat heute zusätzlich mit einem großen
Haushaltsdefizit zu kämpfen. Frühestens 2014,
so die Zentralbank in Riga vor wenigen Wochen, könnten
die Bedingungen für eine Aufnahme in die Eurozone erfüllt
werden.
LITAUEN: Einen Ritter mit erhobenem Schwert, das Staatswappen
des Landes, sollen einmal die acht Euro- und Centwerte Litauens
zieren. Zusammen mit Slowenien wollte der größte
der drei Baltenstaaten bereits als erstes EU-Neumitglied der
Osterweiterung am 1. Januar 2007 mit dem Euro dabei sein.
Doch daraus wurde nichts. Die Aufnahmekriterien sind bis heute
nicht erfüllt. Eisern hält die Regierung zwar noch
immer an ihrem neuen Zieldatum 2012 fest, doch Experten sind
skeptisch, ob die Haushaltsprobleme des Landes bis dahin gelöst
sind. 2015 gilt aus heutiger Sicht als realistischer.
POLEN: Das größte Land der Osterweiterung
von 2004 hat seine Hoffnungen auf eine Euro-Einführung
im Jahr 2012 begraben und auf unbestimmte Zeit verschoben.
Ende August sagte der polnische Ministerpräsident Donald
Tusk: Die weltweite Krise hat unsere Pläne in Frage
gestellt. Heute will ich kein Datum mehr nennen. Überdies
muss im deutschen Nachbarland noch die Verfassung geändert
werden, die den Zloty als gesetztliches Zahlungsmittel vorschreibt.
Dies dürfe allerdings angesichts der breiten Zustimmung
zum Euro in der Bevölkerung kein allzu großes politisches
Hindernis darstellen.
RUMÄNIEN: Das Land strebt für 2014 die Einführung
des Euro an, was von vielen Beobachtern als optimistisch
angesehen wird, wie das Auswärtige Amt in Berlin
betont. 2012 will Rumänien die Vorstufe zur Euro-Einführung
erreichen, und dem Europäischen Wechselkursmechanismus
II beitreten. Ob die Regierung des Landes, dem wegen der Wirtschaftskrise
erst kürzlich ein internatioaler Notkredit in Höhe
von 20 Milliarden Euro bewilligt werden musste, bis dahin
Haushaltsdefizit und Inflation im Griff hat, steht dahin.
SCHWEDEN: Ähnlich wie in Dänemark verhinderte
bislang das Ergebnis einer Volksbefragung aus dem Jahr 2003
den Beitritt des Landes zur Eurozone. Mittlerweile hat sich
aber auch hier die Stimmung gewandelt. So kann sich Finanzminister
Anders Borg die Einführung des Euro vorstellen: Schweden
sollte den Euro übernehmen. Das wäre aus politischen
Gründen gut, sagte er Ende 2008. Ein weiteres Referendum
soll im Jahr 2013 stattfinden. Auch wenn es negativ ausfallen
sollte, muss Schweden in naher Zukunft die Gemeinschaftswährung
einführen, denn im Gegensatz zu Dänemark hat sich
das Königreich im EU-Beitrittsvertrag 1995 dazu verpflichtet.
TSCHECHIEN: Urprünglich sollte der Euro in Tschechien
schon 2010 die Krone ablösen, ein Jahr nach Beitritt
der Slowakei, dem zweiten Nachfolgestaat der ehemaligen Tschechoslowakei.
Doch inzwischen ist dieses Ziel in weite Ferne gerückt.
Selbst der neue Termin 2014 oder 2015 ist nach Einschätzung
von Finanzminister Eduard Janota nicht realistisch, sagte
er im August im Tschechischen Fernsehen. Verstärkt durch
die aktuelle Wirtschaftskrise kämpft die Tschechische
Republik derzeit mit einem hohen Haushaltsdefizit und verfehlt
damit die Aufnahmekriterien für die Eurozone deutlich.
UNGARN: Ein ähnliches Bild auch in Ungarn. Staatsverschuldung,
Haushaltsdefizit und und Teuerungsrate lassen heute kein konkertes
Zieldatum für die Euro-Einführung zu. Auch wenn
nach jüngsten Berichten das Schlimmste in Osteuropa überstanden
ist und etwa ein Staatsbankrott keinem EU-Land mehr droht,
so wird es doch geraume Zeit dauern, bis die Finanzen wieder
geordnet sind und die Kriterien für einen Beitritt zur
Währungsgemeinschaft erfüllt werden können.
Vor 2015 darf wohl deshalb nicht mit Euro-Münzen aus
Ungarn gerechnet werden.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe November/Dezember 2009.
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