Aktuell September / Oktober 2009 Aktuelles Heft
 
Neu im Oktober:
Triers UNESCO-Welterbe-Denkmäler in purem Gold



Eine Collage berühmter Trierer Baudenkmäler: der deutsche Gold-Euro 2009.



Michael Otto aus Rodenbach schuf das Relief.



Erstprägung des Gold-Euros 2009 in den Staatlichen Münzen Baden-Württemberg Stuttgart. Unten: Münzdirektor Dr. Peter Huber begutachtet die ersten fertigen Stücke.

 

Mit einem gelungenen Ensemble berühmter Trierer Baudenkmäler der UNESCO-Welterbeliste wird auf dem Gold-Euro 2009 Deutschlands älteste Stadt gewürdigt. Trotz hoher Nachfrage bleibt die Auflage mit nur 320.000 Stück auf Vorjahresniveau.

Eines will man im Bundesministerium der Finanzen tunlichst vermeiden: Dass eine deutsche Goldmünze womöglich zum Ladenhüter wird. Und obwohl die Gold-Euros von diesem Schicksal meilenweit entfernt sind, bleibt man in Berlin bei der gewohnt besonnenen Ausgabepolitik. Die Münzen sollen sich durch ihre streng limitierten Auflagen stets auch die Chance auf Wertsteigerung bewahren und nicht zur „Massenware“ verkommen. Die Strategie hat sich bewährt: Alle bundesdeutschen Goldmünzen sind heute mehr wert als an ihrem Ausgabetag. Daran hat der stetig steigende Goldpreis seinen Anteil, aber eben auch die zurückhaltende Auflagenpolitik des Bundes. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Auch 2009, so steht es in der Pressemitteilung des Finanzministeriums vom 23. Juni, übersteigt die Anzahl der Vorbestellungen die Auflagenhöhe. Trotz Gold-Boom und riesiger Lieferschwierigkeiten der Goldhändler, denen seit Ausbruch der Finanzkrise alles was golden glänzt aus den Händen gerissen wird, erlag man nicht der Versuchung, die Auflage diesmal nach oben zu schrauben: 320.000 Exemplare, 64.000 von jeder der fünf deutschen Prägestätten, wird es vom Gold-Euro „Trier“ geben. Kein Stück mehr als im Vorjahr!

Ausgabepreis wird noch festgelegt

Zum Ausgabepreis freilich kann man heute noch nichts sagen. Denn der wird wie immer erst am Tag vor der Erstausgabe festgelegt und richtet sich nach dem Weltmarktpreis für Gold – diesmal gilt als Stichtag der 30. September 2009. Man darf gespannt sein, wo der Kurs des gelben Edelmetalls an diesem Tag stehen wird.
Warum so viele Münzensammler das Goldstück dennoch „blind“ bestellen, hat zum einen seinen Grund in den guten Erfahrungen der Vergangenheit (stetige Wertsteigerungen) und zum anderen darin, dass Sammler, anders als viele Anleger, nicht in erster Linie Spekulanten sind. Sie wollen ihre Kollektion vervollständigen. Und der diesjährige Gold-Euro gehört nun einmal unverzichtbar dazu.

Schon allein wegen seines schönen Motivs würde es sich lohnen, diese Münze zu sammeln. Geprägt wurde der Entwurf des 42-jährigen Grafikers und Medailleurs Michael Otto aus Rodenbach. Die Bundesregierung folgte mit ihrer Entscheidung der Empfehlung des Preisgerichts, das dieser Arbeit den 1. Preis im Künstlerwettbewerb zuerkannt hatte.
„Dem Künstler“, heißt es in der Beurteilung wörtlich, „ist es auf der Bildseite sehr gut gelungen, das Thema ‚UNESCO Welterbe Römische Baudenkmäler Dom und Liebfrauenkirche in Tier’ in Komplexität und harmonischem Zusammenspiel darzustellen.“

Michael Otto griff dabei zu einem Stilmittel, das schon große Medailleure der Renaissance wählten, wenn sie ganze Stadtansichten plakativ auf dem kleinen Rund eines Talers unterbringen mussten: Er schuf eine Collage mit den wichtigsten Baudenkmälern Triers, die, so die Wettbewerbsjury, durch ihre „filigrane und realistische künstlerische Gestaltung“ besticht. Es wird also ausdrücklich großes Lob dafür gezollt, dass hier die einzelnen Bauwerke detailgetreu gezeigt werden und nicht der Versuch unternommen wurde, durch Abstraktion zu verfremden. Auch in allen Umfragen des Deutschen Münzen Magazins haben sich die Sammler stets für naturgetreue Darstellungen ausgesprochen. Die neue Goldmünze entspricht also genau den Sammlerwünschen.

Insgesamt neun historische Bauwerke der Stadt Trier wurden im Jahr 1986 unter den Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes gestellt. Sieben davon sind auf dem deutschen Gold-Euro des Jahres 2009 dargestellt. Auf die restlichen zwei – das Amphitheater und die Barbarathermen – hat der Münzdesigner bewußt verzichtet, damit die ganze Collage nicht zu kleingliedrig wird und auf der im Original 28 Millimeter messenden Goldmünze auch ohne Lupe noch gut zu erkennen ist.



Sieben UNESCO-Welterbedenkmäler in Gold

Das Gebäuderelief, das Michael Otto für den Gold-Euro schuf, ruht gewissermaßen auf den massiven Pfeilern der antiken Römerbrücke über die Mosel. Dominierend in der oberen Münzhälfte erheben sich der Trierer Dom und die mittelalterliche Liebfrauenkirche. Auf der linken Seite zwischen Moselbrücke und Dom, ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Triers zu finden, die Porta Nigra. Der spitze Turm, der auf der Münze oberhalb der Porta Nigra emporragt, gehört nicht zu dem antiken Stadttor. Es ist die Igeler Säule, ein 23 Meter hohes, reich geschmücktes Grabmal aus rotem Sandstein. Ziemlich genau im Zentrum des Münzmotivs, zwischen Römerbrücke und Dom, ist die Ruine der Kaiserthermen dargestellt. Rechts daneben ist die Konstantinbasilika zu erkennen.

Überzeugend ist übrigens auch die Wertseite des neuen Gold-Euros gelöst, der wie seine 100-Euro-Vorgänger aus einer halben Unze (15,5 Gramm) Feingold 999,9/1000 besteht. Die eher konventionelle Darstellung sei, so das Preisgericht, „einem Hoheitssymbol angemessen“.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2009.


 


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