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Eine Collage berühmter Trierer Baudenkmäler:
der deutsche Gold-Euro 2009.

Michael Otto aus Rodenbach schuf das Relief.



Erstprägung des Gold-Euros 2009 in den Staatlichen Münzen
Baden-Württemberg Stuttgart. Unten: Münzdirektor
Dr. Peter Huber begutachtet die ersten fertigen Stücke.
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Mit einem gelungenen Ensemble berühmter Trierer
Baudenkmäler der UNESCO-Welterbeliste wird auf dem Gold-Euro
2009 Deutschlands älteste Stadt gewürdigt. Trotz
hoher Nachfrage bleibt die Auflage mit nur 320.000 Stück
auf Vorjahresniveau.
Eines will man im Bundesministerium der Finanzen tunlichst
vermeiden: Dass eine deutsche Goldmünze womöglich
zum Ladenhüter wird. Und obwohl die Gold-Euros von diesem
Schicksal meilenweit entfernt sind, bleibt man in Berlin bei
der gewohnt besonnenen Ausgabepolitik. Die Münzen sollen
sich durch ihre streng limitierten Auflagen stets auch die
Chance auf Wertsteigerung bewahren und nicht zur Massenware
verkommen. Die Strategie hat sich bewährt: Alle bundesdeutschen
Goldmünzen sind heute mehr wert als an ihrem Ausgabetag.
Daran hat der stetig steigende Goldpreis seinen Anteil, aber
eben auch die zurückhaltende Auflagenpolitik des Bundes.
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Auch 2009, so steht es in der Pressemitteilung des Finanzministeriums
vom 23. Juni, übersteigt die Anzahl der Vorbestellungen
die Auflagenhöhe. Trotz Gold-Boom und riesiger Lieferschwierigkeiten
der Goldhändler, denen seit Ausbruch der Finanzkrise
alles was golden glänzt aus den Händen gerissen
wird, erlag man nicht der Versuchung, die Auflage diesmal
nach oben zu schrauben: 320.000 Exemplare, 64.000 von jeder
der fünf deutschen Prägestätten, wird es vom
Gold-Euro Trier geben. Kein Stück mehr als
im Vorjahr!
Ausgabepreis wird noch festgelegt
Zum Ausgabepreis freilich kann man heute noch nichts sagen.
Denn der wird wie immer erst am Tag vor der Erstausgabe festgelegt
und richtet sich nach dem Weltmarktpreis für Gold
diesmal gilt als Stichtag der 30. September 2009. Man darf
gespannt sein, wo der Kurs des gelben Edelmetalls an diesem
Tag stehen wird.
Warum so viele Münzensammler das Goldstück dennoch
blind bestellen, hat zum einen seinen Grund in
den guten Erfahrungen der Vergangenheit (stetige Wertsteigerungen)
und zum anderen darin, dass Sammler, anders als viele Anleger,
nicht in erster Linie Spekulanten sind. Sie wollen ihre Kollektion
vervollständigen. Und der diesjährige Gold-Euro
gehört nun einmal unverzichtbar dazu.
Schon allein wegen seines schönen Motivs würde es
sich lohnen, diese Münze zu sammeln. Geprägt wurde
der Entwurf des 42-jährigen Grafikers und Medailleurs
Michael Otto aus Rodenbach. Die Bundesregierung folgte mit
ihrer Entscheidung der Empfehlung des Preisgerichts, das dieser
Arbeit den 1. Preis im Künstlerwettbewerb zuerkannt hatte.
Dem Künstler, heißt es in der Beurteilung
wörtlich, ist es auf der Bildseite sehr gut gelungen,
das Thema UNESCO Welterbe Römische Baudenkmäler
Dom und Liebfrauenkirche in Tier in Komplexität
und harmonischem Zusammenspiel darzustellen.
Michael Otto griff dabei zu einem Stilmittel, das schon große
Medailleure der Renaissance wählten, wenn sie ganze Stadtansichten
plakativ auf dem kleinen Rund eines Talers unterbringen mussten:
Er schuf eine Collage mit den wichtigsten Baudenkmälern
Triers, die, so die Wettbewerbsjury, durch ihre filigrane
und realistische künstlerische Gestaltung besticht.
Es wird also ausdrücklich großes Lob dafür
gezollt, dass hier die einzelnen Bauwerke detailgetreu gezeigt
werden und nicht der Versuch unternommen wurde, durch Abstraktion
zu verfremden. Auch in allen Umfragen des Deutschen Münzen
Magazins haben sich die Sammler stets für naturgetreue
Darstellungen ausgesprochen. Die neue Goldmünze entspricht
also genau den Sammlerwünschen.
Insgesamt neun historische Bauwerke der Stadt Trier wurden
im Jahr 1986 unter den Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes gestellt.
Sieben davon sind auf dem deutschen Gold-Euro des Jahres 2009
dargestellt. Auf die restlichen zwei das Amphitheater
und die Barbarathermen hat der Münzdesigner bewußt
verzichtet, damit die ganze Collage nicht zu kleingliedrig
wird und auf der im Original 28 Millimeter messenden Goldmünze
auch ohne Lupe noch gut zu erkennen ist.

Sieben UNESCO-Welterbedenkmäler in Gold
Das Gebäuderelief, das Michael Otto für den Gold-Euro
schuf, ruht gewissermaßen auf den massiven Pfeilern
der antiken Römerbrücke über die Mosel. Dominierend
in der oberen Münzhälfte erheben sich der Trierer
Dom und die mittelalterliche Liebfrauenkirche. Auf der linken
Seite zwischen Moselbrücke und Dom, ist das wohl bekannteste
Wahrzeichen Triers zu finden, die Porta Nigra. Der spitze
Turm, der auf der Münze oberhalb der Porta Nigra emporragt,
gehört nicht zu dem antiken Stadttor. Es ist die Igeler
Säule, ein 23 Meter hohes, reich geschmücktes Grabmal
aus rotem Sandstein. Ziemlich genau im Zentrum des Münzmotivs,
zwischen Römerbrücke und Dom, ist die Ruine der
Kaiserthermen dargestellt. Rechts daneben ist die Konstantinbasilika
zu erkennen.
Überzeugend ist übrigens auch die Wertseite des
neuen Gold-Euros gelöst, der wie seine 100-Euro-Vorgänger
aus einer halben Unze (15,5 Gramm) Feingold 999,9/1000 besteht.
Die eher konventionelle Darstellung sei, so das Preisgericht,
einem Hoheitssymbol angemessen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2009.
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