Editorial: September / Oktober 2009 Aktuelles Heft
 
Sammeln mit System: Spezialisierung ist das A und O

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Beim Surfen im Internet stieß ich jüngst auf das Stichwort „Sammeln“ in der freien Enzyklopädie „Wikipedia“. Interessant, was dort als „Welt-Wissen“ über unsere Leidenschaft zu lesen steht: Als positive Aspekte werden unter anderem genannt, dass Sammeln als entspannende Tätigkeit dem Stress entgegenwirken könne und der persönlichen Weiterbildung diene, da sich der Sammler in der Regel mit historischen und geografischen Aspekten seiner Sammelobjekte auseinandersetzt.

Gerade in Gesellschaften, in denen die Menschen mehr Freizeit haben, diene das Sammeln dem Zeitvertreib, verhindere Langeweile und Untätigsein. Und es „vermittelt das positive Gefühl der Wertschöpfung und trägt somit zum Wohlbefinden bei.“ Aber das haben Sie als Leser des Deutschen Münzen Magazins selbstverständlich längst selbst entdeckt.

Wichtig für Münzensammler ist die Spezialisierung. Natürlich kann auch eine „Alle-Welt-Sammlung“ Spaß machen, die sich aus Zufallsfunden oder Reisemitbringseln speist. Aber in aller Regel fühlt sich der Sammler am Wohlsten, wenn er in einer bestimmten Art und Weise „komplett“ ist. Bei vielen Gebieten ist das kein Problem, weil es nur eine überschaubare Anzahl von Ausgaben gibt oder es sich gar um ein sogenanntes „abgeschlossenes Sammelgebiet“ handelt, wie etwa „DDR“. Deutsche Silber- und/oder Gold-Euros sind ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Ländersammlung vollständig zusammentragen kann, ohne sich zu verzetteln.

Bei länderübergreifenden Kollektionen kann das schon schwieriger werden. „Euro komplett“ ist praktisch nicht (mehr) zu schaffen. Deshalb ist auch hier eine Spezialisierung gefordert. Die 2-Euro-Gedenkmünzen als klar definierte Spezifikation, die EUROPA-Serie mit dem Stern oder „Kleinste Gold-Euros“ bieten gute Möglichkeiten, das Sammelgebiet zu begrenzen. Und bei beliebten Motivsammlungen wie „Fußball-WM“ sollte man sich beispielsweise auf die offizellen Ausgaben konzentrieren, die von der FIFA autorisiert sind.

Lassen Sie sich von unseren Beiträgen inspirieren, damit es nicht dazu kommt, wovor „Wikipedia“ düster warnt: „Sammler können dem Krankheitssymptom der Sammelwut verfallen“, heißt es dort. „ ... im Extremfall kann das als Sucht dazu führen, dass nicht nur eine Sammlung in einem klar abgegrenzten Sachgebiet angelegt wird, sondern dass alles gesammelt wird, was dem Sammler in die Hände kommt.“ Davor, liebe Leserin, lieber Leser, möchten wir Sie gerne bewahren.

Ihr


 


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