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Deutschland
würdigt im Astronomiejahr 2009 Johannes Kepler und dessen
1609 verfassten atronomischen Gesetze in 10 Euro Silber.


Österreich präsentiert auf
seiner Astronomiejahr-Bimetallmünze Galileo Galilei,
während auf Italiens Silber-Euro ein Astrolabium dominiert.



San Marino bringt gleich zwei Gedenkmünzen
zum Astronomiejahr 2009, wobei die eine ausschließlich
im Kursmünzensatz ausgeliefert wird.


Kanada zeigt auf seiner Farb-Silbermünze
eine Sternwarte und auf Australiens koloriertem
Silberdollar wagt
ein junges Paar
den Blick in den Sternenhimmel.
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Das aktuelle Internationale Astronomiejahr erinnert
an Galileis erste Himmelserkundungen per Fernrohr wie auch
an Keplers Astronomia nova von 1609. Es wird weltweit
auf Gedenkmünzen gewürdigt, darunter auch von Deutschland,
Österreich und Italien.
Die astronomischen Bedingungen spielen seit jeher eine elementare
Rolle im täglichen Leben der Menschen. Sei es der Einfluss
des Mondes auf die Gezeiten oder der Erdposition zur Sonne
auf die Jahreszeiten, und damit die überlebenswichtigen
Termine für Aussaat und Ernte. Aber auch als allumfassende
Wissenschaft ist die Astronomie tief verwurzelt im Kulturerbe
der Menschheit, denn stets haben astrophysikalische Erkenntnisse
unser Weltbild und Verständnis vom Universum revolutioniert.
Dies wollte am 20. Dezember 2007 offenbar auch die Vollversammlung
der Vereinten Nationen ins Licht der Öffentlichkeit rücken,
als sie 2009 offiziell zum International Year of Astronomy
(IYA) deutsch: Internationales Astronomiejahr
erklärt hat. Die Initiative ging hierbei von der Internationalen
Astronomischen Union (IAU) sowie von der UNESCO aus, die damit
insbesondere an die ersten Himmelsbeobachtungen durch Galileo
Galileis selbst konstruiertes Fernrohr vor 400 Jahren erinnern
wollten. Zur selben Zeit veröffentlichte damals auch
Johannes Kepler mit seiner Astronomia Nova 1609
ein bahnbrechendes Buch über unser Sonnensystem. Damit
brach für die astronomische Forschung das Zeitalter der
Moderne an.
400 Jahre Keplersche Gesetze
Entsprechend werden insbesondere die beiden wissenschaftlichen
Pioniere gegenwärtig auf Gedenkmünzen gewürdigt,
die zum Internationalen Astronomiejahr 2009 aus aller Welt
erscheinen, darunter auch von einigen Euroländern wie
Italien und Österreich. Für hiesige Sammler steht
hierbei natürlich an erster Stelle der deutsche Silber-Euro
400 Jahre Keplersche Gesetze, über den wir
im letzten Heft anlässlich seiner offiziellen Herausgabe
am 7. Mai 2009 berichtet haben. Er erinnert an das 1609 in
Prag veröffentlichte, bahnbrechende Werk Johannes Keplers
Astronomia Nova, das die ersten beiden Keplerschen
Gesetze beinhaltet und in dem er mit der Jahrtausende alten
Vorstellung von kreisförmigen Planetenbahnen bricht.
Stattdessen entwickelte er ein heliozentrisches Weltbild,
nach dem sich die Planeten auf Ellipsen um die Sonne bewegen,
wobei sie aufgrund der Gravitationskraft in Sonnennähe
beschleunigt werden.
Diese Zusammenhänge verdeutlichte der deutsche Astronom
und Naturphilosoph unter anderem in der allegorischen Darstellung
aus seiner Astronomia Nova, die neben seinem angeschnittenen
Profil auch die neue 10-Euro-Gedenkmünze ziert. Dabei
stellen der Kreis und die darin verlaufenden Linien den Planeten
bzw. die magnetischen Kraftlinien dar, während der Fährmann
in seinem Kahn auf die wechselwirkende Radialkraft des Planeten
deutet.
Galileo Galileis Teleskop von 1609 ermöglicht Himmelserforschung
Ebenfalls bereits im letzten Heft vorgestellt wurde Österreichs
neue 25-Euro-Bimetallmünze in Silber-Niob, die 2009
dem Internationalen Astronomiejahr gewidmet ist und erstmals
das Niob in goldgelber Färbung präsentiert. Als
Motiv ist ein angeschnittenes Porträt von Galileo Galilei
zu sehen, sowie das von ihm vor 400 Jahren erfundene Perspektivglas
und seine Mondzeichnung. Entlang des Münzrandes
ist die weitere Entwicklung der Sternenbeobachtung bis hin
zu modernen Observatorien, Radio- und Weltraumteleskopen dargestellt.
Die Wertseite ziert dagegen die von der Erde aus gesehene
Mondrückseite sowie eine ins Bild ragende Mondsonde
mit der Erde und Sonne im Hintergrund.
Den berühmten Landessohn und seine Teleskop-Erfindung
würdigt auch Italiens Gedenkmünze zum Internationalen
Astronomiejahr 2009. Sie stellt die weibliche Landesallegorie
ins Zentrum, wobei die linke Münzhälfte vom Astrolabium
überdeckt ist, einem bereits in der Antike verwendeten
Messinstrument zur Positionsbestimmung von Himmelskörpern
wie auch später zu Galileis Zeit weiter entwickelt in
handlicher Form zur Navigation. Die Wertseite der 10-Euro-Silbermünze
ziert Galileis Teleskop, sowie im Hintergrund zur Hälfte
der vergrößerte Ausschnitt eines Astrolabiums bzw.
der Sternenhimmel, den der Naturwissenschaftler so nachgiebig
erforschte. Der aufgeprägte Namenszug L. DE SIMONI
am unteren Münzrand steht für die Designerin Luciana
de Simoni.
5 Euro Silber von San Marino im Doppelpack
Vom Euro-Kleinstaat San Marino (die 2-Euro-Ausgabe des Vatikans
siehe Seite 12 ff) erfährt das Internationale Astronomiejahr
2009 gleich eine doppelte numismatische Würdigung. Zunächst
erschien Ende April ein spezieller Kursmünzensatz in
Stempelglanz mit einer zusätzlichen 5-Euro-Silbermünze,
die auch nur innerhalb dieses Sets erhältlich ist. Ihre
Wertseite ziert erneut das Astrolabium, nun allerdings zusammen
mit den prähistorischen Steinruinen von Stonehenge, das
einst vermutlich auch astronomischen Zwecken diente. Im Juni
erschien eine zweite 5-Euro-Silbermünze zum Astronomiejahr
als Einzelausgabe in Polierter Platte, von der bei Redaktionsschluss
erste Entwürfe vorlagen. Wie beim deutschen Silber-Euro
steht hier Johannes Kepler im Vordergrund: Auf der Bildseite
ist er als Brustporträt mit Zirkel und Globus dargestellt.
Die Wertseite nennt Keplers 400 Jahre zuvor verfasste Astronomia
Nova in der Aufschrift, dazu ist seine Vorstellung von
elliptischen Planetenbahnen um die Sonne abgebildet. Die Entwürfe
beider Münzen stammen von der Designerin Maria Angela
Cassol.
Internationale Beiträge aus Kanada und Australien
Exemplarisch für die internationalen Ausgaben anlässlich
des aktuellen Astrojahres seien abschließend noch zwei
teilkolorierte Silbermünzen aus Kanada und Australien
genannt. Die nordamerikanische 30-Dollars-Gedenkmünze
zeigt eine Sternwarte, über der in- und außerhalb
eines dunkelblauen Kreises, der den Nachthimmel symbolisiert,
Planeten, Sonnen, Kometen und andere kosmische Erscheinungen
dargestellt sind. Ein direkter Bezug zum Astronomiejahr 2009,
etwa in Form einer entsprechenden Münzaufschrift, ist
auf dem vorliegenden Entwurf zwar nicht zu finden, in der
offiziellen Ankündigung der Royal Canadian Mint wird
als Ausgabeanlass jedoch unmissverständlich das International
Year of Astronomy genannt.
Auf der 1-Dollar-Silbermünze von Aus-tralien werden vom
Motiv her ebenfalls nicht die beiden astronomischen Pioniere
Galilei und Kepler gewürdigt, sondern vielmehr die allgemeine
Faszination des Sternguckens. Angelehnt an das
offizielle Logo zum Internationalen Astronomiejahr 2009 sind
hier zwei menschliche Figuren vor einem dunkelrot gefärbten
nächtlichen Sternenhimmel dargestellt, allerdings nun
nicht als Verbindung aus Groß und Klein, sondern in
Form eines jugendlichen Pärchens, das begeistert durch
ein Fernrohr zum Himmel hinaufblickt.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2009.
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