Aktuell: Juli / August 2009 Aktuelles Heft
 
Schumann & Zuse: Erste Silber-Euro-Motive für 2010

Der Berliner Bildhauer
Prof. Christian Höpfner schuf dieses Porträt nach einem Bildnis von 1846 und gewann damit den Münzwettbewerb.

Die binäre Computersprache aus Null und Eins überlagert symbolisch das Porträt von Zuse im siegreichen Entwurf von Heinz Hoyer aus Berlin.

 

Der nächste deutsche Münzenjahrgang ist mit den ersten beschlossenen 10-Euro-Designs für 2010 numismatisch eingeläutet. Den jeweiligen Münzwettbewerb konnten die Berliner Künstler Prof. Christian Höpfner bzw. Heinz Hoyer für sich entscheiden.

Der deutsche Münzenjahrgang 2010 nimmt Gestalt an: Mit den kürzlich entschiedenen Wettbewerben für die Silber-Euros „200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann“ und „100. Geburtstag von Konrad Zuse“, die für Mai bzw. Juni nächsten Jahres angekündigt sind, stehen die ersten beiden 2010er Motive in 10 Euro Silber fest. Den Wettbewerb für die Gestaltung der Schumann-Gedenkmünze konnte der Berliner Kunstprofessor und Bildhauer Christian Höpfner für sich entscheiden, der auch schon den im November 2009 erscheinenden Silber-Euro zu Ehren von Marion Gräfin Dönhoff entworfen hat.

Schumann-Porträt zum 200. Geburtstag des Komponisten

Das neue Motiv Höpfners ist nach einem zeitgenössischen Porträtrelief Robert Schumanns gestaltet, das ursprünglich als Doppelbildnis im Jahr 1846 angefertigt wurde. Es zeigt den damals 36-jährigen Schumann im Kopfprofil vor einem angeschnittenen Porträt seiner Frau Clara. Das von beiden geliebte Kunstwerk erlangte bereits zu Schumanns Lebzeiten große Popularität und lieferte – nun allerdings umgearbeitet zum Einzelporträt – nach dessen Tod im Jahr 1856 auf Claras Wunsch die Vorlage für das Grabdenkmal auf dem Alten Friedhof in Bonn. „Insofern ist die Wahl und die gelungene Umsetzung dieses Porträts als Motiv für die Gedenkmünze des großen Romantikers unter den deutschen Komponisten als ideal zu bezeichnen“, lobte das Preisgericht. Des weiteren, dass die zeitgemäße klare Schrift in einem interessanten Kontrast zum klassischen Porträt stehe.

Bei der vorgesehenen Randschrift für die Schumann-Gedenkmünze einigte sich die Jury auf ein Zitat aus dessen Tagebuch von 1828: TÖNE SIND HÖHERE WORTE.

Konrad Zuse – Visionär zwischen Null und Eins

Die Randschrift des zweiten deutschen Silber-Euros für 2010 soll dagegen „KONRAD ZUSE – VISIONÄR ZWISCHEN NULL UND EINS“ lauten, was der siegreiche Entwurf im Wettbewerb von Heinz Hoyer aus Berlin gelungen umsetzt. „Die zukunftsweisende binäre Rechnersprache mit dem stilisierten Profil Zuses zu überlagern, ist deshalb überzeugend, weil sie damit der noch heute bestehenden Bedeutung Zuses und seiner Arbeiten gerecht wird“, lobte das Preisgericht. Ebenso die thematisch dazu passenden Lochstreifen in der Darstellung, sowie die Auflistung seiner zahlreichen Apparate von Z1 bis Z64. Damit kommt die historische Rolle Zuses als Pionier der elektronischen Datenverarbeitung und Erfinder der ersten auf binärer Zahlenbasis arbeitenden, programmgesteuerten Rechenanlagen bzw. Computer treffend zur Geltung. Als formales Gestaltungselement sei das Quadrat im Kreis mit integriertem Profil eindrücklich und klassisch, hob die Jury noch hervor.

Spezifikationen:
200. Geburtstag von Robert Schumann / 100. Geburtstag von Konrad Zuse, 2009,
2 x 10 Euro, Silber 925/1000, ø 32,5 mm, 18 g, Auflagen
je 1,5 Millionen in Stempelglanz und 200.000 in Spiegelglanz (Polierte Platte),
Prägestätten Hamburg (J) / Karlsruhe (G).

Vollständiger Artikel und die Konkurrenz-Entwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2009.


 


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