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Gemeinschaftsserie
"10 Jahre WWU"
(Ausgabe Deutschland A)

Deutschland

Luxemburg

Portugal

Belgien

Italien

San Marino

Vatikan

Slowakei
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2009 bringt für die Freunde des Top-Sammelgebiets
2-Euro-Gedenkmünzen jede Menge interessanter
Neuheiten. Nach dem spektakulären Jahresauftakt mit der
Gemeinschaftsserie 10 Jahre WWU, an der im Januar
alle 16 Euro-Vollmitglieder teilnahmen, erscheinen von mindestens
acht Ländern noch weitere Doppeleuros.
Eigentlich darf jedes Euroland pro Jahr nur eine neue 2-Euro-Gedenkmünze
herausgeben. So hat es die EU-Kommission ursprünglich
festgelegt , bis die erste Gemeinschaftsserie dieser
Münzreihe im Jahr 2007 erschien. Schon im Vorfeld hatten
einige Staaten damit gedroht, bei diesem länderübergreifenden
Programm nicht mitzumachen, wenn es nicht gleichzeitig möglich
wäre, eigene nationale Serien fortzuführen. Dazu
gehörte auch die Bundesrepublik Deutschland, die sich
bekanntlich bereits auf die Bundesländerserie festgelegt
hatte, deren Münzen in der Reihenfolge der Bundesratspräsidentschaften
erscheinen. Hätte Deutschland wegen des europäischen
Gemeinschaftsprogramms 50 Jahre Römische Verträge
die eigene Serie unterbrechen müssen, wäre Mecklenburg-Vorpommern
erst 16 Jahre später erschienen dann nämlich
wenn dieses Land das nächste Mal den Vorsitz im Bundesrat
innehat. Das war den Sammlern und der Bevölkerung nicht
zu vermitteln. Deshalb erließ die EU eine Ausnahmeregelung
für jene Jahre, in denen eine Gemeinschaftsserie erscheint.
2009 ist es wieder soweit: Mit dem Jubiläum 10
Jahre Wirtschafts- und Währungsunion gibt es nun
eine weitere 2-Euro-Gedenkmünzenserie, die in allen EU-Staaten
motivgleich, aber mit Aufschriften in nationaler Sprache ausgegeben
wird.
Zusätzlich darf jedes Land jedoch auch in diesem Jahr
ausnahmsweise eine zweite Sondermünze im Nennwert von
2 Euro emittieren. Als einer der ersten Euro-Staaten machte
Deutschland Anfang Februar davon Gebrauch. In Fortsetzung
der Bundesländerserie erschien am Eröffnungstag
der World Money Fair in Berlin die Ausgabe Saarland,
die Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich an den amtierenden
Bundesratspräsidenten, den saarländischen Regierungschef
Peter Müller, übergab. Mit etwas mehr als einer
Million Einwohner ist das Saarland das kleinste deutsche Flächenland,
das nach dem 2. Weltkrieg französische Besatzungszone
1957 nach einer Volksabstimmung Teil der Bundesrepublik
Deutschland wurde. Als Wahrzeichen findet sich auf der Münze
die Ludwigskirche in der Landeshauptstadt Saarbrücken,
eine der bedeutendsten evangelischen Barockkirchen Deutschlands.
Das von Friedrich Brenner aus Diedorf gestaltete Motiv zeigt
die markante Ostfassade des Sakralbaus mit der Spitze des
Glockenturms.
Neuheiten aus acht Ländern
Auf den 15. Januar 2009 hatte Luxemburg den Ersttag seiner
zweiten 2-Euro-Gedenkmünze dieses Jahres festgelegt.
Es war der 90. Jahrestag der Thronbesteigung von Großherzogin
Charlotte, deren Porträt gemeinsam mit ihrem Enkel, dem
derzeit regierenden Großherzog Henri, auf der Münze
dar-
gestellt ist. Charlotte von Luxemburg, Tochter von Wilhelm
VI. und der portugiesischen Prinzessin Maria Anna do Carmo,
war 45 Jahre lang das Staatsoberhaupt des Großherzogtums.
Sie dankte am 12. November 1964 zugunsten Ihres Sohns Jean
ab. 1985 starb Großherzogin Charlotte 89-jährig
auf Schloss Fischbach und wurde in der Krypta der Kathedrale
von Luxemburg beigesetzt.
Ein sportliches Motiv erwartet die Sammler im Juli aus Portugal,
pünktlich zum Auftakt der 2. Lusophonie-Spiele in der
Hauptstadt Lissabon. Diese kleine Olympiade wird
unter Sportlern des portugiesischsprachigen Raums (Lusophonia)
ausgetragen und soll die Länder nicht nur durch den Sport
verbinden, sondern auch das kulturelle Selbstverständnis
in Zeiten der Globalisierung stärken. Die 2-Euro-Münze
zeigt die Disziplin Rhythmische Sportgymnastik, bei der eine
stilisierte Athletin ein Band schwingt.
Im September erscheinen gleich von zwei Staaten Doppeleuros
zum 200. Geburtstag von Louis Braille. Sowohl Belgien als
auch Italien würdigen den Erfinder der nach ihm benannten
Blindenschrift. Braille wurde am 4. Januar 1809 als Sohn eines
Sattlers in Coupvray bei Paris geboren und war als Kind nach
einem Unfall erblindet. Zehnjährig kam er an das Königliche
Blindeninstitut, wo er die vom Artilleriehauptmann Charles
Barbier erfundene Nachtschrift kennenlernte, mit
der man sich nachts auf dem Schlachtfeld, ohne reden oder
Licht machen zu müssen, verständigen konnte. Braille
vereinfachte das komplizierte System, indem er die Silben
durch Buchstaben ersetzte und die Anzahl der erhabenen Punkte
von zwölf auf sechs pro Zeichen reduzierte. 1825 präsentierte
der damals 16-Jährige seine neue Blindenschrift, die
beim Überstreichen der erhöhten Punkte mit den Fingerkuppen
gelesen werden kann.
Münzen mit Blindenschrift
Die Münze aus Belgien zeigt links und rechts neben dem
Porträt von Louis Braille seine Initialen in Blindenschrift:
drei übereinander liegende Punkte für das L
und einen Doppelpunkt, der in der Braille-Schrift für
das B steht. Italiens Münzdesigner hatten
die gleiche Idee, hier ist sogar der volle Vor- und Zuname
des Jubilars in geprägter Punktschrift dargestellt. Darüber
ist ein aufgeschlagenes Buch zu sehen, in dem die Fingerspitzen
einer Hand die Buchstaben ertasten. Außerden wird der
Name des Geehrten in Klarschrift genannt, sowie
die Jahreszahlen 1809 und 2009, dazu das R für
die Staatsmünze in Rom.
Ebenfalls aus der italienischen Prägestätte kommen
zwei weitere 2-Euro-Gedenkmünzen, die im September
bzw. Oktober in San Marino und dem Vatikan erscheinen. Die
Republik San Marino würdigt, wie schon 2008, das aktuelle
Europäische Jahr, das diesmal der Kreativität
und Innovation gewidmet ist. Ziel des Europäischen
Jahrs 2009 ist es, Kreativität als Motor für Innovation
herauszustellen und zu fördern. Schöpferische Kraft
und Erneuerungsbereitschaft sind wichtige Grundlagen, um die
Chancen der globalisierten Welt nutzen zu können
von der Kunst über die Wissenschaft bis hin zu unternehmerischen
Ideen. Die Münzdarstellung, unter anderem Zirkel, Buch
und Reagenzglas, soll europäischen Erfindungsreichtum
symbolisieren, ohne den es letztlich keinen Fortschritt geben
kann.
Die 2-Euro-Gedenkmünze des Vatikans gilt 2009 dem Internationalen
Astronomiejahr. Es wurde in Erinnerung an den 400. Jahrestag
der ersten Fernrohr-Himmelsbeobachtungen durch Galileo Galilei
von der UNO ausgerufen. Die Münze zeigt den italienischen
Gelehrten sowie Himmelskörper und das von ihm selbst
konstruierte Teleskop.
Die letzte 2-Euro-Gedenkmünze des Jahrgangs 2009, die
bislang angekündigt ist, kommt vom Euro-Neuling Slowakei.
Dort wird am 17. November des 20. Jahrestags der Samtenen
Revolution von 1989 gedacht, die ohne Blutvergießen
den politischen Systemwechsel in der Tschechoslowakei von
einer kommunistischen Diktatur zur Demokratie brachte. Der
Kalte Krieg ging zu Ende, als in weiten Teilen des Landes
Tausende Menschen durch die Straßen zogen und ihrer
Wut und Empörung über die Staatsmacht Ausdruck verliehen.
Mutig formierten sie sich vor einem Wall gewaltbereiter Polizisten
und läuteten mit klirrenden Schlüsselbunden das
Ende der kommunistischen Diktatur ein. So sind auch die Schlüssel
zu verstehen, die als schwingende Klöppel in der Freiheitsglocke
auf dem Münzmotiv dienen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2009.
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