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Das Rätsel um die Verschlüsselung der Prägestätten-Markierung
auf der ersten 10-Euro-Silbermünze des Jahres IAAF
Leichtathletik WM Berlin 2009 ist gelöst: Morsezeichen
stehen für die fünf deutschen Prägebuchstaben
A bis J.

Mit großer Spannung von der Sammlergemeinde erwartet:
der am 9. April erschienene und nachträglich ins diesjährige
Ausgabeprogramm aufgenommene deutsche Silber-Euro zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft
2009 in Berlin. Im Gegensatz zu den regulären fünf
10-Euro-Gedenkmünzen eines Jahrgangs, die in kompletter
Auflage jeweils nur von einer der fünf deutschen Münzstätten
geprägt werden, wurde der zusätzliche sechste Silber-Euro
für 2009 von allen zu gleichen Teilen geprägt
mit weitreichenden Konsequenzen für die Sammler. Denn
die Auflage teilt sich nun durch fünf.
Prägebuchstaben als Punkt-Strich-Morsezeichen
Allerdings muss man dazu die Prägestätte auch auf
der Münze identifizieren können. Wie bei den Silber-Euros
anlässlich der Fußball-WM 2006 wurde aber auf die
klare Kennzeichnung durch einzelne Prägebuchstaben verzichtet.
Nur zur internen Qualitätskontrolle sollte wieder ein
Geheimcode in der Randschrift Rückschlüsse
auf die jeweils verantwortliche Münzstätte ermöglichen.
Vor der offiziellen Erstausgabe im April rätselte deshalb
die Fachwelt, in welcher Form dies bei der neuen Ausgabe realisiert
würde. Unterschiedlich lange Mittelstriche in den Buchstaben
E, wie zuvor bei den Fußball-WM-Silbermünzen, sollten
es nicht mehr sein, soviel war klar. Schließlich wollte
man es den Sammlern nicht zu leicht machen. Ein geknackter
Geheimcode ist ja schließlich kein Geheimnis mehr.
Doch das Versteckspiel währte auch diesmal nicht lange:
Einfach und zugleich prägnant griffen die deutschen Münzenmacher
im Bundesfinanzministerium diesmal zum Morse-Alphabet (siehe
Grafik oben). Damit lässt sich die verantwortliche Prägestätte
nun viel eindeutiger als bei den deutschen Fußball-WM-Silbermünzen
erkennen und selbst bei schwacher Prägequalität
des Münzrandes gut bestimmen.
Natürlich drängt sich die Frage auf: Warum diese
Geheimniskrämerei? Warum wurde nicht einfach gleich die
ansonsten übliche Unterscheidung durch die Prägebuchstaben
A, D, F, G und J verwendet? Dem Vernehmen nach wollte das
Bundesfinanzministerium wie schon bei den Silber-Euros
zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 den Sammlern
signalisieren, dass sie offiziell mit nur einem Exemplar bereits
komplett sind, egal aus welcher Prägestätte
es stammt. Eine Spekulation mit den extrem niedrigen Auflagen,
die bei einer Unterscheidung nach Münzstätten ja
nur noch ein Fünftel der Gesamtmenge betragen, sollte
vermieden werden.
Allerdings ging das Konzept bereits bei den Fußball-Silbermünzen
nicht auf: Der Geheimcode, also die Unterscheidungsmerkmale
nach Prägestätten, wurden in Fachzeitschriften und
im Internet publiziert und in die gängigen Münzkataloge
aufgenommen. So haben sich zahlreiche Komplettsammler trotzdem
die jeweiligen Motive von allen fünf Prägestätten
zugelegt.
Begehrte Mini-Auflage in Polierter Platte: 40.000 pro Prägestätte
Die Nachfrage nach vollständigen Sätzen der Leichtathletik-Münze
2009 wird wohl noch größer sein, weil die Prägebuchstaben
in Form von Morsezeichen leichter zu erkennen sind und damit
das Unterscheidungsmerkmal noch eindeutiger ist. Insbesondere
bei den Versionen in höchster Sammlerqualität Polierte
Platte (PP) dürfte es zu einem raschen Ausverkauf
mit hohem Wertsteigerungspotential führen. Denn im Vergleich
zur Gesamtauflage in Normalprägung Stempelglanz
mit 1,7 Millionen, was 340.000 Stück pro Prägeanstalt
entspricht, nimmt sich die PP-Auflage geradezu winzig aus:
Nur 200.000 Exemplare gibt es insgesamt, also gerade einmal
40.000 pro Münzstätte!
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2009.
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