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Bodo Broschat hat auf
seinem erstplatzierten
2-Euro-Modell für das Bundesland Bremen
die Rolandstatue vor dem Rathaus zum Betrachter hin gedreht
und hervorgehoben.

Heinz Hoyers sieg-reicher Entwurf für die Bundesländerausgabe
Nordrhein-Westfalens zeigt den Kölner Dom von Süden
in seiner ganzen architek-tonischen Pracht.

Erich Ott setzte in seiner gravierten Neuschwanstein-Darstellung
für die 2-Euro-Gedenkmünze Bayerns die Traumschloss-Fantasie
des berühmten Erbauers, König Ludwig II., um.

Gemeinsame Wertseite aller drei Münzen.
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Das Bundeskabinett hat über die Designs dreier
weiterer 2-Euro-Gedenkmünzen aus der deutschen Bundesländer-Serie
entschieden. Geprägt werden Entwürfe von Bodo Broschat
(Bremen), Heinz Hoyer (Nordrhein-Westfalen) und Erich Ott
(Bayern).
Im Jahr 2006 gab die Bundesrepublik Deutschland ihre ersten
2-Euro-Gedenkmünzen heraus und startete auf diese Weise
zugleich die überaus beliebte Bundesländer-Serie.
Damit entsprach sie einer Umfrage des Deutschen Münzen
Magazins, in der sich die Mehrheit der Leser für das
Thema Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der deutschen
Bundesländer aussprachen. Seitdem wird zur Freude der
Sammler jährlich ein neues Bundesland mit einem repräsentativen
Wahrzeichen auf 2-Euro-Gedenkmünzen in Bimetall gewürdigt.
In der Reihenfolge des Vorsitzes im Bundesrat begann die Serie
mit Schleswig-Holstein, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern
und Hamburg, sowie in diesem Jahr dem Saarland.
Nun wurde in einem Münzwettbewerb bereits über die
2-Euro-Designs für Bremen 2010, Nordrhein-Westfalen 2011
und Bayern 2012 entschieden. Dabei weisen die siegreichen
Entwürfe der Berliner Künstler Bodo Broschat und
Heinz Hoyer, sowie von Erich Ott aus München eine besondere
Gemeinsamkeit auf: Die bisherige Landesbezeichnung Bundesrepublik
Deutschland auf dem Außenring entlang des Münzrandes
ist durch das Kürzel D oben rechts ersetzt
worden, zugleich sind die Europasterne und das Ausgabejahr
neu platziert.
Kennzeichen D: Neue Ringgestaltung nach EU-Vorgaben
Laut neuer EU-Vorgaben müssen auf allen künftigen,
neu gestalteten Euro-Kursmünzen, somit also auch auf
den in der ganzen Währungsunion als Zahlungsmittel gültigen
2-Euro-Gedenkmünzen, die Europasterne der nationalen
Bildseiten gleichmäßig und ausgerichtet angeordnet
sein.
Deshalb bleibt nur noch Platz für das dazwischen gesetzte
Länderkürzel anstelle des kompletten Landesnamens,
was auf deutschen Münzen leicht irritieren kann. Schließlich
tragen diese stets außerdem den jeweiligen Prägebuchstaben
der Münzstätte, was bei München dann zu einer
zwangsläufigen Doppelung des D führt.
Nicht jedermanns Sache ist auch die derzeit geplante, neue
Anordnung des Prägejahres am unteren Münzrand der
neuen 2-Euro-Designs, das durch einen Stern getrennt ist und
dadurch nicht mehr auf Anhieb eindeutig als zusammenhängende
Jahreszahl erkennbar ist.
Bremen 2010: Rathaus mit Roland
Nichtsdestotrotz können sich die Sammler aber wieder
auf schöne und gelungene Bundesländer-Motive freuen.
Angefangen bei der für nächstes Jahr vorgesehenen
2-Euro-Ausgabe zu Ehren des Stadtstaates Bremen, die nach
einem Modell von Bodo Broschat geprägt wird. Die in den
Wettbewerbsunterlagen gestellte Aufgabe, Rathaus und Roland
beide seit 2004 auf der Welterbeliste der UNESCO
zugleich darzustellen, löst der Entwurf nach Ansicht
des Preisgerichts in idealer Weise.
Insbesondere weil der Künstler zu Recht von seiner Freiheit
Gebrauch mache, die Rolandstatue in der Zuordnung zum alten
Rathaus nicht einfach real abzubilden. Stattdessen vergrößert
er das Standbild im Verhältnis zum Rathaus und dreht
es um 90 Grad auf den Betrachter zu, sodass es ihn auf der
Münze mit dem Rathaus im Hintergrund anblickt. Dessen
realitätsnah dargestellte Weserrenaissance-Fassade fand
bei der Fachjury ebenfalls Gefallen, sodass auch in der Verkleinerung
die Wiedererkennbarkeit Bremens gewahrt bleibe.
Nordrhein-Westfalen 2011: Kölner Dom
Als Wahrzeichen von Nordrhein-Westfalen war für die am
Münzwettbewerb beteiligten Künstler der Kölner
Dom vorgegeben, der auf das 12. Jahrhundert zurückgeht
und seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Dieser wird nach
Ansicht des Preisgerichts auf Heinz Hoyers siegreichem Entwurf
als Meisterwerk der gotischen Baukunst charakterisiert.
Prägende architektonische Elemente wie Strebepfeiler
und spitzbogige Fenster seien ebenso erfassbar wie die detailreiche
Bauzier. Trotz dieser Detailtreue aber habe der Künstler
den zur Verfügung stehenden Raum genutzt und zeige die
Kathedrale in ihrer Gesamtheit, was die Schönheit des
Südportals unterstreiche.
Bayern 2012: Schloss Neuschwanstein
Die Wahl der Perspektive fand auch bei Erich Otts erstplatzierten
Entwurf für Schloss Neuschwanstein, dem Bundesländer-Motiv
von Bayern, den Beifall des Preisgerichts. Der Künstler
habe die wohl weltweit bekannteste Ansicht zugrunde gelegt,
die sich dem Besucher bei seinem Aufstieg von Osten präsentiert.
Dabei ist vorne der Torbau zu sehen mit den mittelalterlichen
Türmen darüber. Das Bergpanorama im Hintergrund
hat ebenso Berücksichtigung gefunden, wie die Platzierung
des Schlosses auf dem Felsen über der Pöllatschlucht.
Außerdem sei es dem Künstler in herausragender
Weise geglückt, die Ideenwelt des Märchenkönigs
Ludwigs II., der seine Traumschlösser in die jeweilige
Landschaft bestmöglich einbetten ließ, zu erfassen
und in seinem Münzentwurf gelungen umzusetzen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe März / April 2009.
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