Aktuell Januar / Februar 2009 Aktuelles Heft
 
Gold-Euro 2009: UNESCO Welterbe Trier



Der Gold-Euro 2009 zeigt eine Collage historischer Bauwerke in Trier, die auf der UNESCO-
Weltkulturerbeliste
stehen. Die Münze erscheint im Oktober.





Michael Otto aus Rodenbach holte sich den Sieg im Münzwettbewerb.

 

Mit einem gelungenen Ensemble berühmter Trierer Baudenkmäler der UNESCO-Welterbeliste wird auf dem Gold-Euro 2009 Deutschlands älteste Stadt gewürdigt. Der Entwurf stammt von Michael Otto aus Rodenbach.

Mitte November 2008 entschied das Bundeskabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel über den Entwurf der diesjährigen deutschen 100-Euro-Goldmünze. Die Bundesregierung folgte dabei der Empfehlung des Preisgerichts, das einem Entwurf des 42-jährigen Grafikers und Medailleurs Michael Otto aus Rodenbach den 1. Preis im Künstlerwettbewerb zuerkannt hatte.

„Dem Künstler“, heißt es in der Beurteilung wörtlich, „ist es auf der Bildseite sehr gut gelungen, das Thema ‚UNESCO Welterbe Römische Baudenkmäler Dom und Liebfrauenkirche in Tier’ in Komplexität und harmonischem Zusammenspiel darzustellen.“ Michael Otto griff dabei zu einem Stilmittel, das schon große Medailleure der Renaissance wählten, wenn sie ganze Stadtansichten plakativ auf dem kleinen Rund eines einen Talers unterbringen mussten: Er schuf eine Collage mit den wichtigsten Baudenkmälern Triers, die, so die Wettbewerbsjury, durch ihre „filigrane und realistische künstlerische Gestaltung“ besticht. Im Klartext: Großes Lob dafür, dass hier nicht versucht wird, durch Abstraktion zu verfremden, sondern die einzelnen Bauwerke detailgetreu gezeigt werden. Das ist es, was die Sammler lieben.

Gelungene Collage

Das Gebäudeensemble ruht auf den massiven Pfeilern der Römerbrücke über der Mosel, dem ältesten noch erhalten römischen Brückenbau nördlich der Alpen. Dominierend in der oberen Münzhälfte erheben sich der Trierer Dom und die mittelalterliche Liebfrauenkirche, die auch in der Umschrift namentlich erwähnt sind. Zwischen Brücke und Dom ist links das Wahrzeichen der Stadt angeordnet, die Porta Nigra. Dahinter ist die Igeler Säule zu erkennen, das Totenmal einer reichen Tuchhändlerfamilie aus der Römerzeit.

Neben dem antiken Stadttor schließt sich die Ruine der Kaiserthermen, eine der drei römischen Badeanlagen Triers, an. Das Bauwerk ganz rechts auf der Brücke ist unschwer als Konstantin-Basilika zu erkennen, deren Grundmauern ebenfalls aus der Antike stammen.

Damit sind in dem Relief sieben der insgesamt neun Kulturdenkmäler Triers dargestellt, die 1986 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden. Auf die Abbildung des Amphitheaters und der Barbarathermen hat der Münzdesigner bewusst verzichtet, damit das ganze Ensemble nicht zu kleingliedrig wird und auf der im Original 28 Millimeter messenden Goldmünze auch ohne Lupe gut zu erkennen ist.

Überzeugt hat das Preisgericht schließlich auch die Darstellung des Bundesadlers auf der Wertseite, die, so das Jury-Urteil, „einem Hoheitssymbol angemessen“ ist.

Top-Sammelgebiet: Deutsche Goldmünzen

Die Gold-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland haben sich in den letzten Jahren zu einem absoluten Top-Sammelgebiet entwickelt. Der anhaltende weltweite Gold-Boom und die hohe Nachfrage bei vergleichweise geringen Auflagen sorgten dafür, dass sämtliche deutschen Goldmünzen im Wert gestiegen sind. Die schwere Krise der internationalen Finanzmärkte verstärkt diesen Trend weiter, denn immer mehr Menschen investieren jetzt in Sachwerte. Und Gold steht hier auf der Beliebtheitsskala ganz oben!

Die erfolgreiche UNSECO-Reihe mit 100-Euro-Goldmünzen wird (natürlich) fortgesetzt: 2010 ist die Würzburger Residenz und der Hofgarten an der Reihe, 2011 die berühmte Wartburg bei Eisenach, 2012 der Aachener Dom und im Jahr 2013 die auf der Welterbeliste stehende Parkanlage „Gartenreich Dessau-Wörlitz“. Die Sammler dürfen sich schon heute auf weitere schöne Motive freuen, die diese wertvolle Kollektion ergänzen.

Spezifikationen:

„UNESCO Welterbe, Römische Baudenkmäler – Dom und Liebfrauenkirche in Tier“, 2009, 100 Euro, Gold 999/1000, 28 mm, 15,5 g, Stempelglanz, Auflage wird noch festgelegt. Prägestätten: A,D,F,G,J. Ausgabetag: 1. Oktober 2009.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2009.


 


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