Titel: November / Dezember 2008 Aktuelles Heft
 
Goldmünzen als Zeitzeugen vergangener Epochen
 



Mit der offiziellen Abdankung des letzten deutschen Kaisers vor genau 90 Jahren endete zugleich die Wilhelminische Ära. Auf den von 1890 bis 1913 mit neuer Adlerseite geprägten 20-Mark-Goldmünzen Wilhelms II. werden die Ereignisse jener Jahre lebendig. Sie gehören zu jenen in Edelmetall geprägten Zeitzeugen, denen die Titelgeschichte unserer Ausgabe 6/2008 gewidmet ist.

Gegen Ende des Kriegsjahres 1918 rückt auch der Niedergang des Deutschen Kaiserreichs unaufhaltsam näher. Zunächst schlägt General Ludendorffs letzte Offensive im Westen fehl, was einen erfolgreichen Gegenangriff der Alliierten ermöglicht und das deutsche Heer bereits im September hinter die Grenzen des Reiches zurückdrängt. Die katastrophale militärische Lage führt gegen Monatsende zur Bildung einer parlamentarischen Regierung unter Prinz Maximilian von Baden, deren Aufgabe es ist, einen Waffenstillstand mit den Alliierten herbeizuführen. Angesichts der Kriegsniederlage, den verbreiteten Massendemonstrationen und der Novemberrevolution im Inneren bricht das monarchische System im Deutschen Reich zusammen. Um den drohenden Bürgerkrieg zu vermeiden, verkündet Max von Baden am 9. November eigenmächtig die Abdankung Wilhelms II., der daraufhin nach Holland ins Exil geht. Hier erklärt der letzte deutsche Kaiser enttäuscht am 28. November offiziell seinen Thronverzicht und lebt danach bis zu seinem Tod am 4. Juni 1941 zurückgezogen auf Haus Doorn in den Niederlanden.


Die meisten Prägejahre: 20 Mark Gold von Wilhelm II.

Aus numismatischer Sicht sind es vor allem die zeitgenössischen Münzen, die als historische Dokumente der deutschen Kaiserzeit Anreiz zum Sammeln geben. Zu den bekanntesten Goldausgaben darunter gehört zweifellos das 20-Mark-Stück mit dem Porträt von Wilhelm II., das von 1890 bis 1913 mit der von ihm neu eingeführten Wappenseite geprägt wurde. Bekanntlich wollte der im Dreikaiserjahr 1888 frisch ins Amt erhobene Willhelm II. durch eine Vergrößerung des Reichsadlers auf Kosten eines verkleinerten Hohenzollernschilds die Vorherrschaft Preußens in den Hintergrund rücken und damit die deutsche Einheit betonen.

Von dem 20-Mark-Stück mit neu gestalteter Wappenseite wurden stolze 24 Jahrgänge geprägt, mehr als es von irgendeiner anderen Goldmünze des Deutschen Kaiserreiches gibt, was so manches Sammlerherz höher schlagen lässt. Jedoch ist es äußerst schwierig von diesem einen Münztyp alle Jahrgänge zusammen zu bekommen, denn von vielen der damals geprägten Ausgaben sind bis heute nur noch wenige Stücke erhalten geblieben. Dafür ist es eine höchst interessante Herausforderung, weil auch bei gleich bleibendem Motiv jedes Prägejahr den Lauf der Geschichte dokumentiert.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe November / Dezember 2008 mit weiteren historischen Goldmünzen:

- Die Sovereigns von Königin Victoria
- Die Napoleonische Dynastie
- Niederlande: Goldene Ritter und Reiter


 


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Gemeinsame Bildseite der
20-Mark-Goldmünze von
Kaiser Wilhelm II.

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