Titel: September / Oktober 2008 Aktuelles Heft
 
Gold-Euro 2008: UNESCO-Welterbe Goslar



Schön wie ein
historischer
Städtetaler zeigt der
Gold-Euro 2008 eine
Collage markanter Ge-
bäude der Altstadt
Goslars und der Berg-
werksanlagen am
Rammelsberg, die auf
der UNESCO-
Weltkulturerbeliste
stehen.



In Originalverpackung:
Der deutsche Gold-Euro
2008 mit Echtheits-
zertifikat und
Münzkapsel in seinem
repräsentativen
Einzeletui.

 

Am 1. Oktober ist es soweit: Mit dem offiziellen Ersttag des Gold-Euros „UNESCO Welterbe Goslar“ erlebt das deutsche Münzausgabe-Programm 2008 seinen Höhepunkt. Keine andere deutsche Gedenkmünze wird von den Sammlern regelmäßig mit so großer Spannung erwartet wie das jährliche Goldstück der 100-Euro-Serie. Er hat die niedrigste Auflage aller deutschen 100-Euro-Münzen: nur 64.000 Stück pro Prägezeichen.

Die Spannung ist besonders hoch in Zeiten des anhaltenden Gold-Booms. Wo steht der Kurs des Edelmetalls am 30. September? Danach bemisst sich nämlich der Ausgabepreis der aus reinstem 999,9/ 1000er Gold geprägten Münze. Außerdem ist der deutsche Gold-Euro in seiner Auflage limitiert und stets bereits vor seinem Erstausgabetag durch Reservierungen restlos ausverkauft. In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen vom 24. Juni 2008 werden zwar keine konkreten Zahlen genannt, es wird jedoch darauf hingewiesen, dass „die Anzahl der Bestellungen die Auflagenhöhe auch in diesem Jahr übersteigt.“

Wer also mehrere Stücke vorbestellt hat, etwa für seine Kinder oder Enkel, dem werden die Münzen per Losverfahren zugeteilt. Und wer die Münze in allen unterschiedlichen Prägezeichen-Varianten besitzen will, der muss zumeist tiefer in die Tasche greifen. Dennoch wurde die Auflage 2008 abermals leicht gesenkt auf jetzt nur noch 320.000 Exemplare, das sind je 64.000 pro Prägestätte. Das ist die bislang niedrigste Auflage aller 100-Euro-Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland. Der Grund: Das Bundesfinanzministerium will nicht von seiner strengen Ausgabepolitik abweichen und, wie in den Vorjahren, eher zu wenige als zu viele Goldmünzen prägen lassen. Die Erfolgsstory des deutschen Gold-Euros soll auf jeden Fall weitergehen! Und in der Vergangenheit sind die Deutschen mit ihrer Politik der strengen Limitierung ja bestens gefahren. Auch und gerade zum Wohl der Sammler. Ein Blick auf die Preisentwicklung der bislang erschienenen 100-Euro-Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland macht das deutlich. Der historisch hohe Goldpreis ist dabei zweifellos eine wichtige Triebfeder. Zur Erinnerung: Als der erste Gold-Euro im Jahr 2002 erschien, lag der Goldkurs bei etwas mehr als 300 Dollar. 2008 überstieg er erstmals die Marke von 1.000 Dollar pro Feinunze.

Im Gegensatz zu reinen Anlagemünzen profitiert der deutsche Gold-Euro allerdings zusätzlich zum steigenden Goldpreis auch vom Seltenheitswert. Bei den niedrig limitierten Auflagen und anhaltend hoher Nachfrage übersteigt der Sammlerwert den „inneren“ Wert des Edelmetalls deshalb deutlich.

Schön wie ein historischer Städtetaler

Das besonders gelungene Motiv wird die Nachfrage 2008 zusätzlich steigern. Dem Stuttgarter Graveurmeister Wolfgang Th. Doehm ist es in seinem Entwurf gelungen, markante Bauwerke der Altstadt Goslars und die denkmalgeschützten Bergwerksanlagen zu einem Relief zu vereinen, das wahrlich an historische Städtetaler erinnert.
Im Rahmen der goldenen „UNESCO Welterbe“-Serie auf 100-Euro-Gedenkmün­zen der Bundesrepublik Deutschland wird 2008 die ehemalige Kaiserpfalz, Reichs- und Hansestadt Goslar geehrt. Ihre weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt wurde zusammen mit den Bergwerksanlagen Rammelsberg 1992 in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen. 

Auf dem Münzrund wurden markante Gebäude der Altstadt Goslars und des Bergwergs Rammelsberg arrangiert. So sind zum Beispiel das Breite Tor, das Rathaus und die Marktkirche zu erkennen, die symbolisch für das Welterbe der Goslarer Altstadt stehen. Auf der rechten Hälfte werden dominierend die Übertageanlagen am Rammelsberg dargestellt, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und gleichzeitig die wirtschaftliche Bedeutung des Erzbergwerks für die Stadt thematisieren. Durch die Einbettung der Gebäudeensembles in die sanfte Mittelgebirgslandschaft des Harzes entstand eine perfekte Komposition, welche die Fachjury insgesamt als „sehr gelungen“ lobte und mit dem 1. Preis auszeichnete.

Goslars goldener Adler als Vorbild für die Wertseite

Passend präsentiert sich auf der Wertseite ein klassischer Bundesadler, der tatsächlich die (oft vermisste) Würde eines Staatssymbols ausstrahlt. Inspiriert wurde der Künstler bei dieser Darstellung von dem Wahrzeichen Goslars, dem vergoldeten Bronzeadler auf dem Marktbrunnen. Die angedeuteten Nieten auf den Schwingen verdeutlichen dabei den metallischen Charakter des mittelalterlichen Vorbilds.

Weitere Themen bis 2013 festgelegt

Die erfolgreiche UNSECO-Reihe mit 100-Euro-Goldmünzen wird (natürlich) fortgesetzt. Erst im März gab Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Themen für die nächsten fünf Jahre bekannt. So wird 2009 der deutsche Gold-Euro die Römischen Baudenkmäler, den Dom und die Liebfrauenkirche in Trier ehren. 2010 ist die Würzburger Residenz und der Hofgarten an der Reihe, 2011 die berühmte Wartburg bei Eisenach, 2012 der Aachener Dom und im Jahr 2013 die auf der Welterbeliste stehende Parkanlage „Gartenreich Dessau-Wörlitz“. Die Sammler dürfen sich schon heute auf weitere schöne Motive freuen, die diese wertvolle Kollektion ergänzen.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2008.


 


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