Aktuell: Mai / Juni 2008 Aktuelles Heft
 
2009: 2-Euro-Gedenkmünzenserie "10 Jahre Euro"



Nach dem Vorbild der Serie „50 Jahre Römische Verträge“ wird 2009 das Jubiläum „10 Jahre Euro“ mit motivgleichen 2-Euro-Gedenkmünzen gewürdigt, die sich durch die Aufschriften in Landessprache unterscheiden (Retuschen: Friziodesign).



Euro-Präsentation 1999 in Brüssel.

10 Jahre Euro

Zehn Jahre Euro? Manch einen mag dieses Jubiläum im Jahr 2009 zunächst verwirren. Der Euro wurde doch 2002 eingeführt...

Richtig ist: Die neue Währung wurde bereits 1999 als sogenanntes „Buchgeld“ eingeführt, das heißt, alle bargeldlosen Finanztransaktionen (zum Beispiel zwischen den Banken) wurden seit dieser Zeit offiziell in Euro abgerechnet. Lediglich die Einführung von Banknoten und Münzen fand erst drei Jahre später statt.
Voraussetzung für die Einführung des Euro war die Gründung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Die damaligen Mitglieder der Europäischen Wirtschafts-gemeinschaft verpflichteten sich 1990 zu einer vollständigen
Liberalisierung des Kapitalverkehrs und einer engen Kooperation in der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik. Nachdem 1994 mit dem EWI der Vorläufer der Europäischen Zentralbank installiert war, trat am 1. Januar 1999 die dritte Stufe der Währungsunion in Kraft. Die Wechselkurse der damals elf Mitglieder der Währungsunion untereinander wurden unwiderruflich festgelegt und der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt.
Diesen Jahrestag würdigt die neue 2-Euro-Gedenkmünzenserie, die im Januar 2009 in allen 15 Ländern, die 2008 zur Eurozone zählten, motivgleich erscheinen wird.

 

 

Nach „50 Jahre Römische Verträge“ im letzten Jahr wird es im Januar 2009 eine weitere 2-Euro-
Gedenkmünzenserie geben: „10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion“. Alle Münzen haben wieder ein gemeinsames Bildmotiv und unterscheiden sich durch die landesspezifischen Aufschriften.


Spektakuläre Gemeinschaftsserie zum Auftakt des Sammlerjahrs 2009: Zur Feier des 10. Jahrestags der Gründung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) werden alle 15 – vielleicht mit der Slowakei sogar 16 – Vollmitglieder des Euro-Raums im Januar motivgleiche 2-Euro-Gedenkmünzen herausgeben, die an dieses historische Datum erinnern. Es ist ein politisch wie numismatisch denkwürdiges Ereignis, denn zu diesem Zeitpunkt wurde offiziell auch der Euro eingeführt – wenngleich er als Bargeld dann erst drei Jahre später in Umlauf kam.

Vorbild „Römische Verträge“

Vorbild für die neue Gemeinschaftsserie ist das 2-Euro-Gedenkmünzenpro­gramm von 2007 zum Thema „50 Jahre Römische Verträge“, das allen Sammlern noch in lebhafter Erinnerung ist. Wie damals werden die Münzen wieder ein einheitliches Bildmotiv haben und sich lediglich durch Aufschriften in den unterschiedlichen Nationalsprachen unterscheiden. Dass diese „Einheit in Vielfalt“ (Europa-Motto) keineswegs langweilig sein muss, hat die Vorgänger-Serie bewiesen.

Denn nicht nur die Inschriften machten den Unterschied, sondern auch die Auflagen: So wurde die Slowenien-Münze mit ihrer Kleinauflage von nur 400.000 Exemplaren zu einem gesuchten Sammlerstück. Eine Besonderheit war zweifellos auch die Gedenkmünze aus Luxemburg, die durch ein Hologramm auffällt, das je nach Lichteinfall den linken Teil des Gemeinschaftsmotivs oder das Porträt von Großherzog Henri zeigt. Mit diesem Trick entgingen die Luxemburger einer Änderung ihres Münzgesetzes, das vorschreibt, dass auf jeder Münze des Landes das Staatsoberhaupt gezeigt werden muss.

Man darf also auf die neue Gemeinschaftsserie gespannt sein. Wird es wieder so große Auflagen-Unterschiede geben? Davon ist auszugehen. Luxemburg etwa hat schon angekündigt, nur 500.000 Exemplare prägen zu lassen. Macht Luxemburg wieder ein Hologramm oder wird doch noch – wie in den Niederlanden – für dieses Gemeinschaftsprojekt das Gesetz geändert? Außerdem: Was erwartet uns von den Euro-Neulingen Malta und Zypern? Und wird vielleicht sogar die Slowakei schon dabei sein, die voraussichtlich 2009 als 16. Land den Euro einführen wird?

Internet-Abstimmung


Eine echte Premiere feierte die „10 Jahre Euro“-Serie schon im Vorfeld: Erstmals wurde das Motiv einer 2-Euro-Gedenk­mün­ze von den Bürgern bestimmt. Aus einer Vorauswahl von fünf Entwürfen durften alle EU-Bürger vom 31. Januar bis 22. Februar 2008 im Internet ihr Lieblingsmotiv wählen. Trotz der kurzen Vorlaufzeit für den Wettbewerb, seine ausschließliche Beschränkung auf das Internet und der schlechten Öffentlichkeitsarbeit (nur wenige Sammler wussten überhaupt davon) wurden schließlich nach offiziellen Angaben 141.675 Stimmen gezählt, von denen sich eine Mehrheit von 41,48 Prozent für den Entwurf des griechischen Künstlers Georgios Stamatopoulos entschied. Der für die griechische Zentralbank tätige Bildhauer ist den Sammlern kein Unbekannter: Er schuf auch die acht Euro- und Cent-Umlaufmünzen seines Heimatlandes.



Das „Strichmännchen“ machte das Rennen

Das Design der Jubiläumsmünze versinnbildlicht den Euro als geschichtsträchtiges Symbol: Die Handelsbeziehungen zwischen den Menschen haben sich vom prähistorischen Tauschhandel, angedeutet durch die „primitive“ Gestaltung des Motivs, bis hin zur Wirtschafts- und Währungsunion entwickelt. Am unteren Bildrand über dem silberfarbenen Sternenkreis steht die landessprachliche Abkürzung für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, die auf deutsch W.W.U. lauten wird, und die Jahreszahlen 1999-2009. Über dem Strichmännchen-Motiv hat im Halbrund der jeweilige Landesname Platz.

Mit 32,67 Prozent der abgegebenen Stimmen landete ein Entwurf aus Österreich im Wettbewerb auf dem zweiten Platz. Das Motiv zeigt eine Spirale mit zehn Sternen, die sich, größer werdend, um das Euro-Zeichen windet und eine abstrahierte Menschenkette darstellt. Lange Zeit lag dieser Entwurf auf Platz 1. Erst in den letzten Tagen der Abstimmung wendete sich – für viele Beobachter auf wundersame Weise – das Blatt und das griechische Design machte schließlich das Rennen.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2008.


 


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