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Jetzt ist also eingetreten, was vor noch nicht allzu
langer Zeit nur die größten
Optimisten voraussagten: Der Goldpreis hat den bisherigen
historischen Höchsttand vom Januar 1980 übertroffen
und notierte zum Jahresbeginn erstmals über der Marke
von 850 Dollar pro Feinunze. Die 1000-Dollar-Grenze scheint
in greifbarer Nähe.

Goldmünzen: Wer rechtzeitig gekauft hat, kann sich heute
über
stattliche Wertsteigerungen freuen. Und der Trend zeigt weiter
nach oben.
Am 2. Januar 2008 um 16.59 Uhr mitteleuropäischer Zeit
war es soweit: Der Goldpreis übertraf mit 852,80 Dollar
in New York erstmals das bisherige Allzeithoch vom Januar
1980. Gold ist so kostbar wie nie zuvor. Und der Aufwärtstrend
setzte sich in den folgenden Tagen stürmisch fort: Am
11. Januar knackte der Goldpreis dann bereits die Marke von
900 Dollar. Das Medienecho war gewaltig. Von der kleinsten
Heimatzeitung in Bayern bis zum Spiegel, von der
Tagesschau bis zum letzten privaten Radiosender
wurde das gelbe Edelmetall in den höchsten Tönen
gepriesen. Gold als Hort der Sicherheit (Kölnische
Rundschau), Goldrausch erreicht neuen Höhepunkt
(Wiener Zeitung), Experten sagen Goldpreis von 1000
Dollar voraus (Spiegel online), Goldpreis erklimmt
neuen Höchststand (Die Zeit), Der Goldpreis
bricht alle Rekorde (Handelsblatt) lauteten beispielhaft
die Überschriften.
Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2001, als Gold noch für gut
250 Dollar zu haben war, hat sich der Preis für den begehrten
Rohstoff damit beinahe vervierfacht. Inflationsbereinigt,
wenn man also die Kaufkraft des Dollars vor 28 Jahren und
heute vergleicht, entspricht der alte Rekord allerdings einem
Wert von über 2.300 Dollar. Viele Experten trauen der
Weltwährung Gold daher ein beträchtliches
weiteres Potenzial zu.
Sicherheit und Prestige: Wer Geld hat, kauft Gold
Um ihre Risiken zu streuen, sollten auch Privatanleger
das Edelmetall in ihrer Anlagestrategie berücksichtigen,
zitiert die Tageszeitung Die Welt den Ratschlag
von Fachleuten. Aber selbst in den Depots der professionellen
Vermögensverwalter und Investoren ist Gold deutlich unterrepräsentiert.
In den meisten Portfolios liegt der Anteil unter einem Prozent,
Experten empfehlen dagegen einen Goldanteil von bis zu zehn
Prozent. Wenn die Anleger diesen Ratschlägen folgen,
verstärkt sich die Goldhausse abermals. Eine weitere
Wertsteigerung des Edelmetalls scheint nur eine Frage der
Zeit. Der Sprung über die 1000-Dollar-Marke ist in greifbare
Nähe gerückt.
Auch die fundamentalen Daten sprechen für Gold. So nimmt
mit wachsendem Wohlstand in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen
Asiens die Nachfrage weiter zu. Hier wird das gelbe Edelmetall
nicht nur als finanzielle Absicherung geschätzt, sondern
gilt auch als Statussymbol. Wer Geld hat, kauft Gold. Mehr
als 1000 Tonnen Gold verarbeitet inzwischen allein die indische
Schmuckindustrie. Eine wichtige Rolle auf der Nachfrageseite
spielen auch börsengehandelte Investmentfonds, die als
Sicherheit auf physisches Gold setzen. Nach einer Erhebung
der Citigroup horten diese Rohstofffonds heute schon über
800 Tonnen Gold in ihren Tresoren mehr als die Europäische
Zentralbank.
Viele Goldminen sind weitgehend ausgebeutet
Dagegen sieht es auf der Angebotsseite eher düster aus:
Viele Goldminen sind weitgehend ausgebeutet. Für die
Goldförderung werden immer höhere Investitionen
notwendig, was neues Gold zunehmend verteuert. Bis zu fünf
Kilometer unter Tage sind manche Goldschürfer heute bereits
auf der Suche nach dem kostbaren Edelmetall. Das wichtigste
Gold-Förderland Südafrika produzierte noch 1970
rund 1.000 Tonnen Gold, 2006 waren es nur noch 275 Tonnen
der niedrigste Stand seit 1922.
Auch die Nationalbanken haben sich darauf verständigt,
keine größeren Mengen zu veräußern.
Und wenn einmal ein paar Tonnen Gold aus staatlichen Beständen
auf den Markt kommen, so wirkt das in den heutigen Boom-Zeiten
wie ein Tropfen auf den heißen Stein und löst keinen
Kurssturz mehr aus. Der größte Goldschatz der Welt
ist übrigens 8.134 Tonnen schwer und gehört den
USA. Er ist eingelagert in Fort Knox und unter den Straßen
New Yorks. Die USA jedoch lehnen Goldverkäufe strikt
ab.
Was die Münzensammler schon längst erkannt haben,
wird langsam Allgemeingut: Gold in Form von Münzen zu
besitzen ist nicht nur eine der schönsten, sondern auch
eine der sichersten Formen des Gold-Investments. Denn es ist
echtes Gold, das man anfassen und persönlich besitzen
kann. Auch angesehene Wirtschaftspublikationen warnen mittlerweile
vor dem sogenannten Papier-Gold in Form von Zertifikaten.
So schrieb die Financial Times Deutschland im
November: Einen Haken haben alle Zertifikate: Die Rückzahlung
der Papiere hängt zwar vom Goldpreis ab, allerdings handelt
es sich bei diesen Papieren um Inhaberschuldverschreibungen...
Für Investoren, die Gold als Absicherung für extreme
Krisenfälle sehen, eignen sich daher Zertifikate generell
nicht. Sie sollten Gold in physischer Form kaufen, beispielsweise
als Barren oder Münzen.
Der Markt für Goldmünzen ist praktisch
leergekauft
Die Prägestätten sind offenbar von der boomenden
Nachfrage nach Goldmünzen 2007 schlicht überrollt
worden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitierte
den Edelmetallhändler Martin Siegel mit den Worten: Der
Markt für Goldmünzen ist praktisch leergekauft.
Die Umsätze seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um das Fünffache gestiegen. Ein ähnliches Bild beobachtete
die FAZ bei einem Goldhändler in München:
Interessenten mussten feststellen, dass viele der sonst
stets im Laden vorhandenen Münzen und Barren Mangelware
oder gänzlich ausverkauft waren. Einen deutlichen
Anstieg beim Verkauf bestätigt auch Dietmar Spranz,
Generaldirekter der Münze Österreich AG, die mit
dem Philharmoniker eine der erfolgreichsten Anlagemünzen
der Welt herausgibt. Ohne Dezember habe es 2007 einen Anstieg
in Feinunzen um 35 Prozent gegeben, schreibt die Wiener Tageszeitung
Der Standard.
Begehrte Gold-Euros
Neben den Anlagemünzen, deren älteste, der südafrikanische
Krügerrand, letztes Jahr seinen 40. Geburtstag feierte,
setzen Goldanleger hierzulande vor allem auf die jährlich
geprägte 100-Euro-Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland.
Aus Sicht der reinen Investoren hat der deutsche Gold-Euro
zwar den Nachteil, dass er nicht beliebig verfügbar ist,
denn er wird in einer begrenzen limitierten Auflage
geprägt, den Sammler freut das allerdings umso mehr.
Der Marktpreis dieser Gedenkmünzen wird also nicht in
erster Linie vom gestiegenen Goldkurs bestimmt (unter den
sie natürlich nie sinken können), sondern vielmehr
von ihrem Seltenheitswert. Und der liegt zumeist weit über
dem reinen Edelmetallpreis.
Begonnen hat die Prägung von Goldmünzen der Bundesrepublik
Deutschland im Jahr 2001, als zum Andenken an die gute alte
D-Mark die legendäre Gold-Mark der Deutschen
Bundesbank in der gewaltigen Auflage von einer Million Exemplare
erschien. Es war die erste deutsche Goldmünze seit dem
Kaiserreich, die bereits kurz nach ihrem Erstausgabetag bei
den Landeszentralbanken vollständig vergriffen war und
in der Folge im Wert stark zulegte. Wer dieses Stück
damals zum Ausgabepreis von umgerechnet rund 125 Euro ergattern
konnte, kann sich allein schon durch den gestiegenen Edelmetallkurs
über eine Verdoppelung seines Einsatzes freuen. Der Sammlerwert
freilich liegt auch hier weitaus höher.
Siehe auch "Editorial".
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe März/April 2008.
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