Editorial: März/April 2008 Aktuelles Heft
 
Goldpreis auf historischem Höchststand

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Es ist doch schön, nicht mehr belächelt zu werden. Wie hackten die selbsternannten Börsengurus auf den Gold-Anlegern herum! Gold, das bringe keine Zinsen und sei nur etwas für Sicherheitsfanatiker. Noch vor ein, zwei Jahren galten Goldpreis-Prognosen von 800 oder gar 1.000 Dollar pro Feinunze als utopisch. Wer so etwas auch nur laut dachte, wurde bestenfalls als Träumer bemitleidet.

Ganz anders heute: Wer sich noch zu niedrigen Preisen mit Gold eindeckte, dem ist heute die Bewunderung über seinen Weitblick sicher. Gold kletterte im Januar 2008 erstmals über das „850-Dollar-Allzeithoch“ von 1980 auf immer neue Höchststände. Heute, da ich diese Zeilen schreibe, liegt der Kurs bei 920 Dollar!

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zweifellos tragen der schwache Dollar dazu bei, die US-Immobilienkrise und allgemeine Inflationsängste. Aber auch fundamentale Daten sprechen für einen weiter steigenden Goldpreis. So ist eine anhaltend hohe Nachfrage aus den aufstrebenden Wirtschaftsnationen Indien und China zu beobachten. Dort gilt Gold noch als Zeichen wahren Reichtums. Wer es sich leisten kann, investiert in das gelbe Edelmetall nach dem Motto: „Wer Geld hat, kauft Gold“.

Auf der Angebotsseite sieht es dagegen düster aus: Die Goldförderung wird immer teurer, weil die größten Vorkommen bereits ausgebeutet sind. Und die Staatsbanken, die nach wie vor große Vorräte horten, denken nicht daran, größere Mengen zu verkaufen.

Wer also heute den Goldpreis über 1.000 Dollar sieht, gilt durchaus als Realist. Inflationsbereinigt haben wir sogar noch reichlich Luft nach oben, bis wir die Kaufkraft der berühmten 850 Dollar von 1980 erreichen: Sie entsprechen heute rund 2.300 Dollar.

Und noch eines ist bemerkenswert: Selbst angesehene Wirtschaftszeitungen warnen heute vor „Papier-Gold“. Denn diese Gold-Zertifikate, die an der Börse gehandelt werden, sind eben letztlich nur Schuldverschreibungen. Geht der Emittent pleite, nützt auch ein steigender Goldpreis nichts mehr. Ein „sicherer Hafen“ ist das nicht.

Deshalb raten immer mehr ernstzunehmende Geldanlagespezialisten zum Kauf von physischem Gold, also Barren oder Münzen. Die Sammler hatten also doch Recht mit ihrem „Bauchgefühl“.

Ihr


 


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