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Die neuen
nationalen Seiten Maltas auf Euro- und Centstücken: Das
achtstrahlige Malteserkreuz auf den Höchstwerten erinnert
an die Herrschaft des Ritterordens über die Inselgruppe.
Die zweistelligen Centmünzen aus Nordischem Gold zeigen
das Wappen
Maltas und die kupferplattierten Kleinmünzen würdigen
mit dem Altar
des Mnajdra-Tempels die Jahrtausende alte Kultur und Geschichte
des Landes.



Die Zweisprachigkeit der Volksgruppen spiegelt sich
auch auf den neuen Umlaufmünzen Zyperns
wider: Der Landesname ist in griechischer und
türkischer Schrift aufgeprägt. Das Idol von
Pomos auf den Höchstwerten steht symbolisch für
die Geschichte des Landes. Das Schiff von Kyrenia
erinnert an die langen Seefahrertraditionen und das Wildschaf
an die Natur des Inselstaats.
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Pünktlich zum Jahreswechsel wird die Europäische
Währungsunion weiter wachsen zwar kaum an Größe
und Einwohnern, dafür aber um zwei weitere Mitgliedsländer,
die für Münzensammler besonders interessant sind:
Malta und Zypern.
15 Vollmitglieder zählt die Eurozone ab dem 1. Januar
2008. Zusammen mit den über Frankreich und Italien assoziierten
Kleinstaaten Monaco, San Marino und Vatikan sind es jetzt
18 Länder, in denen der Euro alleiniges gesetzliches
Zahlungsmittel ist und die eigene Münzen in Euro und
Cent besitzen.
Nach Slowenien, das als erstes der neuen EU-Länder 2007
in die Währungsunion aufgenommen wurde, gehören
jetzt also auch die Inselstaaten Malta und Zypern dazu. Die
Bevölkerung der Eurozone wächst damit leicht von
316,6 auf 317,8 Millionen Einwohner. Auch flächenmäßig
oder von der Höhe des Bruttosozialprodukts bringt der
Beitritt der beiden Länder keine allzu großen Veränderungen.
Dennoch ist die Erweiterung der Euro-Zone um Malta und Zypern
besonders für die Münzensammler von großer
Bedeutung. Denn oft sind es ja gerade die kleinen Länder
und die damit verbundenen geringeren Auflagen der Münzen,
die ein Gebiet numismatisch besonders interessant machen.

Europäische Finanzminister feierten im Juli 2007 in
Brüssel zusammen mit ihren Amtskollegen aus Malta und
Zypern die Aufnahme der beiden neuen Staaten in die Währungsunion.
Beginnen wir mit Malta. Mit rund 405.000 Einwohnern und einer
Fläche von 316 Quadratkilometern ist die Inselgruppe
der kleinste eigenständige Staat der Europäischen
Union und löst damit Luxemburg als bislang kleinstes
Vollmitglied der Euro-Zone ab. Der Name des 100 Kilometer
südlich von Sizilien gelegenen Inselstaats leitet sich
vom punischen Wort malet für Zufluchtsort
ab.
Auf den drei Hauptinseln der Republik Malta finden sich Spuren
einer Jahrtausende alten Geschichte. Sie reichen von den steinzeitlichen
Tempelanlagen über römische Gräber und Katakomben
bis zu den Wehranlagen des Malteserordens. Die wechselvolle
Geschichte Maltas spiegelt sich auch auf den nationalen Seiten
der neuen Euro- und Cent-Münzen wider. Insgesamt gibt
es, wie in Deutschland, drei verschiedene Motive, die allesamt
in der französischen Münzstätte Pessac bei
Bordeaux geprägt werden. Ein winziges F im
untersten Stern der Münzen weist darauf hin.
Die beiden Höchstwerte zu 1 und 2 Euro zeigen das achtstrahlige
Malteserkreuz, das an die Herrschaft des Ritterordens erinnert.
Die acht Spitzen des Kreuzes symbolisieren die acht Seligpreisungen
der Bergpredigt Jesu. Die vier innenliegenden Ecken wurden
den vier Kardinaltugenden zugeordnet: Klugheit, Gerechtigkeit,
Tapferkeit und Mäßigung.
Maltas Landeswappen
Auf den zweistelligen Cent-Münzen ist das Landeswappen
Maltas dargestellt. Es zeigt einen geteilten Schild mit einer
Mauerkrone als Zeichen der Souveränität. Oben links
befindet sich das Georgskreuz, eine militärische Auszeichnung,
die der gesamten Bevölkerung Maltas für ihren Mut
und ihre Tapferkeit während der italienischen und deutschen
Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg vom britischen König
Georg VI. verliehen wurde. Über einem Schriftband mit
dem Landesnamen Repubblika Ta Malta ranken
sich Oliven- und Palmzweige als Friedenssymbole um den Schild.
Die drei kupferplattierten Münzen zu 1 bis 5 Cent bilden
den berühmten Altar des Mnajdra-Tempels ab. Er ist einer
von mehreren prähistorischen Megalithanlagen Maltas,
die heute unter dem besonderen Welterbe-Schutz
der UNESCO stehen. Der Mnajdra-Tempel dürfte etwa um
3.500 v. Chr. entstanden sein, ist damit viel älter als
alle ägyptischen Pyramiden und gilt als Vorläufer
der englischen Kultstätte Stonehenge. Die Bauten sind
so ausgerichtet, dass bei Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr
und im Herbst der erste Strahl der aufgehenden Sonne auf eine
Steinplatte an der Rückseite des Kultraumes mit dem Altar
fällt.
Nachdem Malta im Jahr 2004 zusammen mit zehn weiteren Staaten
der Europäischen Union beigetreten war, erfüllte
es rasch die Aufnahmekriterien der Euro-Zone. Und im Juli
2007 war es dann soweit: EU-Finanzminister Joaquin
Almunia verkündete offiziell die Aufnahme des Inselstaats
in den Währungsverbund. Mit insgesamt 330.000 Starterkits
im Nennwert von 11,65 Euro und weiteren 33.000 Rollen-Kits
zu 131 Euro wurden die ersten Euro- und Cent-Münzen mit
nationaler maltesischer Rückseite Mitte Dezember in Verkehr
gebracht. Im Januar folgt für Sammler dann die Ausgabe
eines ersten Kursmünzensatzes in luxuriöser Holzkassette,
der neben den acht neuen Münzen in Stempelglanz eine
goldplattierte Medaille enthalten wird. Die Maximalauflage
soll 40.000 Exemplare betragen und ist damit knapp bemessen.
Über den ersten Euro-Jahrgang maltesischer Gedenkmünzen
hüllte sich die Zentralbank von Malta bei Redaktionsschluss
noch in Schweigen.
Zypern
Mit 9.300 Quadtartkilometern ist Zypern fast 30-mal so groß
wie Malta. Von der Einwohnerzahl her allerdings bringt es
Zypern nur knapp auf das Doppelte: 788.000 Menschen leben
auf der Insel, die seit dem 1. Mai 2004 zur Europäischen
Union gehört. Faktisch trat nach einem Volksentscheid
jedoch nur der griechischsprachige Südteil der Insel
bei. Der kleinere Norden bildet die Türkische Republik
Nordzypern, die als Staat nur von der Türkei anerkannt
ist und in der rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung
lebt. Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte
Insel im Mittelmeer. Sie liegt rund 70 Kilometer südlich
des Türkischen Festlandes.
Die höchst interessante Münzgeschichte Zyperns belegt
die wechselvolle Historie der Insel: Ägypter und Perser
herrschten hier ebenso wie Alexander der Große und später
die Römer, Kreuzritter und Venezianer. 1571 fiel die
Insel an das Osmanische Reich, das sie 1887 an Großbritannien
verpachtete. 1925 wurde Zypern britische Kronkolonie und erlangte
1960 schließlich die Unabhängigkeit.
Aufgrund von Unruhen und Spannungen zwischen den Volksgruppen
wurden 1964 UNO-Friedenstruppen im Land stationiert, die seit
dem Einmarsch der Türkei in Nordzypern 1974 die Einhaltung
des Waffenstillstands kontrollieren. Nach der erstmaligen
Öffnung der Grenzen 2003 scheiterte im Jahr darauf der
Friedensplan des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan,
der die Schaffung eines Staats mit dem Namen Vereinigte Republik
Zypern vorsah. So wurde Zypern im Mai 2004 als geteiltes Land
Mitglied der EU. Auch heute noch tritt der Prozess der Wiedervereinigung
auf der Stelle.
Die Zweisprachigkeit findet auch auf den Motiven der neuen
Euro- und Cent-Prägungen Zyperns ihren Niederschlag,
denn gemeinsam ist allen Münzen der Landesname in griechischer
und türkischer Schrift. Die Höchstwerte zeigen das
Idol von Pomos, eine prähistorische Figur
aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., die die lange Geschichte und
Kultur des Landes versinnbildlicht. Die Skulptur stellt eine
Frau mit geöffneten Armen dar und galt möglicherweise
vor 5.000 Jahren als Fruchtbarkeitssymbol.
Auf den Münzen von 10 bis 50 Cent ist das Schiff
von Kyrenia zu sehen, das die Bedeutung Zyperns als
Handels- und Seefahrernation unterstreichen soll. Das Schiff
sank etwa 300 v. Chr. vor der Nordküste Zyperns, sein
Wrack wurde in den 1960er Jahren in 30 Metern Tiefe entdeckt.
Es enthielt neben hunderten rhodischer Amphoren auch zahlreiche
Münzen die zwischen 316 und 294 v. Chr. geprägt
worden waren. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass trotz der
Teilung des Landes mit dieser Darstellung eine Sehenswürdigkeit
Nordzyperns ausgewählt wurde. Der archäologische
Fund ist heute im Museum der Burg von Kyrenia (Girne) zu besichtigen,
das im türkischen Teil der Insel liegt.
Die kleinsten Centwerte schließlich widmen sich der
Natur des Landes und zeigen ein Wildschaf, auch Mufflon genannt,
das als besonders charakteristische Tierart Zyperns gilt,
aber stark vom Aussterben bedroht ist. Die Widder tragen unverwechselbare,
bis zu 80 Zentimeter lange schneckenförmig eingedrehte
Hörner.
Finnland prägt für Zypern
Da auch Zypern über keine eigene Prägestätte
verfügt, wurde der Auftrag für die Herstellung des
Euro-Startjahrgangs 2008 europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag
erhielt, wie bei Slowenien, die finnische Münzstätte
Rahapaja Oy. Die ersten Münzen der Gemeinschaftswährung
mit zyprischer Bildseite wurden bereits ab 3. Dezember 2007
in Form von 250.000 Starterkits zu 15,09 Euro und 40.000 Großpackungen
mit 15 Münzrollen im Nennwert von 172 Euro in Umlauf
gebracht. Der erste Euro-Kursmünzensatz Zyperns enthält
alle Münzen von 1 Cent bis 2 Euro in Stempelglanz und
hat eine Maximalauflage von 70.000 Exemplaren.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2008.
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