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Tetradrachme 430 v.Chr.

Penny, 13. Jhd.

Taler, 1703

Shilling, 1711

8 Reales, 1787

Trade Dollar, 1878
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Im Laufe der weit über zwei Jahrtausende alten
Münzgeschichte gab es immer wieder
bedeutende Silbermünzen, die Ländergrenzen überschreitenden
Einfluss hatten. Oftmals als Handelsmünzen genutzt, verankerten
sie sich mit ihrem Motiv fest im Bewusstsein der Menschen.
Ob nun die antike Tetradrachme, der mittelalterliche Penny
oder der später epochemachende Taler jede dieser
Silbermünzen beeinflusste über die nationalen Grenzen
ihrer ursprünglichen Herkunft hinweg und für lange
Zeiten die Münzprägung in Europa und der ganzen
Welt. Wie auch andere bedeutende Münztypen dienten sie
häufig als Handelsmünzen sowie vielerorts als Vorbild
für die eigene Münzprägung, weshalb sie sich
fest im Bewusstsein der Menschen verankern konnten. Kein Wunder,
dass sie sich angesichts ihres überall anerkannten und
stabilen Wertes bei der Bevölkerung höchster Beliebtheit
erfreuten. Auf solch langlebige Silbermünzen, die viele
Generationen von Menschenleben überdauerten, war ganz
einfach Verlass. Deshalb sollen einige ihrer wichtigsten Vertreter
im Folgenden gewürdigt werden.
Berühmte Tetradrachmen
Gehen wir beispielsweise auf unserer Zeitreise zweieinhalb
Jahrtausende zurück, so begegnet uns die wohl bedeutendste
Großsilbermünze der griechischen Antike: die Tetradrachme,
sprich das 4-Drachmen-Stück. Sie wurde bereits vom sechsten
vorchristlichen Jahrhundert an bis weit in die römische
Kaiserzeit geprägt und vor allem im Fernhandel sowie
für Soldzahlungen verwendet. Die Tetradrachme wog, je
nach regionalem Münzfuß, etwa 14 bis 18 Gramm.
Die berühmteste Tetradrachme der klassischen Antike kam
aus Athen, weshalb deren Vorderseite der behelmte Kopf von
Athene ziert, die Schutzpatronin der Stadt. Markenzeichen
und zugleich Namensgeber dieser Silbermünze war dagegen
die auf der Rückseite abgebildete Eule, das Athener Wappentier
und Motiv der heutigen griechischen 1-Euro-Münze.
Englischer Penny
Nach einem zeitlichen Sprung von rund tausend Jahren und geografisch
gesehen einigen tausend Kilometern weit nach Nordwesten trifft
man als Münzreisender auf den ersten englischen Penny.
Die kleine Silbermünze wurde Ende des achten Jahrhunderts
nach Vorbild des karolingischen Denars erstmals in England
geprägt und sollte hier für lange Zeit das alleinige
Münzgeld bleiben. Aufgrund seines für damalige Verhältnisse
relativ hohen Wertes wurde der Silberling häufig für
den Zahlungsverkehr in halbe oder viertel Stücke zerteilt.
Typischer Weise trägt der angelsächsische Penny
(abgeleitet vom deutschen Wort: Pfennig) ein stilisiertes
Porträt des jeweiligen Königs und in der Umschrift
seinen Namen, im hier gezeigten Fall Henry III. (1216-1272).
Anbruch der Taler-Ära
Mit der Zeit ließ der gestiegene Handels- und Warenfluss
in Europa den Ruf nach einer größeren Silbermünze
erstarken, was Ende des 15. Jahrhunderts zur Einführung
des Talers führte. Der Name leitet sich von den ab etwa
1520 im böhmischen Joachimsthal geprägten und weit
verbreiteten Großsilbermünzen ab. Der neue Münztyp
wog anfangs runde 30 Gramm, was etwa dem Zehnfachen eines
Groschen entsprach, der bis dahin größten in Deutschland
geprägten Silbermünze. Deshalb wurden im alltäglichen
Zahlungsverkehr in der Regel kleinere Stückelungen des
Talers verwendet. Im Laufe seiner vier Jahrhunderte währenden
Epoche als Hauptwährungsmünze erlebte der Taler
mancherlei Wandlungen. In Deutschland beispielsweise versuchte
man im 16. Jahrhundert durch sogenannte Reichsmünzordnungen
zu einem einheitlichen Gewicht und Feingehalt der bis dahin
nach verschiedenen Münzfüßen geprägten
Taler zu kommen.
Englands Shilling zu 12 Pence
Was für das europäische Festland galt, machte auch
vor der englischen Insel nicht Halt: Anfang des 16. Jahrhunderts
war der Penny als Silbergeld einfach zu klein geworden, weshalb
nun der Shilling zu 12 Pence als mittlere Rechnungsmünze
eingeführt und letztlich bis zur Einführung der
Dezimalwährung 1971 in Großbritannien geprägt
wurde. Das hier gezeigte Exemplar stammt von 1711 und trägt
auf der Vorderseite das Brustprofil der britischen Königin
Anne, unter deren Herrschaft England und Schottland vier Jahre
zuvor erst vereinigt worden waren.
Sprung in die Neue Welt: 8 Reales oder Peso
Insbesondere der große achtfache Real trat ab Kaiser
Karl V. (1519-1556), der ja bekanntlich über ein Weltreich
regierte, in dem die Sonne nie untergeht, seinen
internationalen Siegeszug an. Durch die massenhaft in den
spanischen Kolonien Lateinamerikas geprägten Ausgaben
entwickelte sich das rund 27 Gramm schwere 8-Reales-Stück
(auch Peso genannt) zur Weltmünze schlechthin.
Die Abbildung zeigt ein Exemplar, das unter König Carlos
III. im Jahr 1787 in Mexikos Münzstätte (siehe Münzzeichen
M mit kleinem o darüber) geprägt
wurde. Die Umschrift HISPAN ET IND REX bedeutet
übrigens nicht, dass Carlos III. König von Spanien
und Indien war. Vielmehr sind mit letzterem die (West) Indies
gemeint, ein zumindest damals üblicher Ausdruck für
den Karibikraum.
Trade Dollar für Ostasien
In den nördlich angrenzenden Vereinigten Staaten von
Amerika, wo die Pesos unter dem Namen Spanischer Dollar
längst als Zahlungsmittel kursierten, wurde nach deren
Vorbild schließlich Ende des 18. Jahrhunderts auch der
eigene US-Dollar (namentliche Ableitung von Taler)
eingeführt, wobei er gegenüber dem Peso einen etwas
geringeren Silbergehalt hatte. Deshalb wurde speziell für
den Ostasienhandel, wo bis dato das 8-Reales-Stück dominierte,
von 1873 bis 1885 mit höherem Feingewicht und der sitzenden
Liberty als Motiv ein konkurrenzfähiger Handelsdollar
(Trade Dollar) geprägt womit nun auch die kleine
Zeitreise zu einigen der berühmtesten Silbermünzen
der Geschichte endet.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2007.
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