Aktuell: Juli / August 2007 Aktuelles Heft
 
Erste deutsche Silbermünze 2008: "Carl Spitzweg"





Die Gedenkmünze zu
Ehren von Carl Spitzweg zeigt sein berühmtestes Werk „Der arme Poet“.

 

Das erste Motiv eines deutschen 2008er Silber-Euros steht fest. Der aus dem Design-Wettbewerb siegreich hervorgegangene Entwurf zu Ehren des 200. Geburtstags von Carl Spitzweg stammt von Hannes Dauer aus Schönbrunn.

Dem zweihundert Jahre zuvor in München am 8. Februar 1808 geborenen Maler Franz Carl Spitzweg ist die erste deutsche 10-Euro-Gedenkmünze 2008 gewidmet. Mittlerweile hat das beauftragte Preisgericht bereits über das zu prägende Design entschieden, womit der kommende Jahrgang eingeläutet ist. Entworfen hat den siegreichen Entwurf der Künstler Hannes Dauer aus Schönbrunn-Steinsdorf.

Als Motiv hat er einen Ausschnitt aus Spitzwegs bekanntestem Gemälde gewählt: „Der arme Poet“. Der Fokus richtet sich dabei auf die zentrale skurrile Szene, die den Dichter unter einem Regenschirm und von Büchern umgeben auf seinem Bett zeigt, während er epische Verse skandiert. Die Verdichtung auf die Figur des Poeten wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass sie fein und plastisch herausgearbeitet ist, wohingegen die Umgebung eher skizzenhaft erscheint. Formal überzeugte außerdem die nach links öffnende dreieckige Freifläche, die ebenso die Wertseite auszeichnet.

Auch der zweitplatzierte Entwurf vom bewährten Münchner Münzdesigner Erich Ott zeigt einen – wenngleich größeren – Ausschnitt aus „Der arme Poet“, der sich außerdem enger an das Original anlehnt und ebenso wie die Gestaltung der Adlerseite konventioneller erscheint.

Detailliert und originalgetreu herausgearbeitet ist desgleichen die Arbeit von Elvira Fath aus Würzburg, für die sie den dritten Preis erhielt. Die Künstlerin verwendet gänzlich andere Motive und nahm als Vorlage Spitzwegs „Sonntagsspaziergang“ sowie im Vordergrund groß eines seiner Selbstporträts. Inhaltlich bemängelt hat hier die Jury lediglich, dass die Entstehungszeit des Bildes angeblich nicht mit dem Alter des Künstlers auf dem Selbstporträt übereinstimmt. Was allerdings verwundert, denn beide Originalwerke sind um 1840/41 entstanden.
Als Randschrift der 10-Euro-Gedenkmünze wurde der Ausspruch „Ach, die Vergangenheit ist schön“ festgelegt, der aus einem Brief Carl Spitzwegs aus den 1840er Jahren stammt.

Spezifikationen:
200. Geburtstag Carl Spitzweg, 2008, 10 Euro, 925/ 1000 Silber, ø 32,5 Millimeter, 18 Gramm, Auflagen 1,6 Millionen in Stempelglanz und 300.000 in Spiegelglanz (Polierte Platte), Prägestätte München (D), Randschrift „ACH, DIE VERGANGENHEIT IST SCHÖN".

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2007.


 


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