|

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
|
|
Das Beispiel Amerika zeigt, wie rasant sich ein Münzenmarkt
entwickeln kann, wenn der Staat mit seinem Geld und seinem
Einfluss dahintersteht. Aus einem Nischen-Hobby ist im Land
der unbegrenzten Möglichkeiten in den letzten Jahren
ein Volkssport geworden. Nach einer Studie des Münzamts
der Vereinigten Staaten von Amerika sammeln über 114
Millionen US-amerikanische Haushalte die Bundesstaaten-Vierteldollars,
oder anders gesagt: fast 80 Prozent aller Amerikaner!
Die Idee war ebenso einfach wie brillant: Innerhalb von zehn
Jahren sollten alle 50 Bundesstaaten der USA mit je einer
Münze gewürdigt werden, und zwar in der Reihenfolge,
mit der sie der Union beigetreten sind. Die Münzmotive
beziehen sich auf wichtige historische Ereignisse sowie Wahrzeichen
des jeweiligen Bundesstaates und sind verständlich und
naturgetreu gestaltet. Jeder neue Quarter wird nur zehn Wochen
lang geprägt, danach ist Schluss. Durch diese Limitierung
und die wechselnden Motive wurden aus normalen Kursmünzen
echte Sammlermünzen, vergleichbar mit unseren 2-Euro-Gedenkmünzen.
Das Konzept der US-amerikanischen Münzenmacher scheint
sich in doppelter Weise zu bestätigen. Zum einen hat
das Quarter-Programm bei der eigenen Bevölkerung ein
überwältigendes Interesse für das Münzensammeln
geweckt, zum anderen haben die Strategen nicht ihren Bildungsauftrag
vergessen. Die US-Mint verschickte landesweit Unterrichtspläne
an rund 60.000 Schulen. Der Lernstoff beinhaltete Übungen
zur Geografie, Landesgeschichte und Mathematik. Sogar komplette
Unterrichtsbroschüren sind erhältlich, die speziell
auf verschiedene Alters- und Klassenstufen abgestimmt sind.
Und alle Lehrmittel haben als Hauptinhalt die Quarter-Münzen.
Ein Vorbild für die deutsche 2-Euro-Bundesländer-Reihe!
Im nächsten Jahr läuft die amrikanische Erfolgsserie
aus. Und was machen die USA? Sie schließen ein neues
Programm an, das bereits 2007 gestartet wurde (siehe Titelgeschichte
ab Seite 10). So haben die Millionen Münzensammler auch
im nächsten Jahrzehnt genug Nachschub für
ihr Hobby. Auch als Lehrmittel an Schulen eignet sich die
neue Reihe. Ihr Titel: Die Präsidenten der Vereinigten
Staaten von Amerika. In der Reihenfolge ihrer Amtszeit werden
sie bis 2016 auf messingplattierten Golden Dollars
geprägt, vier Stück pro Jahr. Die Präsidenten-Serie
hat durchaus das Zeug, an den Mega-Erfolg der State-Quarters
anzuknüpfen.
Ihr

|