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Die deutsche Ausgabe der 2-Euro-Gedenkmünze "50
Jahre Römische Verträge".

Die 10-Euro-Silbermünze zeigt die Umrisse der sechs Gründerstaaten.
Dieser Kern des Europäischen Einigungswerks strahlt auf
das übrige Europa aus.
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Außergewöhnliche Münzen verlangen eine
außergewöhnliche Präsentation. Noch nie seit
der Einführung des Euro wurde eine Münze auf so
hochkarätiger Politikebene offiziell vorgestellt, wie
die Ausgaben zum 50. Europa-Jubiläum.
Es waren die höchsten Repräsentanten der Europäischen
Union, die vor versammelter Weltpresse in Berlin auf die Bühne
traten: Bundeskanzlerin Angela Merkel als amtierende Präsidentin
des Europäischen Rates, José Manuel Barroso, Präsident
der Europäischen Kommission, und Hans-Gert Pöttering,
Präsident des Europaparlaments. Bundesfinanzminister
Peer Steinbrück überreichte ihnen die ersten Exemplare
der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze 50 Jahre
Römische Verträge und die themengleiche Silber-Gedenkmünze
sowie eine passende Sonderbriefmarke. Dies sei eine der wenigen
Gelegenheiten, wo der Bundesfinanzminister Geld verteile,
scherzte Steinbrück angesichts der derzeitigen Diskussionen
über den Bundeshaushalt und fügte hinzu: Wenn
sich eines Tages meine Funktion nur noch auf das Prägen
von Münzen und Herausgeben von Briefmarken bezieht, dann
hat diese Koalition einen großen Erfolg erzielt.

Bundesfinanzminister Steinbrück überreichte
die beiden deutschen Münzen zum Europa-Jubiläum
an die Spitzen der EU: Kommissionspräsident Barroso,
Ratspräsidentin Merkel und Parlamentspräsident Pöttering.
Genau ein halbes Jahrhundert zuvor waren in Rom von Belgien,
Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden
die Gründungsverträge der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
(EWG) feierlich unterzeichnet worden. Dieses Ereignis gilt
als die Geburtsstunde des modernen Europa und seiner Institutionen:
Kommission, Ministerrat, Abgeordneten-Versammlung und Europäischer
Gerichtshof. Hier nahm eine beispiellose Erfolgsstory ihren
Anfang. Konrad Adenauer selbst war 1957 zur Unterzeichnung
der Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
und die Europäische Atomgemeinschaft nach Rom gereist.
Es ist schwer, geschichtliche Urteile abzugeben, wenn
alles noch in Bewegung ist, aber vielleicht ist dieser Zusammenschluss
das wichtigste Ereignis der Nachkriegszeit, sagte er
später.
Zur Feier des historischen Tages trafen sich am 25. März
2007 die europäischen Staats- und Regierungschefs in
Berlin, weil Deutschland derzeit die EU-Ratspräsidentschaft
innehat. Sie unterstrichen damit die große politische
Bedeutung des Europa-Jubiläums und läuteten
eine Sternstunde der Numismatik ein: Erstmalig erscheint eine
Gedenkmünze mit gemeinsamem Motiv gleichzeitig in 13
europäischen Ländern.
Allein schon die Entstehungsgeschichte des Motivs der Bildseite
der neuen 2-Euro-Gedenkmünzen zeugt von guter europäischer
Zusammenarbeit. Bei einem Workshop in Wien, an dem außer
den Künstlern der Münze Österreich auch Vertreter
der spanischen, der italienischen und der französischen
Prägestätten teilgenommen hatten, entstand der siegreiche
Entwurf.
Gemeinsames Motiv voller Symbolkraft
Das Motiv zeigt das aufgeschlagene Vertragswerk mit den Unterschriften
der sechs Gründungsmitglieder. Im Hintergrund ist das
sternenförmige Straßenpflaster der Piazza del Campidoglio
in Rom abgebildet. Die 2-Euro-Gedenkmünzen unterscheiden
sich freilich durch ihre Inschriften, die in der jeweiligen
Landessprache ausgeführt sind.
Das ohnehin schon beliebte Sammelgebiet der seit 2004 ausgegebenen
2-Euro-Gedenkmünzen erfährt durch die Gemeinschaftsserie
nochmals einen Aufschwung. Denn bei der neuen Ausgabe 50
Jahre Römische Verträge wollte keiner fehlen
und so sind erstmals alle Mitglieder der Eurozone vertreten.
Dabei mussten verschiedene Länder allerdings zunächst
einige bürokratische Hürden nehmen. So war in den
Niederlanden bisher gesetzlich festgelegt, dass auf jeder
offiziellen Münze das Staatsoberhaupt zu erscheinen habe.
Da aber bei der neuen Gemeinschaftsserie sowohl die Wertseite
als auch die Bildseite festgelegt sind, gab es keinen Platz
für das übliche Porträt von Königin Beatrix.
Also beschloss das Parlament eigens eine Gesetzesänderung,
die es fortan erlaubt, bei großen europäischen
Anlässen auch mal Münzen ohne Herrscherporträt
zu prägen.
Ganz ähnlich war die Situation in Luxemburg mit dem Porträt
des Großherzogs Henry. Doch statt einer Gesetzesänderung
griff man hier zu innovativer Prägetechnik. Ein so genanntes
Latentbild war die Lösung: Je nach Blickwinkel erscheint
nun entweder das normale Motiv oder das Profil des Großherzogs
von Luxemburg. So machen die Motivgleichheit, aber eben auch
die kleinen aber feinen Unterschiede das Besondere der ersten
gesamteuropäischen 2-Euro-Gedenkmünzen aus.
Zusätzliche Silber-Gedenkmünze
Wie einige andere Länder auch, so würdigt Deutschland
das historische Europa-Jubiläum zusätzlich auch
noch in Edelmetall: Die 10-Euro-Silbermünze zeigt in
ihrem Zentrum die Umrisse der sechs Gründerstaaten. Dieser
Kern des Europäischen Einigungswerks strahlt auf das
übrige Europa aus und symbolisiert damit die Offenheit
des Integrationsprozesses sowie die Bedeutung des geeinten
Europa in der Welt. Im Jury-Protokoll heißt es
zu dem Entwurf von Carsten Mahn aus Berlin: Diese Idee
wird in hervorragender Weise bildhaft umgesetzt durch eine
Vielzahl strahlenförmig angeordneter Sterne. Und
weiter: Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe künstlerische
Qualität sowohl in kompositorischer wie in handwerklicher
Sicht aus.
Die Randschrift der Silbermünze könnte auch als
Motto für die gesamte Jubiläumsserie stehen: IN
VIELFALT GEEINT EUROPÄISCHE UNION.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2007.
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