Editorial: Mai / Juni 2007 Aktuelles Heft
 
Vom Denar zum Euro – zwei Jahrtausende
deutscher Münzgeschichte

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Es gibt wohl kaum einen Münzensammler in Europa, der nicht (auch) den Euro sammelt. Das ist verständlich, denn er ist die Währung der Gegenwart. In allen Epochen haben die Menschen zuallererst die Münzen ihrer Zeit gesammelt. Manchmal ist es aber hilfreich, sich auf seine Wurzeln zu besinnen und mit einem historischen Rückblick den Überblick zu behalten.

Wir haben deshalb in unserer heutigen Titelgeschichte einmal den Versuch unternommen, den Euro münzgeschichtlich einzuordnen. Und dabei sind wir in vorchristlichen Jahrhunderten gelandet. Die alten Römer waren es, die den Germanen mit dem silbernen Denar das erste werthaltige Münzgeld brachten und damit die Tauschwirtschaft in unseren Gefilden beendeten. Die numismatische Zeitreise führt uns über die mittelalterlichen Pfennige und Groschen zum Gulden und Dukaten. Ende des 15. Jahrhunderts dann begann das Zeitalter des Talers, jener berühmten Großsilbermünze, die den Deutschen in unterschiedlichster Ausprägung bis ins 19. Jahrhundert erhalten blieb und die die Münzensammler bis in unsere Zeit fasziniert.

Mit der Gründung des Kaiserreichs 1871 und dem Ende der Kleinstaaterei machte die Mark Schluss mit dem Währungswirrwarr, das in deutschen Landen zu jener Zeit herrschte. Sie entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Währungen aller Zeiten, überstand zwei Weltkriege und begleitete die Bundesrepublik ins „Wirtschaftswunder“. Nach genau 130 Jahren wurde die Mark durch den Euro abgelöst.

Und diese neue Ära ist aus numismatischer Sicht mehr als spannend, wie wir wissen. Überall gibt es Neues zu entdecken. Zum Beispiel bei den deutschen Kursmünzensätzen 2007. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie im Vorjahr, als die Bundesländerserie begann. Bei genauem Hinsehen wird man aber ihre Einmaligkeit endecken: Erstmals enthalten sie zwei Gedenkmünzen, erstmals seit der Euro-Einführung fehlt die normale 2-Euro-Kursmünze mit dem Bundesadler, und erstmals weisen alle Münzen ab 10 Cent eine geänderte Wertseite mit der neuen Europakarte auf. Ein „Muss“ für jeden Deutschland-Sammler. Es würde nicht überraschen, wenn die Auflage von gerade einmal 90.000 Sets pro Prägestätte in Stempelglanz und 75.000 in „Polierter Platte“ diesmal nicht ausreichen würde und in der Folge die Preise steigen.

Der Blick richtet sich wieder nach vorn. Die Gegenwart hat uns eingeholt.

Ihr


 


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