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Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
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Es gibt wohl kaum einen Münzensammler in Europa, der
nicht (auch) den Euro sammelt. Das ist verständlich,
denn er ist die Währung der Gegenwart. In allen Epochen
haben die Menschen zuallererst die Münzen ihrer Zeit
gesammelt. Manchmal ist es aber hilfreich, sich auf seine
Wurzeln zu besinnen und mit einem historischen Rückblick
den Überblick zu behalten.
Wir haben deshalb in unserer heutigen Titelgeschichte einmal
den Versuch unternommen, den Euro münzgeschichtlich einzuordnen.
Und dabei sind wir in vorchristlichen Jahrhunderten gelandet.
Die alten Römer waren es, die den Germanen mit dem silbernen
Denar das erste werthaltige Münzgeld brachten und damit
die Tauschwirtschaft in unseren Gefilden beendeten. Die numismatische
Zeitreise führt uns über die mittelalterlichen Pfennige
und Groschen zum Gulden und Dukaten. Ende des 15. Jahrhunderts
dann begann das Zeitalter des Talers, jener berühmten
Großsilbermünze, die den Deutschen in unterschiedlichster
Ausprägung bis ins 19. Jahrhundert erhalten blieb und
die die Münzensammler bis in unsere Zeit fasziniert.
Mit der Gründung des Kaiserreichs 1871 und dem Ende der
Kleinstaaterei machte die Mark Schluss mit dem Währungswirrwarr,
das in deutschen Landen zu jener Zeit herrschte. Sie entwickelte
sich zu einer der erfolgreichsten Währungen aller Zeiten,
überstand zwei Weltkriege und begleitete die Bundesrepublik
ins Wirtschaftswunder. Nach genau 130 Jahren wurde
die Mark durch den Euro abgelöst.
Und diese neue Ära ist aus numismatischer Sicht mehr
als spannend, wie wir wissen. Überall gibt es Neues zu
entdecken. Zum Beispiel bei den deutschen Kursmünzensätzen
2007. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie im Vorjahr, als
die Bundesländerserie begann. Bei genauem Hinsehen wird
man aber ihre Einmaligkeit endecken: Erstmals enthalten sie
zwei Gedenkmünzen, erstmals seit der Euro-Einführung
fehlt die normale 2-Euro-Kursmünze mit dem Bundesadler,
und erstmals weisen alle Münzen ab 10 Cent eine geänderte
Wertseite mit der neuen Europakarte auf. Ein Muss
für jeden Deutschland-Sammler. Es würde nicht überraschen,
wenn die Auflage von gerade einmal 90.000 Sets pro Prägestätte
in Stempelglanz und 75.000 in Polierter Platte
diesmal nicht ausreichen würde und in der Folge die Preise
steigen.
Der Blick richtet sich wieder nach vorn. Die Gegenwart hat
uns eingeholt.
Ihr

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