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Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
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Gemeinsam seit 1957 lautet das Motto des großen
Europa-Jubiläums im März. Vor genau einem halben
Jahrhundert unterzeichneten sechs europäische Staaten
in der italienischen Hauptstadt ein Abkommen, das den Grundstein
für die Europäische Union legte: die Römischen
Verträge. Das wird gefeiert. Auch numismatisch.
Noch nie zuvor in der europäischen Münzgeschichte
gab es eine Gemeinschaftsserie, die motivgleich in 13 Staaten
erschien. Mit den neuen 2-Euro-Gedenkmünzen wird dieser
Sammlertraum Wirklichkeit.
Aber ist das nicht ein bisschen langweilig: 13 Münzen,
die die selbe Wertseite haben und auch noch das gleiche Bildmotiv?
Nein. Sie unterscheiden sich durch die Inschriften in der
jeweiligen Landessprache. Und die sind interessanter, als
man auf Anhieb glauben möchte. Beispiel Belgien: Dort
werden Münzen üblicherweise zweisprachig in flämisch
und wallonisch geprägt. In diesem Fall war aber der Text
vorgegeben und der Platz reichte schlicht nicht aus.
Deshalb entschied man sich, den Ausgabeanlass in lateinischer
Sprache abzufassen. Oder Irland: Hier hatten viele auf das
allgemein verständliche englische Treaty of Rome
getippt. Aber die Regierung beschloss konsequenter Weise,
die Inschrift in der Hauptlandessprache Gälisch
zu prägen und setzte damit einen selbstbewussten Akzent.
Dass die Niederlande wegen dieser Gemeinschaftsausgabe eigens
ihr Münzgesetz geändert haben, zeigt einmal mehr,
dass auch heute noch das Ausprägen von amtlichen Zahlungsmitteln
ein hoheitlicher Akt von großer politischer Bedeutung
ist. So ist die 2- Euro-Gedenkmünze 50 Jaar Verdrag
van Rome die erste kursgültige Nachkriegsmünze
in Holland, die nicht das Porträt der Königin zeigt.
Die Luxemburger dagegen griffen in die Trickkiste moderner
Münzprägekunst und verpassten dem 2-Euro-Stück
ein Latentbild, das je nach Betrachtungswinkel das Gemeinschaftsmotiv
oder das stilisierte Porträt von Großherzog Henri
zeigt. So umging man dort eine Gesetzesänderung.
Übrigens: Dass wir vor dem offiziellen Erstausgabetag
am 25. März schon alle Münzen als Computerretuschen
zeigen können, verdanken wir weniger der Auskunftsfreude
der beteiligten Nationalbanken und Münzämter
als dem italienischen Grafikdesigner Fabrizio Annovi, Künstlername
Frizio. Er diskutierte über Monate die Inschriften mit
hunderten junger Münzensammler in ganz Europa im Internet
und kam so mit seinen Entwürfen der Wahrheit immer ein
Stückchen näher. Auch das ist eine Gemeinschaftsleistung,
die das Europa-Jubiläumsmotto mit Leben erfüllt.
Ihr

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