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Das Jubiläumslogo der EU erscheint in den Sprachen
aller Mitgliedsländer.

Beispiele: Deutschland
Luxemburg mit Lantentbild

Österreich mit Inschrift "Vertrag
von Rom"

Griechenland

Italien

Slowenien
DAS GEMEINSCHAFTSMOTIV
Das Motiv der Gemeinschaftsserie
50 Jahre Römische Verträge zeigt das
als Buch gebundene Vertragswerk mit den Unterschriften der
sechs Gründungsmitglieder vor dem Hintergrund des von
Michelangelo gestalteten sternförmigen Straßenpflasters
auf der Piazza del Campidoglio in Rom. Als Inschriften sind
der Ausgabeanlass und das Ausgabeland in der jeweiligen Landessprache
sowie die Jahreszahl 2007 vorgesehen.
Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957
von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und
den Niederlanden unterzeichnet und begründeten die Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Basis der späteren
Europäischen Union.
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Das hat es in der europäischen Münzgeschichte
noch nicht gegeben: Eine Gedenkmünzenserie, die motivgleich
in 13 Ländern erscheint. Das große Europa-Jubiläum
50 Jahre Römische Verträge wird so auch
zum numismatischen Highlight des Jahres.
Vor genau 50 Jahren, am 25. März 1957, unterzeichneten
Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die
Niederlande in Rom einen Vertrag, der weitreichender war,
als alles bisher da gewesene: Es wurde eine Zollunion und
ein gemeinsamer Binnenmarkt beschlossen, der ökonomische
Schranken beseitigte. Gleichzeitig gaben die Staaten einen
Teil ihrer Souveränität auf und unterwarfen sich
einem europäischen Rechtssystem, das Vorrang vor dem
nationalen Recht hat. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
(EWG) war daher weit mehr als eine Allianz, aus der man einfach
wieder austreten konnte. Man hatte sich freiwillig in eine
gegenseitige Abhängigkeit begeben.
Seit 1999 hat die Europäische Union sogar ihre eigene
Währung den Euro, der im Jahr 2002 auch in Form
von Bargeld eingeführt wurde. Zunächst zwölf
Staaten, und seit 2007 mit Slowenien 13, schafften ihre alten
nationalen Währungen ab und haben seitdem Euro und Cent
als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Nach Erfüllung
der Stabilitätskriterien sollen Zug um Zug alle neuen
EU-Mitglieder der Währungsunion beitreten. Als nächste
sind 2008 aller Voraussicht nach Malta und Zypern dran.
Breite numismatische Würdigung
Für den Münzensammler schuf diese größte
Währungsumstellung aller Zeiten ein reiches Betätigungsfeld.
Erstmals ist es in Europa möglich, grenzüberschreitend
in einer Währung zu sammeln. Neben den normalen Kursmünzen
sind wegen ihrer gemeinsamen Wertseite und unterschiedlichen
nationalen Bildseiten dabei die 2004 eingeführten 2-Euro-Gedenkmünzen
besonders beliebt. Und dieses Sammelgebiet wird 2007 seinen
größten Aufschwung erleben. Denn mit der neuen
Gemeinschaftsserie 50 Jahre Römische Verträge
wird es jetzt in allen EU-Ländern der Eurozone diese
2-Euro-Gedenkmünzen geben. Frankreich, Irland, die Niederlande,
Portugal und natürlich Slowenien hatten bislang nämlich
noch keine Gedenkmünzen im 2-Euro-Format herausgegeben.
Zum großen Europa-Jubiläum wollte sich aber keiner
der Eurostaaten dem Vorschlag der EU-Kommission nach einer
solchen Gemeinschaftsserie entziehen.
Nicht einmal die Niederlande, die für dieses Vorhaben
eigens Ihr Münzgesetz ändern mussten. Bislang war
es nämlich so, dass in Holland die Königin (oder
der König) als Staatsoberhaupt auf jeder offiziellen
Münze des Landes abzubilden war. Da bei der Gemeinschaftsserie
sowohl die Wertseite als auch die gemeinsame Bildseite vorgegeben
sind, war kein Platz für das Porträt von Königin
Beatrix auf dieser Münze. So beschlossen Regierung und
Parlament eine Änderung des Artikels 3 des Münzgesetzes
von 2002, in dem nun ausdrücklich erlaubt ist, in den
Niederlanden Gedenkmünzen, die großen europäischen
Anlässen gewidmet sind, auch ohne das Herrscherporträt
und eine entsprechende Inschrift zu prägen. Die Gesetzesänderung
wurde rechtzeitig am 2. Dezember 2006 im Staatsblatt veröffentlicht.
Luxemburger Besonderheit: Latentbild des Großherzogs
Auch in Luxemburg gibt es eine entsprechende Vorschrift, die
dazu verpflichtet, den Großherzog auf allen Münzen
des Landes abzubilden. Bei den bisherigen 2-Euro-Gedenkmünzen
des Landes war das kein Problem, wurden Sie doch jeweils Jubiläen
des Herrscherhauses gewidmet. Bei der Gemeinschaftsserie wollte
Luxemburg als eines der sechs EWG-Gründerstaaten natürlich
dennoch nicht fehlen.
Statt einer Gesetzesänderung griff man in die Trickkiste
moderner Münzprägekunst und verpasste dem 2-Euro-Stück
ein sogenanntes Latentbild in Form eines kleinen Kreises,
das je nach Betrachtungswinkel das Gemeinschaftsmotiv oder
das stilisierte Porträt von Großherzog Henri zeigt,
wie man es von der normalen 2-Euro-Umlaufmünze des Landes
kennt. Geprägt wurde die Münze übrigens diesmal
nicht, wie in den Vorjahren, von der niederländischen
oder finnischen Münzstätte, sondern von der Monnaie
de Paris, der Staatlichen Französischen Münze. Das
Münzzeichen der Prägestätte Pessac, ein Füllhorn
(links von der Jahreszahl), und das Jagdhorn, Zeichen des
französischen Münzmeisters Hubert Larivière,
sind der Beleg dafür. Auch das kleine F in
einem der Sterne unten weist auf den Prägeort Frankreich
hin.
Frankreich jetzt doch in hoher Auflage
Frankreich selbst kündigte zunächst an, seine erste
2-Euro-Gedenkmünze ausschließlich in einem Kursmünzensatz
auszugeben. Der hat gerade mal 100.000 Auflage, ebenso viel
wie die begehrten (und wertvollen) 2-Euro-Gedenkmünzen
des Vatikans. Während alle anderen Euroländer Millionenauflagen
der Münze prägen (oder zumindest 400.000 wie Slowenien)
wäre es für den Sammler wegen der stark limitierten
Auflage Frankreichs schwer geworden, die Gemeinschaftsserie
vollständig zu besitzen. Anfang Februar kam dann die
erlösende Nachricht: Die französische 2-Euro-Gedenkmünze
50 Jahre Römische Verträge wird in einer
Auflage von 9,6 Millionen geprägt.
Deutschland: Berlin (A) nur mit einer Million Stück
dabei
Die Bundesrepublik Deutschland prägt insgesamt 30 Millionen
Exemplare der 2-Euro-Gedenkmünze 50 Jahre Römische
Verträge. Allerdings verteilen sich die höchst
ungleich auf die fünf deutschen Prägestätten.
Erstmals bei den beiden 2-Euro-Gedenkmünzen 2007 weichen
die Auflagen erheblich vom üblichen "Prägeschlüssel"
ab. Die Bimetall-Münze Römische Verträge
wurde in München (D) 14,5 Millionen Mal geprägt,
während es aus Berlin (A) gerade einmal eine Million
gibt. Stuttgart (F) prägte acht Millionen, Karlsruhe
(G) fünf und Hamburg (J) 1,5 Millionen Exemplare. Der
Grund: Bei der Bundesbank lagern noch ausreichend große
Mengen normaler 2-Euro-Münzen und deshalb wurden keine
neuen Prägeaufträge für dieses Nominal erteilt.
Vielmehr wurden vom Finanzministerium ältere Aufträge
auf die Gedenkmünzen-Motive umgewidmet. Je
nach dem, wie weit die jeweiligen Prägestätten die
alten Aufträge bereits abgearbeitet hatten, konnten sie
mehr oder weniger 2-Euro-Gedenkmünzen fertigen. Wundern
Sie sich also nicht, wenn Sie die 2-Euro-Gedenkmünzen
des Jahrgangs 2007 aus Berlin (A) und Hamburg (J) sehr viel
seltener im Umlauf antreffen werden.
Edelmetall-Gedenkmünzen zum Europa-Jubiläum
Neben der 2-Euro-Serie werden verschiedene Staaten das runde
Europa-Jubiläum zusätzlich mit Gedenkmünzen
aus Silber und Gold würdigen. Bereits vorgestellt haben
wir die 10-Euro-Silbermünze der Bundesrepublik Deutschland,
die im März erscheint. Auch Belgien, Italien und Spanien
geben zusätzlich Edelmetall-Prägungen zum 50-Jahr-Jubiläum
der Römischen Verträge im Rahmen der
EUROPA-Serie "mit Stern" heraus.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe März / April 2007.
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