Titel: März / April 2007 Aktuelles Heft
 
Ab 25. März erscheint die europaweite
2-Euro-Gedenkmünzenserie zum großen Jubiläum



Das Jubiläumslogo der EU erscheint in den Sprachen aller Mitgliedsländer.



Beispiele: Deutschland


Luxemburg mit Lantentbild

Österreich mit Inschrift "Vertrag von Rom"




Griechenland




Italien




Slowenien


DAS GEMEINSCHAFTSMOTIV

Das Motiv der Gemeinschaftsserie „50 Jahre Römische Verträge“ zeigt das als Buch gebundene Vertragswerk mit den Unterschriften der sechs Gründungsmitglieder vor dem Hintergrund des von Michelangelo gestalteten sternförmigen Straßenpflasters auf der Piazza del Campidoglio in Rom. Als Inschriften sind der Ausgabeanlass und das Ausgabeland in der jeweiligen Landessprache sowie die Jahreszahl 2007 vorgesehen.
Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet und begründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Basis der späteren Europäischen Union.



 

Das hat es in der europäischen Münzgeschichte noch nicht gegeben: Eine Gedenkmünzenserie, die motivgleich in 13 Ländern erscheint. Das große Europa-Jubiläum „50 Jahre Römische Verträge“ wird so auch zum numismatischen Highlight des Jahres.

Vor genau 50 Jahren, am 25. März 1957, unterzeichneten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in Rom einen Vertrag, der weitreichender war, als alles bisher da gewesene: Es wurde eine Zollunion und ein gemeinsamer Binnenmarkt beschlossen, der ökonomische Schranken beseitigte. Gleichzeitig gaben die Staaten einen Teil ihrer Souveränität auf und unterwarfen sich einem europäischen Rechtssystem, das Vorrang vor dem nationalen Recht hat. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) war daher weit mehr als eine Allianz, aus der man einfach wieder austreten konnte. Man hatte sich freiwillig in eine gegenseitige Abhängigkeit begeben.

Seit 1999 hat die Europäische Union sogar ihre eigene Währung – den Euro, der im Jahr 2002 auch in Form von Bargeld eingeführt wurde. Zunächst zwölf Staaten, und seit 2007 mit Slowenien 13, schafften ihre alten nationalen Währungen ab und haben seitdem Euro und Cent als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Nach Erfüllung der Stabilitätskriterien sollen Zug um Zug alle neuen EU-Mitglieder der Währungsunion beitreten. Als nächste sind 2008 aller Voraussicht nach Malta und Zypern dran.

Breite numismatische Würdigung

Für den Münzensammler schuf diese größte Währungsumstellung aller Zeiten ein reiches Betätigungsfeld. Erstmals ist es in Europa möglich, grenzüberschreitend in einer Währung zu sammeln. Neben den normalen Kursmünzen sind wegen ihrer gemeinsamen Wertseite und unterschiedlichen nationalen Bildseiten dabei die 2004 eingeführten 2-Euro-Gedenkmünzen besonders beliebt. Und dieses Sammelgebiet wird 2007 seinen größten Aufschwung erleben. Denn mit der neuen Gemeinschaftsserie „50 Jahre Römische Verträge“ wird es jetzt in allen EU-Ländern der Eurozone diese 2-Euro-Gedenkmünzen geben. Frankreich, Irland, die Niederlande, Portugal und natürlich Slowenien hatten bislang nämlich noch keine Gedenkmünzen im 2-Euro-Format herausgegeben. Zum großen Europa-Jubiläum wollte sich aber keiner der Eurostaaten dem Vorschlag der EU-Kommission nach einer solchen Gemeinschaftsserie entziehen.

Nicht einmal die Niederlande, die für dieses Vorhaben eigens Ihr Münzgesetz ändern mussten. Bislang war es nämlich so, dass in Holland die Königin (oder der König) als Staatsoberhaupt auf jeder offiziellen Münze des Landes abzubilden war. Da bei der Gemeinschaftsserie sowohl die Wertseite als auch die gemeinsame Bildseite vorgegeben sind, war kein Platz für das Porträt von Königin Beatrix auf dieser Münze. So beschlossen Regierung und Parlament eine Änderung des Artikels 3 des Münzgesetzes von 2002, in dem nun ausdrücklich erlaubt ist, in den Niederlanden Gedenkmünzen, die großen europäischen Anlässen gewidmet sind, auch ohne das Herrscherporträt und eine entsprechende Inschrift zu prägen. Die Gesetzesänderung wurde rechtzeitig am 2. Dezember 2006 im Staatsblatt veröffentlicht.

Luxemburger Besonderheit: Latentbild des Großherzogs

Auch in Luxemburg gibt es eine entsprechende Vorschrift, die dazu verpflichtet, den Großherzog auf allen Münzen des Landes abzubilden. Bei den bisherigen 2-Euro-Gedenkmünzen des Landes war das kein Problem, wurden Sie doch jeweils Jubiläen des Herrscherhauses gewidmet. Bei der Gemeinschaftsserie wollte Luxemburg als eines der sechs EWG-Gründerstaaten natürlich dennoch nicht fehlen.

Statt einer Gesetzesänderung griff man in die Trick­kiste moderner Münzprägekunst und verpasste dem 2-Euro-Stück ein sogenanntes Latentbild in Form eines kleinen Kreises, das je nach Betrachtungswinkel das Gemeinschaftsmotiv oder das stilisierte Porträt von Großherzog Henri zeigt, wie man es von der normalen 2-Euro-Umlaufmünze des Landes kennt. Geprägt wurde die Münze übrigens diesmal nicht, wie in den Vorjahren, von der niederländischen oder finnischen Münzstätte, sondern von der Monnaie de Paris, der Staatlichen Französischen Münze. Das Münzzeichen der Prägestätte Pessac, ein Füllhorn (links von der Jahreszahl), und das Jagdhorn, Zeichen des französischen Münzmeisters Hubert Larivière, sind der Beleg dafür. Auch das kleine „F“ in einem der Sterne unten weist auf den Prägeort Frankreich hin.

Frankreich jetzt doch in hoher Auflage

Frankreich selbst kündigte zunächst an, seine erste 2-Euro-Gedenkmünze ausschließlich in einem Kursmünzensatz auszugeben. Der hat gerade mal 100.000 Auflage, ebenso viel wie die begehrten (und wertvollen) 2-Euro-Gedenkmünzen des Vatikans. Während alle anderen Euroländer Millionenauflagen der Münze prägen (oder zumindest 400.000 wie Slowenien) wäre es für den Sammler wegen der stark limitierten Auflage Frankreichs schwer geworden, die Gemeinschaftsserie vollständig zu besitzen. Anfang Februar kam dann die erlösende Nachricht: Die französische 2-Euro-Gedenkmünze „50 Jahre Römische Verträge“ wird in einer Auflage von 9,6 Millionen geprägt.

Deutschland: Berlin (A) nur mit einer Million Stück dabei

Die Bundesrepublik Deutschland prägt insgesamt 30 Millionen Exemplare der 2-Euro-Gedenkmünze „50 Jahre Römische Verträge“. Allerdings verteilen sich die höchst ungleich auf die fünf deutschen Prägestätten. Erstmals bei den beiden 2-Euro-Gedenkmünzen 2007 weichen die Auflagen erheblich vom üblichen "Prägeschlüssel" ab. Die Bimetall-Münze „Römische Verträge“ wurde in München (D) 14,5 Millionen Mal geprägt, während es aus Berlin (A) gerade einmal eine Million gibt. Stuttgart (F) prägte acht Millionen, Karlsruhe (G) fünf und Hamburg (J) 1,5 Millionen Exemplare. Der Grund: Bei der Bundesbank lagern noch ausreichend große Mengen normaler 2-Euro-Münzen und deshalb wurden keine neuen Prägeaufträge für dieses Nominal erteilt. Vielmehr wurden vom Finanzministerium ältere Aufträge auf die Gedenkmünzen-Motive „umgewidmet“. Je nach dem, wie weit die jeweiligen Prägestätten die alten Aufträge bereits abgearbeitet hatten, konnten sie mehr oder weniger 2-Euro-Gedenkmünzen fertigen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie die 2-Euro-Gedenkmünzen des Jahrgangs 2007 aus Berlin (A) und Hamburg (J) sehr viel seltener im Umlauf antreffen werden.

Edelmetall-Gedenkmünzen zum Europa-Jubiläum

Neben der 2-Euro-Serie werden verschiedene Staaten das runde Europa-Jubiläum zusätzlich mit Gedenkmünzen aus Silber und Gold würdigen. Bereits vorgestellt haben wir die 10-Euro-Silbermünze der Bundesrepublik Deutschland, die im März erscheint. Auch Belgien, Italien und Spanien geben zusätzlich Edelmetall-Prägungen zum 50-Jahr-Jubiläum der „Römischen Verträge“ im Rahmen der EUROPA-Serie "mit Stern" heraus.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe März / April 2007.


 


Das DEUTSCHE MÜNZEN MAGAZIN im Abonnement können Sie hier bestellen.

 

 
 
 

Copyright © 1987-2007 EMS-Verlag GmbH| Alle Rechte vorbehalten|