Aktuell: Januar / Februar 2007 Aktuelles Heft
 
Gold-Euro 2007: UNESCO-Welterbe Hansestadt Lübeck



Bodo Broschat aus Berlin gewann den Künstler-Wettbewerb um den deutschen Gold-Euro 2007.





Die einzige deutsche Goldmünze in diesem Jahr ist dem UNESCO-Welterbe der Hansestadt Lübeck gewidmet.

Zwei verzierte "B" am unteren Rand der Bildseite: Signet des Münzdesigners Bodo Broschat.

 

Im Wettbewerb um das Design des deutschen Gold-Euros 2007 gewann eine Lübeck-Ansicht des Berliner Münzdesigners Bodo Broschat. Er zeigt die Hansestadt in klassischer Darstellung mit dem Holstentor im Vordergrund.


Nicht nur von Deutschland-Sammlern mit Spannung erwartet: Über das Design des Gold-Euros „Hansestadt Lübeck“ 2007, der einzigen deutschen Goldmünze in diesem Jahr, ist nun entschieden. Aus dem Wettbewerb zur Gestaltung der 100-Euro-Ausgabe im Rahmen der deutschen Goldmünzenserie „UNESCO-Welterbestädte“ ging ein Entwurf des Berliner Medailleurs Bodo Broschat siegreich hervor.

Er vereint die berühmtesten Wahrzeichen der Hansestadt: das Holstentor im Vordergrund und dahinter die von Westen gesehene Stadtsilhouette mit den alles überragenden charakteristischen sieben Türmen der fünf bedeutendsten Kirchen Lübecks, in die auch eine Reihe von Bürgerhäusern mit eingebunden ist. Bei der klassisch anmutenden Komposition ließ sich der Künstler von historischen Städtetalern inspirieren, wobei der räumlich eng begrenzte Raum des Münzgrunds eine Verdichtung und freie Anordnung der Bauten erforderte, erklärt Bodo Broschat.

Überragend und markant: Lübecks sieben Türme

Die höchsten Spitzen der Stadtsilhouette gehören den Doppeltürmen der Marienkirche, die zentral nahe des Marktplatzes neben dem Rathaus steht, das dahinter versteckt hervor lugt. Am zweithöchsten ist die Petrikirche aus dem 13. Jahrhundert dargestellt, die näher zum Fluss Trave und dem Betrachterblick gelegen ist. Am rechten Münzrand ist der ebenfalls auf das 13. Jahrhundert zurückgehende Dom zu sehen, der wie die Marienkirche zwei Türme hat. Zwischen Marienkirche und Petrikirche ragt aus dem Hintergrund die Aegidienkirche mit 86 Metern als kleinste der fünf großen Sakralbauten der Altstadt hervor. Am linken Münzrand, geografisch gesehen im Norden der Altstadtinsel, dominiert die im 14. Jahrhundert fertig gestellte Jakobikirche, in der sich eine Gedenkstätte für die auf See verschollenen Lübecker Fahrensleute befindet.

Das Holstentor, Motiv des alten 50-DM-Scheins und der ersten deutschen 2-Euro-Gedenkmünze, bildet den zentralen Vordergrund des Gold-Euros 2007. Es ist das zweifellos bekannteste Wahrzeichen von Lübeck und markiert auf dem anderen Traveufer gelegen wie ein Brückenkopf den westlichen Zugang zur Stadt. Das im 15. Jahrhundert erbaute Holstentor wird schon seit langem vom Verkehr umfahren und steht auf einem kleinen, parkähnlichen Platz.

2.und 3. Platz im Münzwettbewerb

Wesentlich weniger Beachtung erhielt das Holstentor auf den zweit- und drittplatzierten Entwürfen im Designwettbewerb für die Lübeck-Goldmünze von Othmar Kukula aus Neuhausen und dem Stuttgarter Professor Ulrich Böhme.

Kukula hat bei seiner kreisförmig angeordneten Gebäudeauswahl sogar gänzlich auf das Holstentor verzichtet, was die verantwortliche Fachjury entsprechend bemängelte. Dafür gefiel die Idee, die Inschrift wie eine Urkunde ins Zentrum zu stellen und mit einem mittelalterlichen Stadtsiegel zu versehen, das eine charakteristische Hansekogge zeigt.

Böhmes Entwurf zeigt dagegen eine linear angeordnete, stark abstrahierte Flussansicht der Altstadtinsel von Lübeck. Die berühmten Wahrzeichen der Hansestadt, das Holstentor und die sieben Türme, treten hierbei allerdings, verglichen mit den Darstellungen von Broschat und Kukula, gegenüber der Inschrift etwas zu sehr in den Hintergrund.

Spezifikationen: UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Lübeck, 2007, 100 Euro, 999,9/1000 Gold, Stempelglanz, ø 28 Millimeter, 15,5 Gramm, die Auflage wird noch festgelegt (Vorjahr: je 70.000 pro Prägestätte).

Vollständiger Artikel - und ein Interview mit dem Münzdesigner Bodo Broschat - im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar/Februar 2007.


 


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