Aktuell: Januar / Februar 2007 Aktuelles Heft
 
Fünf Jahre Euro:
Münzensammler ziehen positive Bilanz



Die erste deutsche
Silber-Gedenkmünze in
Euro-Währung wurde im
Januar 2002 herausgegeben.



Der deutsche Euro-Kursmünzensatz 2002 in neuer Verpackung.

Beispiele deutscher Silber-Gedenkmünzen der Jahre 2003 bis 2006.

 

Wer hätte vor einem halben Jahrzehnt gedacht, dass die Münzen der neuen europäischen Gemeinschaftswährung von den Sammlern so gut, ja geradezu euphorisch aufgenommen würden? Fünf Jahre Euro: Zeit für eine erste Bilanz.


Bereits das erste Euro-Jahr 2002 hat die Skeptiker Lügen gestraft. Anstelle zögerlicher Zurückhaltung oder gar Ablehnung haben sich die Sammlerinnen und Sammler wie wild auf die neuen Gemeinschaftsmünzen gestürzt – Ausverkaufsnachrichten von Prägestätten, zufriedene Minen der Münzhändler und Bilder vom Gedränge auf Münzmessen belegen dies eindrucksvoll. Schließlich war es nicht nur den Profis schnell klar: Dies ist die historisch einmalige Chance, den Anfang eines neuen Sammelgebiets mitzuerleben und mit Münzen zu dokumentieren, die zum amtlichen Ausgabepreis zu haben sind.

Scharen von Neusammlern

Viele Millionen Menschen in Europa interessierten sich plötzlich für die neuen Gemeinschaftsmünzen, sahen darin mehr als nur Geldstücke, mit denen man Parkuhren füttern kann. Sie zögerten an der Kasse, weil sie ganz verzückt einen ausländischen Euro im Geldbeutel entdeckten. Bezahlt wurde kurzerhand mit einem Schein, die Münze dagegen wurde in die Tasche gesteckt, um sie ja nicht zu verlieren. Dieser enorme Reiz lockte viele Neusammler an, die nicht zuletzt auch von den teils spektakulären Wertsteigerungen fasziniert waren.

Kursmünzensätze wurden zu Bestsellern

Eine regelrechte „Europhorie“ hat sich breit gemacht. Noch vor dem offiziellen Start am 1. Januar 2002 erregten bereits die sogenannten Starterkits in ganz Euroland die Gemüter. Schnell entwickelten sich diese in Plastikfolie verpackten Münzmischungen, die ab Mitte Dezember 2001 an Privathaushalte abgegeben wurden, zum begehrten Sammelobjekt. Und schon damals zeichnete sich ab: Die Euros der Kleinstaaten Monaco, San Marino und Vatikan sind aufgrund der geringen Prägeauflagen moderne Raritäten. Deutlich wurde dies bei den Kursmünzensätzen der Kleinstaaten, die schon Wochen vor dem offiziellen Ausgabetermin zu hohen Preisen gehandelt wurden und werden.

Wem das Euro-Komplettsammeln angesichts hoher Marktpreise zu teuer wird, dem bleibt die Beschränkung auf die bisherigen zwölf Hauptländer. Doch selbst hier kommt es oft zu Engpässen, weil viele Nominale nicht von allen Jahrgängen für den Umlauf geprägt werden und deshalb nur in den Kursmünzensätzen zu haben sind. Die Euro-Jahrgangssätze sind auch deshalb zu Bestsellern bei Sammlern in ganz Europa geworden.

Deutsche Silber-Euros

300 Millionen Europäer zahlen seit fünf Jahren mit der gleichen Währung, durchaus aber nicht mit gleicher Münze. Denn die Vielfalt ist geblieben – die Münzhoheit (Münzregal) ist auch nach Inkrafttreten der Währungsunion in der Hand der Nationalstaaten. Und so konzentrieren sich die meisten Sammler zunächst einmal auf die Münzen des eigenen Landes. Bei uns sind deshalb nach wie vor die Silber-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland des „Sammlers liebstes Kind“.

Wie zu D-Mark-Zeiten werden sie zu wichtigen Jubiläen herausgegeben, oder sind einer großen Persönlichkeit oder einem bedeutenden Ereignis gewidmet. Und sie sind natürlich seltener als das normale Kleingeld. Ihre Auflage ist stets von Staats wegen limitiert. Nachgeprägt werden dürfen diese Münzen auch dann nicht, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Gerade darin aber liegt ihr Wertsteigerungspotential.

In Deutschland ging es also auch nach der Euro-Einführung nahtlos weiter mit der Sammlung der Silber-Gedenkmünzen. Dennoch leitete die Silbermünze mit dem Thema „Übergang zur Währungsunion – Einführung des Euro“ vom Januar 2002 nicht nur durch die geänderte Währungsbezeichnung eine neue Ära ein. Es hat sich auch sonst einiges geändert. So wurde der Nennwert von 10 D-Mark auf 10 Euro nahezu verdoppelt, was aber angesichts der Tatsache, dass es sich hier um ein offizielles Zahlungsmittel handelt, kein Problem ist. Die Zahl der jährlichen Ausgaben wurde auf fünf erhöht bei gleichzeitiger spürbarer Reduzierung der Auflage. Schließlich wurde die Qualität gesteigert: Der Silbergehalt stieg um 15 Prozent und die ungeliebten Noppenverpackungen der Spiegelglanz-Münzen wurden durch international übliche Klarsichtkapseln ersetzt. All diese Maßnahmen führten dazu, dass die Attraktivität des Sammelgebiets weiter erhöht werden konnte.

Lesen Sie in der Titelgeschichte
"5 Jahre Euro" unserer gedruckten Ausgabe außerdem:


- Renaissance der Goldmünzen: Wertvolle Sammlerstücke in Euro-Währung.

- EUROPA-Serie begeistert die Sammler: Länderübergreifendes Gedenkmünzenprogramm mit gemeinsamem Münzzeichen und Thema.

- 2-Euro-Gedenkmünzen: Meilenstein der Münzgeschichte.

- Ausblick: 2007 im Zeichen des Jubiläums "50 Jahre Römische Verträge".

- Rückblick: 50 Jahre deutsche Gedenkmünzen. Die direkten Vorläüfer der deutschen Silber- und Gold-Euros werden immer seltener.



Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar/Februar 2007.


 


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