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Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
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Willkommen in Euroland, Slowenien lautet unsere
Schlagzeile auf dem Titel dieser Ausgabe. Das Musterland zwischen
Alpen und Adria hat es als erstes der zehn neuen EU-Mitglieder
geschafft, mit Bravour alle Hürden auf dem Weg zur Gemeinschaftswährung
zu nehmen. Mit der Inflationsrate zum Beispiel blieben die
Slowenen locker unter der geforderten 3-Prozent-Grenze des
Maastrichter Stabilitätspakts und auch die weiteren ökonomischen
Kennzahlen deuten auf eine durchaus gesunde Volkswirtschaft
hin. Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
kann Slowenien also ganz ehrlich willkommen heißen.
Eine echte Bereicherung der Gemeinschaft.
Eine Bereicherung auch für die Münzensammler. Denn
die acht neuen Motive gehören zu den gelungensten Euro-
und Cent-Münzen überhaupt. Das 2-Millionen-Volk
präsentiert sich in Europa selbstbewusst mit acht unterschiedlichen
Darstellungen, die durchaus als Visitenkarten der Nation
herhalten können. Die Motive sind nicht nur formal gelungen,
sondern erzählen jedes für sich eine
Geschichte. Man muss nur genau hinschauen.
Das 1-Euro-Stück etwa ist Primoz Trubar gewidmet, dem
Autor des ersten in slowenischer Sprache gedruckten Textes.
Das Zitat daraus STATI INU OBSTATI wurde liebevoll
in einer alten Typografie gestaltet, um an die Anfangszeiten
des Buchdrucks in Slowenien zu erinnern. Oder das Sternbild
über dem Berg Triglav auf der 50-Cent-Münze: Kein
Zufall, dass es sich um das Tierkreiszeichen des Krebses handelt,
denn darunter erlangte Slowenien vor 15 Jahren seine Unabhängigkeit.
Versteckte Symbole finden sich auch im Motiv der 5-Cent-Münze.
Nicht von ungefähr bestehen die Samen, die
der Sähmann ausstreut, aus 13 Sternen, die, zusammen
mit den 12 Europasternen in der Umschrift, insgesamt 25 ergeben
genau die Zahl von EU-Mitgliedern im Jahr der Euro-Einführung
in Slowenien.
Man sieht, hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht.
Die Gestaltung der slowenischen Münzmotive wurde sehr
ernst genommen. So ernst, dass man sogar bereit war, sich
mit den österreichischen Nachbarn anzulegen, die den
Fürstenstein auf der 2-Cent-Münze als
Kärntner Wahrzeichen für sich reklamieren. Wochenlang
beschäftigte der Zank Politik und Medien.
Ein kleines Geldstück als Gegenstand öffentlicher
Diskussionen. Es zeigt einmal mehr, dass echte Münzen
auch für Normalbürger mehr sind als nur Chips
für die Parkuhr. Es sind geprägte Zeitzeugen der
Geschichte, die es sich genau zu betrachten und zu sammeln
lohnt.
Ihr

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