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Hauptmotiv des Gold-Euros "Klassisches
Weimar" ist eine Collage aus elf Denkmälern, die
zum UNESCO- Welterbe gehören. Im Uhrzeigersinn von oben
links:
1 Herderkirche
2 Fürstengruft
3 Schloss Ettersburg
4 Schloss Tiefurt
5 Schloss Belvedere
6 Goethes Gartenhaus
7 Stadtschloss
8 Anna-Amalia-Bibliothek
9 Schillerhaus
10 Goethehaus
11 Wittumspalais
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Anfang Oktober erscheint das goldene Highlight des
diesjährigen Münzprogramms der Bundesrepublik Deutschland:
der Gold-Euro UNESCO Welterbe >Klassisches Weimar<.
Die Münze, gestaltet von Dietrich Dorfstecher aus Berlin,
zeigt eine gelungene Collage der elf Denkmäler, die in
Weimar zum Weltkulturerbe gehören.
Eigentlich sollte der Gold-Euro UNESCO Welterbe >Klassisches
Weimar< bereits 2005 erschienen, wurde aber wegen
der aktuellen Entscheidung zu Gunsten der 100-Euro-Goldmünze
zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland um ein
Jahr verschoben. Jetzt aber ist es soweit: Deutschlands erste
Kulturhauptstadt Europas kommt zu goldenen Münzehren.
Und zwar wiederum in der reduzierten Auflage von nur 70.000
Goldmünzen je Prägestätte, die bereits bei
der 2005er-Ausgabe zur Fußball-WM für hohe Wertsteigerungen
sorgte. Auch bei der Weimar-Münze liegt die Zahl der
Vorbestellungen wieder weit über der Prägemenge,
die Münzen werden deshalb im Losverfahren zugeteilt.
Deshalb wird auch für den Gold-Euro 2006 mit Wertsteigerungen
gerechnet.
Erste deutsche "Kulturhauptstadt Europas"
In Weimar ist der Geist der deutschen Klassik lebendig, der
Geist der Weimarer Republik, der Geist der Bauhaus-Ära.
Cranach, Bach, Goethe, Schiller, Nietzsche, Liszt, Kessler
oder Feininger lebten und wirkten hier und gaben dieser Stadt
ihr einzigartiges Flair. Eine halbe Million Menschen zieht
es deshalb heute Jahr für Jahr in das 60.000-Einwohner-Städtchen
in Thüringen.
Die Grundlage für Weimars reiches Kulturerbe wurde durch
kunstliebende, aufgeklärte Herrscher gelegt, die die
Anwesenheit berühmter Dichter, Maler und Komponisten
förderten. Den unbestrittenen Höhepunkt dieser Entwicklung
bildet der Zeitraum zwischen 1775 und 1832, der als Goldenes
Zeitalter Weimars gilt jene Jahre, in denen Goethe
in Weimar lebte.
Die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste im Jahr 1998 begründete
die UNESCO mit der großen kunsthistorischen Bedeutung
öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften
aus der Blütezeit des klassischen Weimar und mit
der herausragenden Rolle Weimars als Geisteszentrum
im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Klassisches Weimar: Elf Denkmäler als Collage
Zum Welterbe gehören elf Teile des klassischen Weimar,
Denkmäler, deren Wert sich aus der Verbindung von historischem
Geschehen, baulicher Hülle und authentischer Ausstattung
bildet. Neben Goethes prachtvollem Wohnhaus, das der Dichter
mit italienisch beeinflussten klassizistischen Umbauten versah,
sind dies Schillers Wohnhaus, die Herderstätten (Stadtkirche,
Herderhaus und Altes Gymnasium), das Stadtschloss, das Wittumspalais,
die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, der Park an der Ilm (unter
anderem mit Goethes Gartenhaus), der Schlosspark Belvedere
mit Schloss und Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg,
Schloss und Schlosspark Tiefurt sowie die Fürstengruft
mit dem Historischen Friedhof.
Diese detaillierte Weltkulturerbe-Liste brachte den Berliner
Grafiker Dietrich Dorfstecher auch auf die Idee für das
preisgekrönte Münzmotiv: Er wollte keine Postkartenansicht
Weimars oder nur zwei oder drei symbolische Bauten auf der
Münze zeigen, sondern er besaß den Ehrgeiz, alle
elf Welterbe-Denkmäler auf dem weniger als drei Zentimeter
messenden Rund darzustellen. Dabei sollte auch zum Ausdruck
kommen, dass Weimar eigentlich ein Park ist, in welchem
eine Stadt liegt, wie der Schriftsteller Adolf Stahr
einmal sagte. Deshalb kam der Staffelung der Gebäude
besondere künstlerische Bedeutung zu. Die Freiflächen
im oberen Teil der Münze symbolisieren die großen
Gartenanlagen, die ja ebenfalls Teil des Weltkulturerbes sind.
Ganz oben, im perspektivischen Hintergrund der Goldmünze,
findet sich angedeutet die Hügellandschaft Thüringens,
in deren grünes Herz Weimar eingebettet ist.
Das Urteil der Preisgerichts fiel einstimmig
So fiel die Empfehlung der Jury für Dorfstechers Entwurf
auch einstimmig aus. Das Preisgericht, dessen Empfehlung die
Bundesregierung folgte, lobt: Auf originelle und überzeugende
Weise gelingt es dem Künstler, den Betrachter auch durch
die starke perspektivische Tiefe in den Gesamtzusammenhang
des klassischen Weimar hineinzuziehen. Besonders gelungen
ist der bildlich gestaltete Zusammenhang zwischen der Stadt
und der Landschafts- und Gartenkultur der Umgebung.
Die Anordnung des Adlers und der Schrift führten zu einer
harmonischen Korrespondenz zwischen Bild- und Wertseite.
Der Gold-Euro Klassisches Weimar wird die gleichen
technischen Merkmale wie seine Vorgänger haben: 15,5
Gramm Feingold 999,9/1000, Durchmesser 28 Millimeter, Nennwert
100 Euro.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2006.
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