Titel: September / Oktober 2006 Aktuelles Heft
 
Das Highlight des Münzjahrgangs 2006: Gold-Euro "Weimar"

Hauptmotiv des Gold-Euros "Klassisches Weimar" ist eine Collage aus elf Denkmälern, die zum UNESCO- Welterbe gehören. Im Uhrzeigersinn von oben links:

1 Herderkirche
2 Fürstengruft
3 Schloss Ettersburg
4 Schloss Tiefurt
5 Schloss Belvedere
6 Goethes Gartenhaus
7 Stadtschloss
8 Anna-Amalia-Bibliothek
9 Schillerhaus
10 Goethehaus
11 Wittumspalais




 

 

 

Anfang Oktober erscheint das goldene Highlight des diesjährigen Münzprogramms der Bundesrepublik Deutschland: der Gold-Euro „UNESCO Welterbe >Klassisches Weimar<“. Die Münze, gestaltet von Dietrich Dorfstecher aus Berlin, zeigt eine gelungene Collage der elf Denkmäler, die in Weimar zum „Weltkulturerbe“ gehören.

Eigentlich sollte der Gold-Euro „UNESCO Welterbe >Klassisches Weimar<“ bereits 2005 erschienen, wurde aber wegen der aktuellen Entscheidung zu Gunsten der 100-Euro-Goldmünze zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland um ein Jahr verschoben. Jetzt aber ist es soweit: Deutschlands erste „Kulturhauptstadt Europas“ kommt zu goldenen Münzehren.

Und zwar wiederum in der reduzierten Auflage von nur 70.000 Goldmünzen je Prägestätte, die bereits bei der 2005er-Ausgabe zur Fußball-WM für hohe Wertsteigerungen sorgte. Auch bei der Weimar-Münze liegt die Zahl der Vorbestellungen wieder weit über der Prägemenge, die Münzen werden deshalb im Losverfahren zugeteilt. Deshalb wird auch für den Gold-Euro 2006 mit Wertsteigerungen gerechnet.

Erste deutsche "Kulturhauptstadt Europas"

In Weimar ist der Geist der deutschen Klassik lebendig, der Geist der Weimarer Republik, der Geist der Bauhaus-Ära. Cranach, Bach, Goethe, Schiller, Nietzsche, Liszt, Kessler oder Feininger lebten und wirkten hier und gaben dieser Stadt ihr einzigartiges Flair. Eine halbe Million Menschen zieht es deshalb heute Jahr für Jahr in das 60.000-Einwohner-Städtchen in Thüringen.
Die Grundlage für Weimars reiches Kulturerbe wurde durch kunstliebende, aufgeklärte Herrscher gelegt, die die Anwesenheit berühmter Dichter, Maler und Komponisten förderten. Den unbestrittenen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet der Zeitraum zwischen 1775 und 1832, der als „Goldenes Zeitalter“ Weimars gilt – jene Jahre, in denen Goethe in Weimar lebte.

Die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste im Jahr 1998 begründete die UNESCO mit der „großen kunsthistorischen Bedeutung öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften aus der Blütezeit des klassischen Weimar” und mit der „herausragenden Rolle Weimars als Geisteszentrum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert”.

Klassisches Weimar: Elf Denkmäler als Collage

Zum Welterbe gehören elf Teile des klassischen Weimar, Denkmäler, deren Wert sich aus der Verbindung von historischem Geschehen, baulicher Hülle und authentischer Ausstattung bildet. Neben Goethes prachtvollem Wohnhaus, das der Dichter mit italienisch beeinflussten klassizistischen Umbauten versah, sind dies Schillers Wohnhaus, die Herderstätten (Stadtkirche, Herderhaus und Altes Gymnasium), das Stadtschloss, das Wittumspalais, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, der Park an der Ilm (unter anderem mit Goethes Gartenhaus), der Schlosspark Belvedere mit Schloss und Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg, Schloss und Schlosspark Tiefurt sowie die Fürstengruft mit dem Historischen Friedhof.

Diese detaillierte Weltkulturerbe-Liste brachte den Berliner Grafiker Dietrich Dorfstecher auch auf die Idee für das preisgekrönte Münzmotiv: Er wollte keine „Postkartenansicht“ Weimars oder nur zwei oder drei symbolische Bauten auf der Münze zeigen, sondern er besaß den Ehrgeiz, alle elf Welterbe-Denkmäler auf dem weniger als drei Zentimeter messenden Rund darzustellen. Dabei sollte auch zum Ausdruck kommen, dass „Weimar eigentlich ein Park ist, in welchem eine Stadt liegt“, wie der Schriftsteller Adolf Stahr einmal sagte. Deshalb kam der Staffelung der Gebäude besondere künstlerische Bedeutung zu. Die Freiflächen im oberen Teil der Münze symbolisieren die großen Gartenanlagen, die ja ebenfalls Teil des Weltkulturerbes sind. Ganz oben, im perspektivischen Hintergrund der Goldmünze, findet sich angedeutet die Hügellandschaft Thüringens, in deren „grünes Herz“ Weimar eingebettet ist.

Das Urteil der Preisgerichts fiel einstimmig

So fiel die Empfehlung der Jury für Dorfstechers Entwurf auch einstimmig aus. Das Preisgericht, dessen Empfehlung die Bundesregierung folgte, lobt: „Auf originelle und überzeugende Weise gelingt es dem Künstler, den Betrachter auch durch die starke perspektivische Tiefe in den Gesamtzusammenhang des klassischen Weimar hineinzuziehen. Besonders gelungen ist der bildlich gestaltete Zusammenhang zwischen der Stadt und der Landschafts- und Gartenkultur der Umgebung.“ Die Anordnung des Adlers und der Schrift führten zu „einer harmonischen Korrespondenz zwischen Bild- und Wertseite.“

Der Gold-Euro „Klassisches Weimar“ wird die gleichen technischen Merkmale wie seine Vorgänger haben: 15,5 Gramm Feingold 999,9/1000, Durchmesser 28 Millimeter, Nennwert 100 Euro.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2006.

     

 


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