Themen: Juli / August2006 Aktuelles Heft
 
USA: Mit Quarter-Dollars auf Entdeckungsreise




Der erste US-Präsident George Washington auf der gemeinsamen Rückseite der Quarter-Dollars-Serie.



Neu 2006: Nevada



Nebraska,



Colorado,



North Dakota,



South Dakota.

 

Eine Münzenserie auf Erfolgskurs: Die amerikanischen Quarters (= Vierteldollars) waren eigentlich ganz normale Kursmünzen – doch seit darauf mit wechselnden Motiven die 50 Bundesstaaten der USA gewürdigt werden, avancierten sie zur beliebtesten Sammelreihe der Welt. Jetzt sind die ersten 2006er-Ausgaben erschienen.


Seit 1999 prägt die United States Mint die Quarter-Dollars, die den 50 US-Bundesstaaten gewidmet sind. Entsprechend der Reihenfolge des Beitritts zur Föderation erscheinen noch bis 2008 jährlich fünf neue „State Quarters“, deren unterschiedliche Motive historische Details, Embleme und Sehenswürdigkeiten des jeweiligen Bundesstaates widerspiegeln. Die unter dem Landesnamen eingeprägte Jahreszahl steht für das Beitrittsdatum. Die Auflagen der neuen Quarter-Dollars sind auf besondere Weise limitiert: Sie werden jeweils nur rund zehn Wochen lang geprägt. Damit erhalten die eigentlich als Umlaufmünzen gedachten Quarters den Status von Gedenkmünzen.

Die Beliebtheit der Serie in den USA ist unübertroffen. Schätzungsweise 130 Millionen Amerikaner sammeln diese Münzen, also ungefähr jeder zweite US-Bürger.
Mittlerweile sind die ersten 2006er-Ausgaben erschienen. Sie würdigen die Bundesstaaten Nevada und Nebraska. Im Laufe des Jahres kommen noch Quarters für Colorado, North Dakota und South Dakota.

Nevada – der „Silberstaat“

Die 36. Quarter-Gedenkmünze der Sammlung würdigt Nevada. Sie zeigt drei wilde Mustangs vor einer malerischen Bergkulisse. Links und rechts im Vordergrund sind Zweige von Salbeisträuchern angedeutet, die für die Region typisch sind. Die Mustangs stehen symbolisch für die Tatsache, dass Nevada mehr als 50 Prozent aller Wildpferde der USA beheimatet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Nevada große Edelmetallvorkommen entdeckt, die dem Staat seinen Beinamen „The Silver State“ gaben. Touristen verbinden den „Silberstaat“ heute freilich eher mit den glitzernden Spielermetropolen Las Vegas und Reno.

Nebraska: Pioniere im Planwagen

Am 1. März 1867 kam als 37. Staat Nebraska zu den USA. An diese Zeiten erinnert auch das Münzmotiv: Pioniere reisen mit einem Planwagengespann, das von Ochsen gezogen wird, gen Westen. Im Hintergrund ist ein berühmtes Naturwunder zu sehen, der Chimney Rock (Kaminfelsen, großes Foto), der aus dem Tal des North Platte Rivers 150 Meter in die Höhe ragt.
Wie bei allen Motiven durfte auch hier die Bevölkerung über das Motiv mitbestimmen. Allein 6.500 Design-Ideen der Einwohner Nebraskas gingen bei dem Wettbewerb ein und zeigen damit das Rieseninteresse, das die Bevölkerung an diesem Münzprogramm hat.

Farbenprächtiges Colorado

Neun Jahre nach Nebraska wurde Colorado als 38. Bundesland in die Staatengemeinschaft aufgenommen. Und so würdigt die 38. Ausgabe der Quarter-Sammlung die Region, die durch majestätische Naturwunder weltweite Berühmtheit erlangte. Die Rocky Mountains mit ihren immergrünen Bäumen und den über 200 Seen gaben dem Bundesstaat den Beinamen „Colorful Colorado“, was in einer Banderole auch auf dem Münzmotiv eingeprägt ist.

North Dakota – Bisons im Naturparadies

North Dakota wird auf dem 4. Quarterdollar des Jahres 2006 mit zwei weidenden Bisons vor den für die Gegend charakteristischen Tafelbergen mit ihren flachen Gipfeln symbolisiert. Bereits 1906, vor genau 100 Jahren also, ordnete Präsident Theodor Roosevelt an, dass diese herrliche Naturlandschaft geschützt werden müsse. Es entstand der Theodor-Roosevelt-Nationalpark, der heute über 400 wilde Büffel beherbergt und als einzigartiges Naturparadies gilt.

South Dakota – Heimat des Mount Rushmore

Die fünfte und letzte Quarter-Gedenkmünze des Jahres würdigt South Dakota, das am 2. November 1889 in die Union aufgenommen wurde. Das Motiv zeigt einen chinesischen Ringfasan, den „Nationalvogel“ des Bundesstaats, über dem berühmten Mount Rushmore Nationaldenkmal, das aus vier in Stein gehauenen überdimensionalen Porträts der amerikanischen Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodor Roosevelt und Abraham Lincoln besteht. Die Weizenähren am rechten und linken Münzrand deuten auf die große landwirtschaftliche Bedeutung der Region hin.

Auch in Deutschland gerne gesammelt

Auch in Deutschland erfreuen sich die Quarter-Dollars, die als gemeinsame Rückseite ein Porträt von George Washington zeigen, großer Beliebtheit. Zwar sind einige der älteren Ausgaben nicht mehr ganz leicht zu beschaffen, gut sortierte Münzhändler bieten jedoch die Komplett-Sammlung mit allen bereits erschienenen 35 Ausgaben seit 1999 an, die im Original-Album des Schatzamts der Vereinigten Staaten besonders schön zur Geltung kommen. Diese hochwertige Sammelmappe hat auf einer Amerika-Karte an den passenden Stellen Klarsichtkapseln, die die jeweiligen Münzen aufnehmen.
Die landestypischen Motive laden so zu einer Entdeckungsreise durch das „Land der unbegrenzen Möglichkeiten“ ein. Der Sammler lernt dabei nicht nur die Geografie der Staaten besser kennen, sondern auch deren Kultur und Geschichte.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2006.


 


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