Aktuell: Juli / August 2006 Aktuelles Heft
 
50 Jahre Römische Verträge: Kommt 2007 von allen Euroländern das 2-Euro-Gemeinschaftsmotiv?

Der luxemburgische
Premier Juncker und
EU-Währungskommissar Almunia bei der
Präsentation der
Gemeinschaftsprojekts.

Unten: So könnte (nach
einer Computer-
simulation
des italienischen
Designers Frizio) die
deutsche 2-Euro-
Gedenkmünze aussehen.



 

 

 

Für 2007 bahnt sich Sensationelles an: Die EU-Kommission präsentierte im Mai den Entwurf einer 2-Euro-Gedenkmünze, die in allen Euro-Staaten motivgleich erscheinen soll.

Das 50jährige Jubiläum der Römischen Verträge soll nach dem Willen der EU für eine numismatische Sensation sorgen: Alle zwölf Euro-Hauptländer und Slowenien (das ab 2007 wohl ebenfalls zur Euro-Zone gehören wird) sollen aus diesem Anlass eine motivgleiche 2-Euro-Gedenkmünze herausgeben. Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet und begründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Basis der späteren Europäischen Union.

Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker und EU-Währungskommissar Joaquin Almunia präsentierten im Mai den Siegerentwurf, der aus einem Wettbewerb zwischen europäischen Münzstätten hervorging.

Gemeinsames Motiv

Das Motiv zeigt das als Buch gebundene Vertragswerk mit den Unterschriften der sechs Gründungsmitglieder vor dem Hintergrund des von Michelangelo gestalteten sternförmigen Straßenpflasters auf der Piazza del Campidoglio in Rom. Als Inschrift ist der Ausgabeanlass in der jeweiligen Landessprache, die Jahreszahl 2007 sowie das Ausgabeland vorgesehen.

Bis Redaktionsschluss blieb freilich die spannendste Frage offen: Werden sich alle Länder an diesem Gemeinschaftsprojekt beteiligen? So hat sich Deutschland (siehe nebenstehenden Bericht) per Kabinettsbeschluss festgelegt, 2007 die 2-Euro-Gedenkmünze im Rahmen der Bundesländerserie dem Land Mecklenburg-Vorpommern zu widmen. Laut EU-Vorgaben ist aber nur eine 2-Euro-Gedenkmünze pro Land und Jahr zugelassen. Zumindest diese Regelung müsste außer Kraft gesetzt werden, damit Deutschland im nächsten Jahr zusätzlich zu der Schwerin-Münze auch noch „50 Jahre Römische Verträge“ auf einer 2-Euro-Gedenkmünze prägen dürfte. Außerdem würdigt die Bundesrepublik das Ereignis bereits auf einer 10-Euro-Silbermünze.

Bekanntlich liegt das „Münzregal“ (das Recht, Münzen zu prägen) auch in Euro-Zeiten weiterhin bei den nationalen Regierungen, deshalb kann von der EU keine Münze „verordnet“ werden. Allerdings gab es Vorverhandlungen zu diesem Gemeinschaftsprojekt, in denen die deutschen Vertreter nicht ausdrücklich ihr Veto gegen das Vorhaben einlegten. Offen sind auch noch weitere Fragen, so zum Beispiel: Wie verhalten sich die Niederlande, die auf allen anderen Münzen stets ihr Staatsoberhaupt, Königin Beatrix, zeigen?

Im Sommer soll auf hoher politischer Ebene noch einmal mit allen Beteiligten gesprochen werden, unter welchen Voraussetzungen die Münze schließlich erscheinen kann.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2006.

     

 


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