Aktuell: Juli / August 2006 Aktuelles Heft
 
Der "Vater" von Max und Moritz wird 175 Jahre




10 Euro Silber: 175. Geburtstag von Wilhelm Busch 2007.

 

Nachdem wir im letzten Heft die prämierten
Entwürfe für die 2007er Gedenkmünze
zur 50-Jahr-Feier des Saarlands als Bundesland vorgestellt haben, folgt nun „175. Geburtstag von Wilhelm Busch“. Das siegreiche Modell stammt von Othmar Kukula aus Neuhausen.



Wie in unserer letzten Vorschau bereits angekündigt, steht mittlerweile schon das zweite Motiv des deutschen Gedenkmünzen-Programms 2007 fest. Zur Würdigung gelangt der deutsche Schriftsteller und Zeichner Wilhelm Busch (1832-1908) anlässlich seines 175. Geburtstags. Er wurde mit seinen außergewöhnlichen Bildergeschichten berühmt, die in sarkastischer Satire verpackt stets moralische Botschaften transportierten. Hierzu passt auch die vorgesehene Randschrift des Silber-Euros, die einen von Buschs Aphorismen zitiert: „Wer rudert, sieht den Grund nicht.“

Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 im dörflichen Wiedensahl etwa 40 Kilometer westlich von Hannover geboren. Nach der Schule durchlief er eine vierjährige Ausbildung als Kunstmaler, verdiente aber später seinen Lebensunterhalt überwiegend als Zeichner witziger Bildfolgen für Illustrierte. Deren erste und zugleich populärste war die Lausbubenposse „Max und Moritz“ von 1865. Kein Wunder, dass die beiden Hauptfiguren auch auf den prämierten Entwürfen für die im Jahr 2007 zu prägende 10-Euro-Gedenkmünze durchweg auftauchen.

Originell: Holzschnitt

So sind die beiden Lausbuben Max und Moritz auf dem Siegerentwurf von Othmar Kukula aus Neuhausen am rechten Münzrand zu sehen, wie sie im dritten Streich den Schneider Böck ärgern. Dabei stehen sie am anderen Bachufer und rufen: „He, heraus! Du Ziegen-Böck! Schneider, Schneider, meck, meck, meck!“, nachdem sie zuvor die Brücke angesägt haben. Am linken Münzrand ist mit dem Porträt der „Frommen Helene“ eine weitere, keineswegs fromme Titelfigur aus Buschs Bildergeschichten dargestellt. Im Zentrum des Entwurfs ist das holzschnittartige Bildnis des Meisters selbst zu sehen, das ihn in typischer Manier mit breitem Hut und Zigarette rauchend zeigt. Die interessante und unkonventionelle Idee mit dem Holzschnitt wird auch auf der Wappenseite aufgegriffen.

Spannung im Relief

Der zweite Preis beim Design-Wettbewerb ging an Elvira Fath aus Würzburg. Auch bei diesem Entwurf tauchen die kleinen Bösewichte Max und Moritz neben ihrem Schöpfer auf. In der Umschrift steht das originale Zitat aus der Bildergeschichte: „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Als besonderes Gestaltungsmittel stellt die Künstlerin Max und Moritz im erhabenen Relief dar, während das als Vorlage dienende Selbstporträt Buschs in den Münzgrund eingraviert ist.

Buschs Selbstporträt

Der drittplatzierte Entwurf des Berliner Künstlers Till Mainz zeigt, neben Max und Moritz sowie der Frommen Helene, noch eine weitere Titelfigur von Wilhelm Busch: Hans Huckebein, den Unglücksraben, wie er am Schluss der Bildergeschichte noch kurz vor seinem Ende volltrunken auf einem Bein balanciert. Gelobt wurde von der Jury die Darstellung von Buschs Selbstporträt aus dem Jahre 1894, während der Wappenadler „wenig prägnant“ erschien.

Spezifikationen:
175. Geburtstag Wilhelm Busch, 2007, 10 Euro, Silber 925/1000, ø 32,5 mm, 18 g, Prägestätte München (D),
Randschrift „WER RUDERT, SIEHT DEN GRUND NICHT“. Die Auflagen werden noch festgelegt.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2006.


 


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