Aktuell: Mai / Juni 2006 Aktuelles Heft
 
Exklusiv und kostbar: Gold-Euro-Erstausgaben




Der erste Gold-Euro aus Irland ist noch zum Ausgabepreis zu haben,...



...die übrigen goldenen Erstausgaben sind bereits gewaltig im Wert gestiegen. Beispiel: Vatikan,



Monaco,



San Marino,



Belgien



oder Finnland.

 

Vier Jahre nach Einführung des Euro hat Irland jetzt als letzter Staat der Währungsunion seinen ersten Gold-Euro ausgegeben. Damit ist eine der exklusivsten und teuersten Sammlungen komplett: Euro-Erstausgaben in Gold.


"Warten auf Godot“ ist das wohl berühmteste Werk des irischen Dichters Samuel Beckett. Das absurde Theaterstück erzählt keine eigentliche Geschichte, der Schauplatz ist statisch: Unter einem Baum an einer Landstraße warten die beiden Landstreicher Wladimir und Estragon. Sie warten auf Godot. Warten zwischen Bangen und Hoffen – auch im wahren Leben warten wir ständig auf etwas...

Viele Münzensammler zum Beispiel auf den ersten Gold-Euro aus Irland! Aber im Gegensatz zur Hoffnungslosigkeit in Becketts Theaterstück hat sich für sie das Warten gelohnt: Vier Jahre nach Einführung der Gemeinschaftswährung hat Irland als letztes Land der Währungsunion seine erste Euro-Münze in Gold herausgegeben. Sie zeigt motivgleich mit Irlands erstem „Europa“-Silber-Euro (siehe Seite 18/19) ein Porträt Samuel Becketts und die Szene aus „Warten auf Godot“. Die 20-Euro-Münze hat einen Durchmesser von 13,95 Millimetern, besteht aus 1/25 Unze reinem Gold und hat eine Auflage von 20.000 Exemplaren. Für viele dürfte sie der Einstieg in eines der exklusivsten und teuersten modernen Sammelgebiete sein: Gold-Euro-Erstausgaben.

Seit es das neue europäische Münzgeld gibt, gelten die Goldausgaben mit ihren oft sehr geringen Auflagen und dem wertvollen Edelmetall, aus dem sie geprägt sind, als absolute Premium-Kollektion. Hohe Wertsteigerungen – noch unterstützt vom rasant gestiegenen Goldpreis der letzten Jahre – haben all jene belohnt, die sich von Anfang an darauf spezialisiert hatten. Viele Ausgaben sind heute praktisch kaum noch zu beschaffen und werden teilweise mit vierstelligen Beträgen gehandelt.

Die Spitze dürfte das Gold-Diptychon zu 20 und 50 Euro des Vatikan markieren, das heute schon mit weit über 4.000 Euro zu Buche steht. Die beiden Münzen des Jahrgangs 2002 mit dem Bildnis von Papst Johannes Paul II. widmen sich den „Wurzeln des christlichen Glaubens“ und zeigen die Arche Noah und das Opfer Abrahams. Mit nur je 2.800 Exemplaren hat die Vatikan-Ausgabe die niedrigste Auflage aller Gold-Euro-Erstausgaben. Ebenfalls sehr selten und wertvoll sind die ersten goldenen Euro-Gedenkmünzen aus Monaco und San Marino, die mit hohen Preisen katalogisiert sind.

Aber nicht nur die Münzen der fast schon legendären drei Euro-Kleinstaaten verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse, auch die ersten Gold-Euros großer Länder vervielfachten sich teilweise im Wert. Kaum mehr zu finden ist die finnische Erstausgabe „Mitternachtssonne“, die heute mit 600 Euro im „Leuchtturm Euro-Katalog 2006“ steht und deren Auflage immerhin 25.000 Stück betrug. Nur ein Fünftel dieser Auflage hatte Belgiens Gold-Erstausgabe, die die „Gründerväter Europas“ zeigt. Sie wird heute bereits mit knapp 1.000 Euro bewertet.

Wertvolle Gold-Euros

Eine vergleichsweise hohe Auflage hatte da die erste und einzige 200-Euro-Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland von 2002. Insgesamt 100.000 Exemplare „Übergang zur Währungsunion – Einführung des Euro“ wurden geprägt – und trotzdem wird die Münze heute teils zum fünffachen ihres Ausgabepreises gehandelt. Ein Grund liegt sicher in der Tatsache begründet, dass durch die fünf unterschiedlichen Prägezeichen die Auflage wirklich identischer Stücke nur 20.000 beträgt.

Die Gold-Euro-Erstausgabe Frankreichs erschien im Jahr 2002 mit dem Kopf der „Europa“ in verschiedenen Stückelungen und Nennwerten von 10 bis 100 Euro. Geringe Auflagen trugen auch hier zu teils erheblichen Wertsteigerungen bei.

Erst 2003 kamen die ersten Gold-Euros aus Griechenland. Sie erschienen in je 28.000 Auflage aus Anlass der Olympischen Sommerspiele in Athen 2004 und werden mit knapp 700 Euro im 2006er-Leuchtturm-Katalog höher bewertet als andere Münzen mit viel kleineren Auflagen. Ein Grund hierfür könnte die Tatsache sein, dass diese Münzen nicht nur von „Gold-Euro“-Sammlern gesucht werden, sondern ebenso unverzichtbarer Bestandteil einer kompletten Olympia- oder Griechenland-Sammlung sind. Das verknappt natürlich das Angebot für den Eurosammler.

Irland gibt es noch zum Erstausgabe-Preis

Den selben Effekt kann man bei ersten Gold-Euros Spaniens (2002) und Portugals (2003) beobachten, von denen offenbar viele in Fußball-Sammlungen aufgenommen wurden, weil sie zur WM 2002 bzw. als Gastgeber-Ausgaben zur UEFA Europameisterschaft 2004 erschienen. Man findet diese Münzen heute auf dem freien Markt nur noch sehr vereinzelt.

Die Gold-Erstausgaben Italiens zu 20 und 50 Euro stammen ebenfalls aus dem Jahr 2003 und widmen sich dem Thema „Europa der Künste“. Auch sie sind natürlich längst vergriffen und werden nur noch selten und weit über dem Erstausgabepreis angeboten. Das gleiche gilt für Luxemburg, das mit einer 5-Euro-Münze zum Jubiläum der Nationalbank 2003 den ersten Gold-Euro emittierte. Die Niederlande sind mit einer 10-Euro-Münze von 2002 zur Hochzeit des Kronprinzen Willem Alexander und seiner Frau Maxima in der goldenen Erstausgabe-Sammlung vertreten und Österreich mit einer 50-Euro-Münze „2000 Jahre Christentum“.

Mit der Neuausgabe Irlands ist nun also die Sammlung der Gold-Euro-Pioniere komplett. Und diese Münze ist die einzige, die noch zum Erstausgabepreis zu haben ist. Warten auf Godot? Viele Sammler werden da sofort zugreifen.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2006.


 


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