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Der erste Gold-Euro aus Irland ist noch
zum Ausgabepreis zu haben,...

...die übrigen goldenen Erstausgaben sind bereits
gewaltig im Wert gestiegen. Beispiel: Vatikan,
Monaco,

San Marino,
Belgien
oder Finnland.
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Vier Jahre nach Einführung des Euro hat Irland
jetzt als letzter Staat der Währungsunion seinen ersten
Gold-Euro ausgegeben. Damit ist eine der exklusivsten und
teuersten Sammlungen komplett: Euro-Erstausgaben in Gold.
"Warten auf Godot ist das wohl berühmteste
Werk des irischen Dichters Samuel Beckett. Das absurde Theaterstück
erzählt keine eigentliche Geschichte, der Schauplatz
ist statisch: Unter einem Baum an einer Landstraße warten
die beiden Landstreicher Wladimir und Estragon. Sie warten
auf Godot. Warten zwischen Bangen und Hoffen auch im
wahren Leben warten wir ständig auf etwas...
Viele Münzensammler zum Beispiel auf den ersten Gold-Euro
aus Irland! Aber im Gegensatz zur Hoffnungslosigkeit in Becketts
Theaterstück hat sich für sie das Warten gelohnt:
Vier Jahre nach Einführung der Gemeinschaftswährung
hat Irland als letztes Land der Währungsunion seine erste
Euro-Münze in Gold herausgegeben. Sie zeigt motivgleich
mit Irlands erstem Europa-Silber-Euro (siehe Seite
18/19) ein Porträt Samuel Becketts und die Szene aus
Warten auf Godot. Die 20-Euro-Münze hat einen
Durchmesser von 13,95 Millimetern, besteht aus 1/25 Unze reinem
Gold und hat eine Auflage von 20.000 Exemplaren. Für
viele dürfte sie der Einstieg in eines der exklusivsten
und teuersten modernen Sammelgebiete sein: Gold-Euro-Erstausgaben.
Seit es das neue europäische Münzgeld gibt, gelten
die Goldausgaben mit ihren oft sehr geringen Auflagen und
dem wertvollen Edelmetall, aus dem sie geprägt sind,
als absolute Premium-Kollektion. Hohe Wertsteigerungen
noch unterstützt vom rasant gestiegenen Goldpreis der
letzten Jahre haben all jene belohnt, die sich von
Anfang an darauf spezialisiert hatten. Viele Ausgaben sind
heute praktisch kaum noch zu beschaffen und werden teilweise
mit vierstelligen Beträgen gehandelt.
Die Spitze dürfte das Gold-Diptychon zu 20 und 50 Euro
des Vatikan markieren, das heute schon mit weit über
4.000 Euro zu Buche steht. Die beiden Münzen des Jahrgangs
2002 mit dem Bildnis von Papst Johannes Paul II. widmen sich
den Wurzeln des christlichen Glaubens und zeigen
die Arche Noah und das Opfer Abrahams. Mit nur je 2.800 Exemplaren
hat die Vatikan-Ausgabe die niedrigste Auflage aller Gold-Euro-Erstausgaben.
Ebenfalls sehr selten und wertvoll sind die ersten goldenen
Euro-Gedenkmünzen aus Monaco und San Marino, die mit
hohen Preisen katalogisiert sind.
Aber nicht nur die Münzen der fast schon legendären
drei Euro-Kleinstaaten verzeichnen überdurchschnittliche
Zuwächse, auch die ersten Gold-Euros großer Länder
vervielfachten sich teilweise im Wert. Kaum mehr zu finden
ist die finnische Erstausgabe Mitternachtssonne,
die heute mit 600 Euro im Leuchtturm Euro-Katalog 2006
steht und deren Auflage immerhin 25.000 Stück betrug.
Nur ein Fünftel dieser Auflage hatte Belgiens Gold-Erstausgabe,
die die Gründerväter Europas zeigt.
Sie wird heute bereits mit knapp 1.000 Euro bewertet.
Wertvolle Gold-Euros
Eine vergleichsweise hohe Auflage hatte da die erste und einzige
200-Euro-Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland von
2002. Insgesamt 100.000 Exemplare Übergang zur
Währungsunion Einführung des Euro wurden
geprägt und trotzdem wird die Münze heute
teils zum fünffachen ihres Ausgabepreises gehandelt.
Ein Grund liegt sicher in der Tatsache begründet, dass
durch die fünf unterschiedlichen Prägezeichen die
Auflage wirklich identischer Stücke nur 20.000 beträgt.
Die Gold-Euro-Erstausgabe Frankreichs erschien im Jahr 2002
mit dem Kopf der Europa in verschiedenen Stückelungen
und Nennwerten von 10 bis 100 Euro. Geringe Auflagen trugen
auch hier zu teils erheblichen Wertsteigerungen bei.
Erst 2003 kamen die ersten Gold-Euros aus Griechenland. Sie
erschienen in je 28.000 Auflage aus Anlass der Olympischen
Sommerspiele in Athen 2004 und werden mit knapp 700 Euro im
2006er-Leuchtturm-Katalog höher bewertet als andere Münzen
mit viel kleineren Auflagen. Ein Grund hierfür könnte
die Tatsache sein, dass diese Münzen nicht nur von Gold-Euro-Sammlern
gesucht werden, sondern ebenso unverzichtbarer Bestandteil
einer kompletten Olympia- oder Griechenland-Sammlung sind.
Das verknappt natürlich das Angebot für den Eurosammler.
Irland gibt es noch zum Erstausgabe-Preis
Den selben Effekt kann man bei ersten Gold-Euros Spaniens
(2002) und Portugals (2003) beobachten, von denen offenbar
viele in Fußball-Sammlungen aufgenommen wurden, weil
sie zur WM 2002 bzw. als Gastgeber-Ausgaben zur UEFA Europameisterschaft
2004 erschienen. Man findet diese Münzen heute auf dem
freien Markt nur noch sehr vereinzelt.
Die Gold-Erstausgaben Italiens zu 20 und 50 Euro stammen ebenfalls
aus dem Jahr 2003 und widmen sich dem Thema Europa der
Künste. Auch sie sind natürlich längst
vergriffen und werden nur noch selten und weit über dem
Erstausgabepreis angeboten. Das gleiche gilt für Luxemburg,
das mit einer 5-Euro-Münze zum Jubiläum der Nationalbank
2003 den ersten Gold-Euro emittierte. Die Niederlande sind
mit einer 10-Euro-Münze von 2002 zur Hochzeit des Kronprinzen
Willem Alexander und seiner Frau Maxima in der goldenen Erstausgabe-Sammlung
vertreten und Österreich mit einer 50-Euro-Münze
2000 Jahre Christentum.
Mit der Neuausgabe Irlands ist nun also die Sammlung der Gold-Euro-Pioniere
komplett. Und diese Münze ist die einzige, die noch zum
Erstausgabepreis zu haben ist. Warten auf Godot? Viele Sammler
werden da sofort zugreifen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2006.
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