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1 Die Gestaltung mit Wertziffer, Währungsangabe
und Europasternen bleibt unverändert.
2 Die geografische Landkarte Europas endet nun nicht mehr
an den EU-Grenzen.
3 Da die Türkei geografisch nicht zu Europa gehört,
fehlt sie auf dem Münzbild.
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Die Erweiterung der Europäischen Union spiegelt
sich künftig auch auf den Euro- und Cent-Kursmünzen
wieder. Eine geografische Landkarte des Kontinents auf der
Wertseite der Geldstücke soll der gewachsenen EU Rechnung
tragen .
Auf den ersten Blick sieht die neue gemeinsame Wertseite der
Euro- und Cent-Kursmünzen vertraut aus. Auf den beiden
Bimetallstücken zu 1- und 2-Euro finden sich unverändert
die gewohnte Wertziffer, das Wort Euro und die zwölf
Europasterne, die auf senkrechten Linien im rechten Teil des
Münzbilds stehen. Geändert dagegen hat sich die
Landkarte Europas.
Während bei den derzeit umlaufenden Kursmünzen nur
die EU-Mitgliedsländer erhaben dargestellt sind, so zeigt
die neue Wertseite eine komplette Europakarte ohne Ländergrenzen.
Die Schweiz ist jetzt ebenso dabei wie Norwegen, die Staaten
des früheren Jugoslawiens oder Teile Russlands. Was auffällt
ist, dass die Türkei säuberlich ausgespart ist.
Angesichts der Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit
diesem Land erst vor wenigen Monaten ist das zunächst
verwunderlich.
Allerdings war die Vorgabe an den belgischen Designer Luc
Luycx, der auch die alte Wertseite der Euros gestaltet
hatte, eine geografische Landkarte Europas auf die Münzen
zu zirkeln. Und rein geografisch liegt die Türkei nun
einmal nur zu drei Prozent ihres Staatsgebiets in Europa.
Der übergroße Rest gehört schon zu Asien.
Die Grenze zwischen Abend- und Morgenland verläuft bekanntlich
entlang der Meerenge des Bosporus bei Istanbul.
Die Europakarte auf der neuen gemeinsamen Euro-Rückseite
hat also nichts mehr mit den politischen Grenzen der Europäischen
Union zu tun, sondern zeigt schlicht eine geografische Landkarte
unseres Kontinents.
Auch die zweistelligen Cent-Werte bekommen eine neue Rückseite.
Hier sind, wie bisher, die Europasterne und die Karte in der
linken Münzhälfte angeordnet. Die gemeinsame Rückseite
der einstelligen Cent-Werte mit der Weltkugel bleiben unverändert.
Reihenfolge der Euro-Einführung
Die neuen Designs wurden erstmals in einem Bericht der Kommission
der Europäischen Gemeinschaften über die praktischen
Vorbereitungen für die künftige Erweiterung des
Eurogebiets im November 2005 veröffentlicht worden.
Aus diesem Bericht gehen auch weitere interessante Details
über den künftigen Fahrplan der Euro-Einführung
in den neuen Ländern hervor.
So wird festgestellt, dass 12 der 25 EU-Mitgliedsstaaten derzeit
die Euro-Zone bilden. Für Dänemark und Großbritannien
gelte eine spezielle Klausel, die es diesen beiden Ländern
freistellt, den Euro einzuführen. Für die übrigen
elf Mitgliedsstaaten wurde eine Regelung geschaffen, nach
der sie den Euro einführen sollten, sobald die
notwendigen Bedingungen erfüllt sind. Neben den
zehn neuen Ländern gilt dies auch für Schweden.
Estland, Litauen und Slowenien wollen den Euro bereits am
1. Januar 2007 und damit weniger als drei Jahre nach ihrem
EU-Beitritt einführen (wir berichteten in Ausgabe 5/2005
darüber). Zypern, Lettland und Malta streben den Beitritt
zur Eurozone ein Jahr später, also zum 1. Januar 2008,
an. Die Slowakei will den Euro am 1. Januar 2009 einführen.
In allen diesen Ländern sind die praktischen Vorbereitungen
für den Geldumtausch bereits angelaufen. Die Tschechische
Republik und Ungarn wollen dem Eurogebiet 2010 beitreten.
Polen und Schweden haben gegenwärtig kein geplantes Beitrittsdatum.
Die meisten der neuen Länder wollen wie einst
Deutschland die Umstellung in einem Schritt, dem sogenannten
Big Bang, in Kombination mit einer kurzen Parallel-Umlaufphase
des alten Geldes einführen.
Auf Empfehlung der Kommission hat der Rat Wirtschaft
und Finanzen (ECOFIN) beschlossen, die Entscheidungshoheit
für die Gestaltung der nationalen Seiten weiterhin bei
den einzelnen Ländern zu belassen, allerdings wurden
gemeinsame Leitlinien vorgegeben. So sollen künftige
nationale Seiten einen klaren Hinweis auf das Ausgabeland
(oder eine entsprechende Abkürzung) enthalten,
damit die Herkunft der Münze problemlos zu erkennen ist.
Außerdem sollen Nennwert und Währung auf der nationalen
Seite nicht mehr auftauchen, wie dies derzeit bei Österreich
der Fall ist. Lediglich wenn ein anderes Alphabet verwendet
wird, wie im Fall von Griechenland, darf auf der nationalen
Seite die Wertziffer und Währung noch einmal erscheinen.
Neue Varianten auch in Deutschland
Auch für die deutschen Motive bedeutet dies eine Änderung:
Ähnlich wie bei der neuen 2-Euro-Gedenkmünze wird
dann auch auf die normalen Kursmünzen die Landesbezeichnung
Bundesrepublik Deutschland geprägt. Wann
die nationalen deutschen Münzen freilich geändert
werden, steht noch in den Sternen. Das Bundesfinanzministerium
interpretiert die EU-Vorgabe nämlich so, dass unverändert
weitergeprägt werden darf, solange sich das Motiv nicht
ändert. Die Leitlinie gelte schließlich nur für
künftige nationale Seiten, nicht für
bestehende.
Auch wann die Umstellung auf die neuen gemeinsamen Wertseiten
stattfinden soll, wird in dem EU-Papier nicht erwähnt.
Sicher ist nur: Länder die den Euro neu einführen
(als erste 2007 Estland, Litauen und Slowenien), werden natürlich
gleich mit der erweiterten Landkarte auf den Münzen starten.
Da die bisher kursierenden Münzen allesamt gültig
bleiben, wird es für den Münzensammler künftig
noch spannender: Durch die neuen Gestaltungsvorgaben der EU
und der unterschiedlichen Umsetzung durch die einzelnen Länder
entsteht ein noch interessanteres und variantenreicheres Sammelgebiet
der Euro-Kursmünzen.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2006.
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