Editorial Januar / Februar 2006 Aktuelles Heft
 
Erfolgreiches Europa-Münzprogramm

Wolfgang Erzinger, Herausgeber Deutsches Münzen Magazin.

Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

 

Die Sammlung mit dem Europa-Stern als gemeinsamem Münzzeichen gewinnt immer mehr an Fahrt. Ab 2006 beteiligen sich bereits zehn der zwölf Euro-Hauptländer sowie Ungarn und möglicherweise weitere EU-Neumitglieder an diesem Staaten übergreifenden Gedenkmünzen-Programm. In der gesamten Jahrtausende alten europäischen Münzgeschichte gab es noch nie ein vergleichbares, Ländergrenzen überwindendes Gemeinschaftsprojekt.

Um die Zusammengehörigkeit der verschiedenen nationalen Ausgaben zu dokumentieren, wurde nach Entwürfen finnischer Designer das Europa-Stern-Münzzeichen kreiert. Es besteht aus einem Stern der Europa-Flagge und dem Euro-Symbol „€“. Überdies beschließt die europäische Münzdirektorenkonferenz jedes Jahr ein neues, gemeinsames Motto, unter dem alle Münzen erscheinen.

Beim Startjahrgang 2004 einigte man sich auf die „Erweiterung der Europäischen Union“ als gemeinsames Thema. Die meisten der damals noch sechs „Gründerstaaten“ des Münzprogramms setzten das gestellte Thema in Form einer Europakarte grafisch um, häufig unter Nennung der zehn neuen oder aller Namen der EU-Mitgliedsländer.

2005 lautete das Motto dann „Frieden und Freiheit“, eine Erinnerung an den 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Hier war die Umsetzung des Themas deutlich vielfältiger. Finnland und Frankreich etwa entschieden sich für das Motiv der Friedenstaube, auf Spaniens Münze reichen sich zwei Menschen die Hand, Österreich würdigte die Europahymne mit ihrer Friedensbotschaft und Belgien ließ einen in Silber geprägten Phönix der Asche des Krieges entsteigen.

Nun also das Thema für 2006: „Große Europäer“. Mozart wird da gewürdigt und Europa-Gründungsvater Robert Schumann, im Gespräch sind weiterhin Leonardo da Vinci oder Heinrich der Seefahrer. Den numismatisch interessantesten Akzent setzt 2006 indes Ungarn, das als erstes EU-Neumitglied noch in alter Währung, nämlich in Forint, der Europa-Serie beitritt. Béla Bartók wird auf dieser Münze gewürdigt und bereichert damit eindrucksvoll die Galerie der „Großen Europäer“.

Es war in Vor-Euro-Zeiten für die meisten Münzensammler ebenso wenig möglich, „Europa komplett“ zu sammeln, wie nach Einführung der Gemeinschaftswährung. Es gibt einfach zu viele verschiedene Münzen. Die Europa-Serie mit ihrem gemeinsamen Münzzeichen und Thema eröffnet dem Sammler jedoch die Möglichkeit, eine überschaubare, grenzüberschreitende Kollektion komplett zusammenzustellen. Das ist sicherlich der wichtigste Grund für den großen Erfolg dieses Münzprogramms.

Ihr


 


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