Aktuell: September / Oktober 2005 Aktuelles Heft
 
Bundesrepublik Deutschland 2006:
Mozart und Schinkel in Silber




Silbermünze zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart im Januar 2006.






Im März 2006 erscheint die Gedenkmünze zum 225. Geburtstag des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel.


 

Mit einer 10-Euro-Silbergedenkmünze zu Ehren des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart wird im Januar der nächste Gedenkmünzen-Jahrgang der Bundesrepublik Deutschland eröffnet. Ihr Motiv wurde jetzt ebenso beschlossen wie das der im März erscheinenden Silbermünze „225. Geburtstag von Karl Friedrich Schinkel“.

Mit der 10-Euro-Gedenkmünze auf die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, die im November erscheint, wird erstmals eine Persönlichkeit auf einer bundesdeutschen Münze gewürdigt, die weder in Deutschland geboren oder gestorben ist, noch hier den Mittelpunkt ihres Wirkens hatte. Wir lernen: Euro-Gedenkmünzen der Bundesrepublik haben europäische Dimensionen erlangt. Gleich die nächste Silbermünze, die im Januar 2006 erscheint, gilt wieder einem Österreicher: Wolfgang Amadeus Mozart. Neben ihrer Bedeutung für unsere Geschichte und Kultur haben beide Persönlichkeiten aber auch noch einen direkten Deutschlandbezug: Bertha von Suttner wurde in Gotha beigesetzt und Mozarts Vater stammte ursprünglich aus Augsburg.

250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart

Am 27. Januar also erscheint die erste deutsche Silbergedenkmünze des Jahrgangs 2006. Auf den Tag genau zur 250. Wiederkehr des Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart, der 1756 in Salzburg geboren wurde. Mozart, das „Wunderkind“, spielte schon in jungen Jahren Klavier und Geige wie ein Erwachsener, verfügte über das absolute Gehör und vor allem: er komponierte. In seinen ersten 24 Lebensjahren befand sich Mozart allein neuneinhalb Jahre auf Reisen kreuz und quer durch Europa.

Er faszinierte ebenso das breite Publikum wie Könige und Aristokraten. Bei Kaiserin Maria Theresia saß er 1762 auf dem Schoß, zwei Jahre später nahm er in Versailles an der königlichen Abendtafel von Ludwig XV. teil, als 14-jähriger wurde er vom Papst empfangen. Unvergänglich sind seine Opern, wie „Die Zauberflöte“ oder „Don Giovanni“, und natürlich seine vielen großen Klavierkonzerte. Er hinterließ ein reiches Oeuvre von rund 675 Kompositionen. Im November 1791 starb Mozart im Alter von nur 35 Jahren.
Wolfgang Amadeus Mozart wurde schon mehrfach auf Münzen geehrt. So zu seinem 200. Todestag 1991 in Tschechien, China, der Türkei und Frankreich – und natürlich in seinem Heimatland Österreich, wo ihm seit 1931 neben vier Silber- und zwei Gold-Gedenkmünzen sogar die 1-Euro-Umlaufmünze gewidmet wurde.

Jury: „Originelle graphische Lösung“

Nun erscheint Mozart auch auf einer deutschen Münze. Sie wurde gestaltet von dem jungen Berliner Künstler Jordi Regel, der für die Bildseite ein markantes Porträt des Musikers geschaffen hat. „Die Wertseite“, so das Preisgericht in seiner Beurteilung, „korrespondiert mit der Wertseite in hervorragender Weise. Dies kommt besonders durch das Aufgreifen der beschwingten Adlerflügel und der Anordnung der Sterne innerhalb von Notenlinien zum Ausdruck.“ Insgesamt stelle die Münze eine „zeitgemäße und originelle graphische Lösung“ dar. Jordi Regel beweist damit auch den Münzensammlern, dass er durchaus in der Lage ist, perfekte, detailreiche Motive zu gestalten und nicht nur einen leeren Fernsehbildschirm, wie auf der umstrittenen Silber-Gedenkmünze aus dem Jahr 2002.

Den 2. Preis holte sich Carl Vezerfi-Clemm aus München, Platz 3 ging an Frantisek Chochola aus Hamburg. Die Randschrift lautet (nach einem Zitat von Hermann Hesse): MOZART – DIE WELT HAT EINEN SINN.

Karl Friedrich Schinkel im März


Nach Deutschlands erster 2-Euro-Gedenkmünze und der vierten Silberausgabe zur Fußball-WM 2006, die beide im Februar erscheinen, steht am 2. März 2006 eine Gedenkmünze zu Ehren von Karl Friedrich Schinkel auf dem Programm. Er wurde genau 225 Jahre zuvor geboren. Schinkel gilt als der „Baumeister Preußens“. Seine wichtigsten Werke verbinden Schönheit und Zweckmäßigkeit in seltener Harmonie. Mit der Neuen Wache, dem Schauspielhaus und dem Alten Museum in Berlin sowie der Nikolai-Kirche in Potsdam setzte sich Schinkel selbst unvergängliche Denkmale. Den Münzensammlern ist Schinkel freilich auch ein Begriff, weil er zu seinem 125. Todestag Motiv der ersten Gedenkmünze der DDR war, die heute sehr wertvoll ist. Sie gilt als das „Germanische Museum“ des Sammelgebiets DDR.

Die 10-Euro-Gedenkmünze, die von Professor Axel Bertram aus Berlin geschaffen wurde, verzichtet auf ein Porträt des Geehrten. Auf der Bildseite wird vielmehr ein kniender Jüngling gezeigt, der über einer Quadermauer ein Senkblei anlegt, darunter die Inschrift zum Ausgabeanlass: Karl Friedrich Schinkel 1781-1841. Das Motiv stammt aus Schinkels Reliefplatten der Berliner Bauakademie. Die Wertseite zeigt einen klassischen Münzadler, der gut mit der Vorderseite korrespondiert. Die Jury urteilte: „Insgesamt ein sehr gelungener Entwurf, der inhaltlich und in seiner präzisen Gestaltung viel vom künstlerischen Gedankengut Schinkels vermittelt.“ Platz 2 und 3 gingen an Arbeiten von Professor Christian Höpfner aus Berlin und Stefan Voigtländer aus Leipzig, die beide ein Porträt Schinkels in den Mittelpunkt ihres Münzmotivs stellten.

Die Randschrift lautet: DER MENSCH BILDE SICH IN ALLEM SCHÖN. Es ist ein Zitat Schinkels, der den Begriff des Schönen als Basis und Grund menschlicher Existenz betrachtete, ohne den das Leben „nur Kampf mit der Barbarei“ sei.

Spezifikationen: „250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart“ und „225. Geburtstag Karl Friedrich Schinkel“, 2006, 10 Euro, Silber 925/1000, Ø 32,5 mm, 18 Gramm. Auflagen: je 1,8 Millionen in Stempelglanz und 300.000 in Spiegelglanz. Prägestätten: München „D“ (Mozart) und Stuttgart „F“ (Schinkel).

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2005.


 


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