Aktuell: September / Oktober 2005 Aktuelles Heft
 
Estland und Litauen auf dem Weg zum Euro:
neue Münzen schon ab 2007


Die Euro- und Centmünzen Estlands werden die Karte des Landes zeigen.



Litauen hat sich für sein Landeswappen als Motiv der neuen Münzen entschieden.

 

Estland, Litauen und Slowenien werden voraussichtlich die ersten der zehn neuen EU-Länder sein, die 2007 die Gemeinschaftswährung einführen. Zwei Staaten haben bereits die Designs für die nationalen Seiten ihrer Umlaufmünzen beschlossen, die erstmals auch eine neue Europa-Seite mit aktualisierter Landkarte zeigen.

Drei der zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten werden vermutlich schon Anfang 2007 Vollmitglieder der Währungsunion mit eigenen Euromünzen sein: Estland, Litauen und Slowenien. Sie sind bereits kurz nach ihrer Aufnahme in die Union Mitte 2004 dem Europäischen Wechselkursmechanismus EWS 2 beigetreten. Diese Institution gilt gewissermaßen als „Wartezimmer“ für die Euro-Kandidaten. Zwei Jahre lang müssen die Länder hier unter Beweis stellen, dass ihre Währungen einen stabilen Wechselkurs zum Euro haben. Das ist eines der sogenannten Maastrichter Kriterien, zu denen auch die jährliche Neuverschuldung von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (das Deutschland ja bekanntlich seit mehreren Jahren überschreitet) gehört.

Mitte 2006 also haben diese drei Länder die Zweijahresphase hinter sich und können, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen, den Euro einführen. Bis dann aber tatsächlich das Bargeld ausgetauscht wird, sind noch ein paar technische Vorbereitungen notwendig, die allerdings nicht so lange dauern werden wie bei den zwölf Altmitgliedern, die für die Phase der Münzen- und Banknotenherstellung ja bekanntlich drei Jahre brauchten. Die neuen Länder können von den Erfahrungen der Pioniere auf diesem Gebiet profitieren und werden deshalb die Umstellungsphase wohl in wenigen Monaten bewältigen. Alle drei Staaten haben sich zum Ziel gesetzt, im Januar 2007 das Euro-Bargeld in ihren Ländern einzuführen. Auf den Münzentwürfen ist deshalb auch bereits diese Jahreszahl zu finden.

In Estland wurde das Motiv von der Bevölkerung gewählt

Im nahezu schuldenfreien Estland wurde ein fester Wechselkurs schon bei der Unabhängigkeitserklärung 1991 festgeschrieben – damals noch zur Deutschen Mark. Eine DM entsprach acht Estnischen Kronen, heute sind es 15,65 Kronen pro Euro. Die Litauischen Litas werden mit 1:3,45 umgerechnet. In Slowenien gilt ein Euro soviel wie 239,64 Tolar.

Das Design der neuen nationalen Seiten von Estland wurde ganz demokratisch entschieden – es gab einen öffentlichen Wettbewerb, bei dem die Bevölkerung das schönste Motiv wählen konnte. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Esten für ein Landkarte und das Wort „Eesti“, gestaltet von Lembit Lõhmus. Zur Begründung für sein Motiv schrieb der Künstler: „Es gibt nur wenige Länder in Europa, die eine solch attraktive und leicht zu merkende Kontur haben wie Estland.“ Deshalb sei dieses Symbol besonders gut geeignet. Alle acht Wertstufen von 1 Cent bis 2 Euro werden das selbe Motiv haben.

Litauen mit Landeswappen

Die Regierung von Litauen, dem südlichsten und von der Fläche zugleich größten baltischen Staat, entschied sich für das Staatswappen auf den nationalen Seite aller acht Euro- und Cent-Münzen. Dieses Wappen geht auf die Zeit des litauischen Großfürstentums im 14. Jahrhundert zurück. Es zeigt einen Ritter mit erhobenem Schwert hoch zu Ross und erinnert an den legendären Volkshelden Vytis.

Der Betrachter sieht den Ritter nach links, in Richtung Westen gewendet. Das soll auf die Richtung hinweisen aus der in der Vergangenheit Gefahr für Litauen drohte – vom Deutschen Ritterorden und von Polen. Heute dürfte das freilich anders sein: Für die östlichsten EU-Länder ist durch den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft aus dem Westen eher Gutes zu erwarten.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe September / Oktober 2005.


 


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