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Wolfgang Erzinger, Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.
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Die Auflage für die diesjährige 100-Euro-Goldmünze
mit dem Motiv FIFA Fußballweltmeisterschaft Deutschland
2006 wurde auf 350.000 Stück festgelegt. Dieser
schlichte Satz überraschte und elektrisierte Münzensammler
wie -händler gleichermaßen. Er stammt aus einer
Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums und bedeutet
nichts weniger, als dass für den Fußball-Gold-Euro
die niedrigste Auflage aller 100-Euro-Münzen der Bundesrepublik
Deutschland festgelegt wurde.
Eine Auflagenerhöhung war von vielen erwartet worden,
mindestens aber eine gleich hohe Stückzahl wie die letzten
Jahre. Denn gerade bei dieser Münze wird es eine große
Zahl von zusätzlichen Souvenirkäufern geben, die
sich mehr für das populäre Thema, denn fürs
systematische Münzensammeln interessieren. Und außerdem
hatte die Bundesregierung eine großzügig bemessene
Höchstauflage für diesen Gold-Euro von
600.000 Stück beschlossen. Dass die Verantwortlichen
im Bundesfinanzministerium jetzt doch nicht an diese Obergrenze
gegangen sind, verdient Lob. Sie verzichteten zugunsten besserer
Wertsteigerungschancen für die Sammler auf ihren maximalen
Münzgewinn.
Es ist ja nun nicht so, dass die Menschen in Deutschland sich
vom Hobby Münzensammeln abwenden würden, im Gegenteil.
Aber das Geld ist knapper geworden und manch einer kann sich
das jährliche Goldstück nicht mehr leisten und beschränkt
sich aufs Sammeln von preiswerteren Silber- und Kursmünzen.
Wobei hier das Wort preiswert, wie so oft, fehl
am Platze ist. Denn gerade die deutsche 100-Euro-Münze
des Jahrgangs 2005 ist sicher ihren Preis wert.
Wahrscheinlich bald auch mehr. Dann nämlich, wenn die
Gesamtauflage unters Volk gebracht ist und viele Exemplare
von den Souvenirkäufern abgefischt wurden. Münzensammler,
die bis dahin leer ausgegangen sind, werden dann ebenso höhere
Preise bezahlen wie Fußballfans, die in Vorfreude auf
das größte Sportfest in Deutschland unbedingt dieses
goldene Andenken besitzen wollen.
Die Wirtschaftswoche brachte es in einer knappen
Überschrift auf den Punkt: Verdoppelung drin
titelte die Zeitschrift und schrieb, die 2005er Goldmünze
biete die Chance auf überproportionale Steigerungen.
Die Ökonomen sehen das eben ganz nüchtern: Erhöhte
Nachfrage bei reduziertem Angebot führt unausweichlich
zu steigenden Preisen.
Glücklich der Sammler, der bei der Zuteilung des Fußball-Gold-Euros
zum Zug gekommen ist.
Ihr

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