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Einmalige Extra-Ausgaben des Vatikan zum Papstwechsel:
Silber-Gedenkmünze und Kursmünzensatz (Fotomontage)
zur Sedisvakanz 2005.
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Das erste Mal in der Geschichte des Kirchenstaats wird
es 2005 einen Sedisvakanz-Kursmünzensatz geben. Neben
dem kompletten Satz von 1 Cent bis 2 Euro mit Wappendarstellungen
wurde vom Vatikan zusätzlich eine 5-Euro-Silbergedenkmünze
zur Sedisvakanz 2005 in sehr geringer Auflage angekündigt.
Beide Ausgaben haben ein enormes Wertsteigerungspotential.

SEDE VACANTE MMV steht auf den neuen Münzen des Vatikanstaats
zu lesen übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet
das Leerer Stuhl 2005. Schon seit Jahrhunderten
ist es eine Tradition, dass in der Übergangszeit nach
dem Tod des Papstes sogenannte Sedisvakanz-Münzen herausgegeben
werden. Nur rund zwei Wochen vom 2. bis 19. April 2005
dauerte diesmal die Sedisvakanz, weil sich die Kardinäle
aus aller Welt sehr schnell auf einen Nachfolger des verstorbenen
Johannes Paul II. einigen konnten. Seit fast 500 Jahren ist
es erstmals wieder ein Deutscher: Papst Benedict XVI., der
frühere Kardinal Joseph Ratzinger.
Während dieser kurzen Phase, als der Thron Petri verwaist
war, nahm die Apostolische Kammer unter der Leitung des spanischen
Kardinals Eduardo Martinez Somalo die Verwaltung von Gütern
und Rechten des Heiligen Stuhls wahr. Mit den Sedisvakanz-Münzen
soll dieses Ereignis gewürdigt und die Kontinuität
in der Ausübung der staatlichen Amtsgewalt, zu der das
Münzrecht gehört, dokumentiert werden. Deshalb sind
diese Prägungen auch numismatisch so besonders interessant.
Und erstmals in der Geschichte gibt es neben Gedenkmünzen
auch einen kompletten Kursmünzensatz zur Sedisvakanz.
Wappen des Camerlengo
Als Motiv zeigen alle Sedisvakanz-Münzen von 2005 das
Wappen des Kardinal-Kämmerers (Camerlengo) eingebettet
in das Emblem der Apostolischen Kammer, zwei gekreuzte Schlüssel
unter einem Baldachin. Die Umschrift lautet .SEDE VACANTE
MMV., umgeben von den Europasternen und der Staatsbezeichnung
CITTA DEL VATICANO. Die Jahreszahl 2005 (in arabischen
Ziffern) und das Prägezeichen R für
die Münzstätte in Rom weisen nur die beiden Bimetall-Höchstwerte
auf, deren Kern motivgleich mit dem Kleinmünzen-Design
ist und auf deren Ring nochmals die Staatsbezeichnung und
die Europasterne wiederholt werden. Die Auflage des von der
Künstlerin Daniela Longo gestalteten Kursmünzensatzes
beträgt 60.000 Exemplare, rund ein Drittel weniger als
der normale Stempelglanz-Jahressatz von 2005 mit dem Bildnis
von Johannes Paul II., der offiziell am 28. April erschienen
ist.
Als amtlicher Erstausgabetag für den Sedisvakanz-Satz
2005 ist der 30. Juni festgelegt worden, an dem auch eine
Sedisvakanz-Silbergedenkmünze zu 5 Euro erscheint. Sie
zeigt auf ihrer Rückseite die Wappendarstellung wie auf
den Kursmünzen und die Worte SEDE VACANTE MMV. Auf der
Vorderseite findet sich neben Staatsbezeichnung und Nennwert
eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist, sowie die
lateinische Inschrift VENI SANCTE SPIRITUS (Komm, Heiliger
Geist). Vorder- und Rückseite der ebenfalls von Daniela
Longo gestalteten Münze harmonieren sehr gut miteinander:
die Bildelemente werden jeweils von einem Quadrat aufgenommen
und lassen für die Umschriften halbrunde Felder frei,
an die sich die Buchstraben anpassen.
Die niedrige Auflage dieser Silbermünze wird ihrem Wert
sicher bald Flügel verleihen: Ganze 13.440 Stück
nur werden geprägt die krumme Auflage
entspricht den Vorgaben der Europäischen Union. Von den
Währungshütern nämlich wurde festgelegt, dass
der Vatikan in Sedisvakanz-Jahren und zu wenigen anderen Anlässen
(etwa Heiliges Jahr) Münzen im Nennwert von
300.000 Euro mehr als üblich prägen darf. Das Rechenexempel
ist einfach: Nach Abzug der 60.000 Kursmünzensätze
zu je 3,88 Euro (gesamt 232.800 Euro) bleibt ein Rest von
67.200 Euro macht genau 13.440 Münzen zu 5 Euro.
Neben den Sedisvakanz-Ausgaben 2005 gibt es vom Vatikan dieses
Jahr die beiden bereits erwähnten Kursmünzensätze
mit dem Bildnis von Papst Johannes Paul II. in Stempelglanz
und Polierter Platte, eine weitere 5-Euro-Silbermünze,
zu der noch kein Thema bekannt gegeben wurde, eine 10-Euro-Silbermünze
zum Jahr der Eucharistie und die 2-Euro-Gedenkmünze
zum Weltjugendtag in Köln. Für das Spätjahr
ist die Ausgabe von zwei Goldmünzen zu 20 und 50 Euro
angekündigt, die sich in einer neuen Serie den christlichen
Sakramenten (2005: Taufe) widmen.
Hohe Wertzuwächse bei Vatikan-Münzen
Die Euro-Münzen des Vatikans haben sich bereits weit
über normale Münzensammler-Kreise hinaus einen geradezu
legendären Ruf erworben, was ihre Wertsteigerungschancen
angeht. Zu Recht, sind die Ausgaben doch regelmäßig
lange vor ihrem amtlichen Ersttag offiziell ausverkauft und
legen in kürzester Zeit um teilweise mehrere hundert
Prozent zu. Eine klassische Folge des Marktgesetzes von (kleinem)
Angebot und (großer) Nachfrage. Durch den Tod des sehr
beliebten Papstes Johannes Paul II. hat sich dieser Trend
eher noch verstärkt, weil viele Gläubige, die eigentlich
keine Sammler sind, offizielle Münzen mit seinem Bildnis
als ehrendes Andenken besitzen wollen. Die letzten Kursmünzensätze
des früheren Pontifex stehen deshalb besonders hoch im
Kurs.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Juli / August 2005.
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