Im Blickpunkt: Mai / Juni 2005 Aktuelles Heft
 
Die letzten Kursmünzen mit Papst Johannes Paul II.


Wochenlang war
darüber
spekuliert
worden, ob der
Vatikan-
Kursmünzensatz
2005 mit dem
Bildnis von
Johannes Paul II.
auch nach dem
Tod des Papstes
noch heraus-
gegeben wird.
Jetzt hat das
vatikanische
Münzamt offiziell
bestätigt, dass
die Jahressätze
2005 wie geplant
am 28. April
erscheinen.




"ANNO XXVII -
2005" steht auf
dem neuen
Vatikan-
Kursmünzensatz.
Die lateinischen
Ziffern stehen für
das 27.
Pontifikatsjahr
von Johannes
Paul II
.

 

 

 




Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. schnellten die Preise für Vatikan-Münzen sprunghaft in die Höhe. Millionen Gläubige wollen ein geprägtes Erinnerungsstück an diesen großen Pontifex besitzen. Einen Monat nach dem Tod des Kirchenoberhaupts erscheinen die letzten Vatikan-Kursmünzen mit dem Porträt von Johannes Paul II.

Nach den Tagen der Trauer bewegte viele Münzensammler die Frage, wie es nach dem Tod des Heiligen Vaters weitergeht mit dem Münzjahrgang 2005 des Vatikans. Wird der bereits geprägte Kursmünzensatz mit dem Bildnis von Johannes Paul II. auch nach seinem Tod noch ausgeliefert? Wird es, wie es einer Jahrhunderte alten Tradition entspricht, auch 2005 sogenannte Sedisvakanz-Münzen geben?

Mittlerweile sind die Fragen beantwortet: Nach der Wahl des deutschen Kardinals Joseph Ratzinger zum neuen Papst bestätigte das Münzamt des Vatikans, dass der für 28. April angekündigte Vatikan-Kursmünzensatz 2005 in Stempelglanz und Polierter Platte wie geplant erscheinen wird. Es sind dies die letzten Kursmünzen mit dem Bildnis des verstorbenen Papstes.

Ebenfalls offiziell bestätigt ist auch die Ausgabe einer Sedisvakanz-Münze, die traditionell in den Jahren eines Papstwechsels vom Heiligen Stuhl ausgegeben wird. Sie soll im Mai erscheinen, Material und Nennwert wurden noch nicht genannt.

Sedisvakanz-Münze 2005

Mit dem Tod von Papst Johannes Paul II. hat die so genannte Sedisvakanz begonnen, die Zeit des „leeren Stuhls“ („sede vacante“). Eine wichtige Rolle in dieser Übergangszeit kommt dem Kardinalkämmerer, dem Camerlengo, zu. Dieses Amt hat zur Zeit der spanische Kardinal Eduardo Martinez Somalo inne. Seine Aufgabe war es auch, den Tod Johannes Pauls offiziell festzustellen. Die Regeln sehen vor, dass nach dem Ausstellen der Sterbeurkunde die päpstlichen Siegel zerbrochen werden und der Camerlengo die Arbeitszimmer und Privatgemächer des Papstes versiegelt.

Traditionsgemäß erscheint zur Sedisvakanz eine Münze, die gekreuzte Schlüssel unter einem Baldachin und das Wappen des Camerlengo zeigen. Schon seit Jahrhunderten gibt es zu jeder Sedisvakanz eine solche Prägung. Eine Ausnahme bilden lediglich die Jahre 1870 bis 1929, als wegen der Besetzung des Kirchenstaats durch Italien überhaupt keine Vatikan-Münzen erschienen.

Erst kürzlich, im Oktober 2003, hat der Rat der Europäischen Union eine Änderung der Währungsvereinbarung zwischen Italien und dem Vatikanstaat beschlossen, in der der Vatikan ausdrücklich berechtigt wird, im Jahr der Sedisvakanz die festgelegte Obergrenze (jährlich Münzen im Nennwert von maximal einer Million Euro) um 300.000 Euro zu überschreiten.

2005 dürfen also erstmals Vatikan-Münzen im Nennwert von 1,3 Millionen Euro ausgegeben werden. Wird der gesamte Zusatzbetrag beispielsweise für eine 5-Euro-Silbermünze genutzt, so ergibt das rechnerisch gerade mal 60.000 Auflage. Wertsteigerungen einer solchen Sedisvakanz-Münze wären geradezu programmiert.

Preise für Vatikan-Münzen sprunghaft gestiegen

Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. stiegen die Preise für Vatikan-Münzen sprunghaft an. Vor allem Münzen in Euro-Währung legten dramatisch zu. Wertsteigerungen von 50 Prozent und mehr waren keine Seltenheit. Hintergrund ist die stürmische Nachfrage bei ohnehin knappen Auflagen.

Auch viele Nicht-Sammler unter den Millionen Gläubigen wollen nun Münzen mit dem Porträt des verstorbenen Papstes als unvergängliche Erinnerungsstücke besitzen – spätestens seit bekannt wurde, dass in den Sarg von Johannes Paul II. neben der Mitra (Bischofsmütze) und einer versiegelten Zusammenfassung seines Lebens in lateinischer Sprache auch ein Säckchen mit Münzen gelegt wurde, die während seines Pontifikats geprägt wurden. Diese Grabbeigabe unterstreicht einmal mehr, welch hoher Stellenwert Münzen auch in der heutigen Zeit zukommt.

     

 


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