Aktuell: Mai / Juni 2005 Aktuelles Heft
 
Münz-Ehrungen für Friedrich von Schiller






Ersttag 12. Mai 2005: Silber-Gedenkmünze Friedrich von Schiller zum 200. Todestag.




Deutsches Reich 1934




Bundesrepublik Deutschland 1955




DDR 1972


Cook-Inseln 1996

 

Vor genau 200 Jahren, am 9. Mai 1805, starb Friedrich von Schiller. Die 10-Euro-Silber-Gedenkmünze ist eine der Ehrungen, die dem großen deutschen Dichter im „Schillerjahr 2005“ zuteil wird.

Friedrich Schiller (das „von“ erhielt er erst 1802) wurde am 10. November 1759 im württembergischen Marbach als Sohn eines Militärarztes und einer Bäckerstochter geboren. Er besuchte die Dorfschule, später die Lateinschule und absolvierte auf Befehl von Herzog Karl Eugen schließlich eine Militärakademie, die er mit einem Studium der Medizin abschloss. Sieben Jahre lang war Schiller dem militärischen Drill ausgesetzt, den er oft auch als Entwürdigung empfand. Sie prägten das weitere Leben des Dichters.

1782 wurde in Mannheim ein Theaterstück uraufgeführt das unter stürmischen Tumulten gefeiert wurde. Es trug den Titel „Die Räuber“ und enthielt einiges Gedankengut der sieben Jahre später stattfindenden französischen Revolution. Verfasser war ein unbekannter Regimentsmedicus aus Stuttgart: Friedrich Schiller.

Nachdem der Herzog Schiller das „Komödienschreiben“ untersagte, floh Schiller aus Württemberg. Gesundheitlich schwer angeschlagen und hoch verschuldet verschlug es ihn nach Leipzig, wo er von Gönnern unterstützt wurde. Schließlich zog es ihn in das kulturell so reizvolle Weimar, wo Goethe, Herder und Wieland lebten. Mit Goethe verband ihn in seinen letzten zehn Lebensjahren eine enge Freundschaft und hier in Weimar schrieb er, schon vom Tod gezeichnet, mit der ihm eigenen unbändigen Energie seine wichtigsten Dramen: 1799 „Wallenstein“, 1800 beendete er „Maria Stuart“, 1801 „Die Jungfrau von Orleans“, 1803 „Die Braut von Messina“ und 1804 schließlich sein letztes vollendetes Stück, den „Wilhelm Tell“.

Kurz vor der Geburt seiner zweiten Tochter zog er sich im Winter 1804 eine Erkältung zu, von der er sich nicht mehr erhohlen sollte. Am 9. Mai 1905 starb Friedrich von Schiller im Alter von nur 45 Jahren an einer akuten Lugenentzündung.

Großes Lob für die Schiller-Gedenkmünze 2005

Der siegreiche Münzentwurf der Jubiläumsmünze 2005 stammt von dem bekannten Bildhauer und Medailleur Karsten Theumer aus Höhnstedt bei Halle/Saale. Er stellt auf der Bildseite eine Porträtdarstellung Schillers in den Mittelpunkt, umrahmt von Titeln ausgewählter dramatischer, lyrischer, epischer und philosophischer Werke. Großes Lob vom Preisgericht erhielt dabei die Darstellung des Kopfes des Dichters, „weil sie – ohne falsche idealisierende Elemente – den Menschen Schiller authentisch erkennen lässt“. Die Randschrift lautet: „Ernst ist das Leben – heiter ist die Kunst“.

Die neue 10-Euro-Münze ist nicht die erste deutsche Münze, die Friedrich von Schiller gewidmet ist. Bereits 1934 war Schiller Motiv einer deutschen Gedenkmünze aus Anlass seines 175. Geburtstags. Die Randschrift der von Hubert Zimmermann aus Stuttgart entworfenen Münze des Dritten Reichs zitiert eine Zeile aus Wilhelm Tell: „Ans Vaterland ans teure schließ dich an“. Die Schiller-Münze von 1934, eine der wenigen Gedenkmünzen jener Epoche, wurde in zwei Wertstufen zu 2 und 5 Reichsmark geprägt und ist heute in guter Erhaltung sehr begehrt.

Wertvoll und selten: Schiller-Münze von 1955


Noch viel wertvoller ist die Schiller-Münze von 1955, die zweite Gedenkmünze der Bundesrepublik Deutschland überhaupt. Nach einem Entwurf von Professor Alfons Feuerle aus Schwäbisch Gmünd zeigt sie zum 150. Todestag des Dichters ein Porträt Schillers und die Randinschrift: „Seid einig einig einig“, erneut ein Zitat aus Wilhelm Tell. Diese Münze wird heute in Stempelglanz mit 800 Euro bewertet, in Spiegelglanz („Polierte Platte“), von der nur ganz wenige Exemplare geprägt wurden, gar mit 2000 Euro. Sie gehört damit zu den absoluten Spitzenstücken der Deutschland-Sammlung.

Auch die DDR widmete Schiller 1972 eine Münze

Auch in der Deutschen Demokratischen Republik gab es 1972 eine Gedenkmünze aus Neusilber zu Ehren von Friedrich von Schiller. Hier werden nach einem Entwurf von Axel Bertram das markante Porträt des großen Dichters sowie seine Lebensdaten gezeigt.

Eine weitere Münzehrung erfuhr posthum der deutsche Dichter am „anderen Ende der Welt“: Die Cook-Inseln widmeten dem großen Deutschen 1993 eine 20-Dollar-Silbermünze und drei Jahre später eine motivgleiche „Kleinste Goldmünze“, die Schiller in Dichterpose darstellt, dazu eine Glocke, die symbolisch für sein Werk (hier: „Das Lied von der Glocke“) steht.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Mai / Juni 2005.


 


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