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Goldmünzen haben neben ihrem oft hohen Sammlerwert jetzt
auch noch einen steigenden "inneren" Wert.

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- Trend zeigt weiter nach oben
Prognosen bis zu 800 Dollar
- Als Münzen eine glänzende Geldanlage
- Wertzuwachs schlägt Aktien und Immobilien
Gold ist gefragt wie schon lange nicht mehr. Der Preis des
edlen Metalls stieg auf seinen höchsten Stand seit 16
Jahren. Und er steigt weiter. 445 Dollar kostete die Feinunze
bei Redaktionsschluss Mitte November 2004. Das ist der höchste
Stand seit Ende der 80er Jahre. Und vielleicht hat der Goldpreis,
wenn Sie diesen Text lesen, bereits die 450-Dollar-Marke geknackt.
Gold profitiert unter anderem vom schwachen Kurs des Dollars,
der sich aufgrund der angespannten Haushaltslage in den USA
immer mehr zu einem Unsicherheitsfaktor entwickelt
und die Wiederwahl von Präsident George W. Bush lässt
hier keine grundlegende Wende vermuten. Der Wert des Goldes
stieg seit Anfang 2002 bis um mehr als 50 Prozent. Die renommierte
Nachrichtenagentur ddp folgert daraus: Für viele
Anleger ist Gold wieder eine ernsthafte Alternative zu Devisengeschäften
geworden.
Nur eine Richtung: aufwärts
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: Der
Goldpreis kennt seit der zweiten Septemberwoche unter dem
Strich nur eine Richtung: aufwärts. Neben dem schwächelnden
Dollar führt die Zeitung die Goldpreis-Rallye
auch auf die steigende Nachfrage vor allem aus China zurück,
wo eine reicher werdende Mittelklasse vermehrt Goldschmuck
kaufe. Die Goldminen beispielsweise in Südafrika arbeiteten
bereits an der Rentabilitätsgrenze und könnten den
Mehrbedarf nicht decken. Folge: ein weiter steigender Goldpreis.
Aktien und Immobilien mit ihren stark schwankenden, über
die letzten Jahre gerechnet per Saldo fallenden Kursen sind
für immer mehr Anleger ebenso uninteressant geworden
wie andere Geldanlagen, die unter den anhaltend niedrigen
Zinsen leiden. Das von vielen früher geschmähte
Edelmetall Gold hat sich deshalb schon seit einiger Zeit vom
Geheimtipp zur ganz offenen Investitionsempfehlung gewandelt.
Experten erwarten neuen Goldrausch, titelte im
August die Tageszeitung Die Welt und berichtet
über Experten-
Prognosen, die bis zu 800 Dollar je Feinunze reichen.
Die Situation der Zentralbanken wird diesen Trend verstärken.
Die Staaten mit den größten Währungsreserven,
wie Japan, China oder Südkorea, verfügen über
keine nennenswerten Goldbestände. Statt dessen machen
US-Dollar-Reserven mehr als zwei Drittel ihrer Einlagen aus.
Ich rechne damit, dass diese Länder ihre Strategie
langfristig ändern, und in Gold als Risikopuffer stärker
investieren werden, zitiert Die Welt den
Goldexperten der Baden-Württembergischen Bank, Markus
Mezger.
Nur wer Gold hat, hat immer Geld (Sprichwort)
Die ganze Entwicklung bestätigt einmal mehr den Ruf des
Goldes als Krisenmetall. Schon im 18. Jahrhundert soll der
Dichter Voltaire den provokanten Satz geprägt haben:
Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem
inneren Wert zurück Null! Nur wer Gold hat,
hat immer Geld.
Schon seit Jahrtausenden ist Gold als Währungsmetall
ein unumstrittener Garant für Stabilität. Ein Rohstoff,
der bei hoher Nachfrage nur begrenzt vorhanden und deshalb
sehr wertvoll ist. Um selbst echtes Gold zu besitzen, muss
man sich keine Kilobarren leisten können. Für den
Goldanleger mit Sinn fürs Schöne gibt es Goldmünzen
in verschiedenen Größen und für jeden Geldbeutel.
Goldmünzen sind Gold wert
Neben den sogenannten Anlagemünzen, wie dem Krügerrand,
Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker, die nur einen geringen
Aufpreis auf den reinen Goldwert kosten, gibt es seit 2001
in der Bundesrepublik echte Sammlermünzen in limitierten
Auflagen, die ebenfalls nur einen sehr moderaten Ausgabeaufschlag
fürs Prägen der Münzen enthalten. Sie haben
zugleich aber den Vorteil, dass sie nicht in unbegrenzter
Menge geprägt werden und deshalb der Sammlerwert den
inneren Goldwert oft bei Weitem übertrifft.
Die erste Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland war
im Jahr 2001 die Gold-Mark, die zum Abschied der alten Währung
geprägt wurde. Selbst wenn man den Sammlerwert außer
Acht lässt, übersteigt ihr Goldwert mittlerweile
bereits den ursprünglichen Ausgabepreis. Die Gold-Mark
begründete ein noch junges und hochkarätiges Sammelgebiet,
das sich steigender Beliebtheit erfreut: Die Goldmünzen
der Bundesrepublik Deutschland.
Von der Gold-Mark zum Euro
Bis zur Gold-Mark hatte es in Deutschland fast 90 Jahre lang
keine Goldmünze mehr gegeben die letzte deutsche
Goldmünze vor der Abschieds-Mark erschien 1915 unter
Kaiser Wilhelm II. Das Ende unserer Erfolgswährung und
die gleichzeitige Würdigung des Jubiläums 130
Jahre Deutsche Mark wurde mit einer Goldmünze geehrt,
deren Motiv in seiner Schlichtheit heute geradezu genial anmutet:
Es wurde einfach das leicht veränderte Design des klassischen
1-DM-Stücks genommen, das sich nur in der Umschrift Deutsche
Bundesbank und natürlich im Gewicht (Gold ist viel
schwerer als Kupfer-Nickel) unterscheidet. Die Auflage der
Gold-Mark betrug je Prägestätte 200.000 Exemplare
für eine Gold-Gedenkmünze im internationalen
Vergleich gesehen sehr hoch. Um so überwältigender
aber war der rasche Ausverkauf der Münze noch in den
ersten Tagen nach ihrer Erstausgabe im Juli 2001.
Kaum jemand glaubte nach diesem sensationellen Erfolg daran,
dass sich diese Euphorie bei der zweiten Goldmünze der
Bundesrepublik Deutschland, dem Gold-Euro Übergang
zur Währungsunion Einführung des Euro
wiederholen oder gar steigern lassen könnte. Aber es
passierte dennoch: Aufgrund der riesigen Nachfrage mussten
die deutschen Gold-Euros 2002 unter den viel zu vielen Interessenten
verlost und zugeteilt werden. Angeheizt wurde der Run auf
den ersten deutschen Gold-Euro auch noch durch die geringere
Auflage. Mit 100 Euro Nennwert wurde nur die Hälfte der
Auflage der Gold-Mark, nämlich fünfmal 100.000 Exemplare
geprägt, die 1-Unzen-Münzen zu 200 Euro gab es gar
nur 20.000 mal je Prägestätte.
200er Gold-Euro 2002: Wert verdreifacht
Wer eine dieser Münzen zum Ausgabepreis ergattern konnte,
hatte einen echten Coup gelandet. So verdreifachte sich zum
Beispiel der Wert der größeren Münze binnen
kürzester Zeit.
Auch der zweite Gold-Euro von 2003 als Start der UNESCO-Serie
war bei einer weiter reduzierten Auflage von jetzt
nur noch 80.000 Stück pro Münzstätte ebenfalls
überzeichnet und schon vor dem Ausgabetag ausverkauft.
Bei der Bamberg-Münze des Jahres 2004 war es ähnlich.
Im September hat das Bundeskabinett entschieden, aus aktuellem
Anlass den deutschen Gold-Euro des Jahres 2005 der Fußball-Weltmeisterschaft
in Deutschland zu widmen. Aufgrund des populären Themas
wird bei dieser Münze mit einer besonders hohen Nachfrage
gerechnet. Denn nicht nur die Deutschland- und Gold-Sammler
wollen ihre Kollektion mit diesem Stück komplettieren,
sondern auch die riesige Gemeinde der Fußballfans wird
sich diese Münze als Souvenir beschaffen wollen.
Echte Museumsstücke
Die Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland sind übrigens
seit kurzem nicht nur eine gute Geldanlage und ein gefragtes
Münzsammelgebiet es sind echte Museumsstücke.
Bundesfinanzminister Hans Eichel überreichte nämlich
anlässlich der Wiedereröffnung des Münzkabinetts
in Berlin, der größten Münzsammlung Deutschlands,
die in einer Liga mit den weltberühmten Sammlungen in
London, Paris, St. Petersburg, Wien und New York spielt, einen
kompletten Satz aller bisher erschienenen bundesdeutschen
Goldmünzen. Der Sammlungsbestand im Bodemuseum ist jetzt
also, was deutsche Goldmünzen angeht, auf dem neuesten
Stand. Von der Gold-Mark bis zum Bamberg-Gold-Euro glänzen
diese Münzen künftig auch in den Berliner Ausstellungsvitrinen
Museumsstücke, wie sie in gleicher Qualität
der Stolz tausender privater Münzensammler sind.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2005.
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