Im Blickpunkt: Januar / Februar 2005 Aktuelles Heft
 
Megatrend Gold: Münzen als schönste Wertanalge



Goldmünzen haben neben ihrem oft hohen Sammlerwert jetzt auch noch einen steigenden "inneren" Wert.


 

- Trend zeigt weiter nach oben
– Prognosen bis zu 800 Dollar
- Als Münzen eine glänzende Geldanlage
- Wertzuwachs schlägt Aktien und Immobilien


Gold ist gefragt wie schon lange nicht mehr. Der Preis des edlen Metalls stieg auf seinen höchsten Stand seit 16 Jahren. Und er steigt weiter. 445 Dollar kostete die Feinunze bei Redaktionsschluss Mitte November 2004. Das ist der höchste Stand seit Ende der 80er Jahre. Und vielleicht hat der Goldpreis, wenn Sie diesen Text lesen, bereits die 450-Dollar-Marke geknackt.

Gold profitiert unter anderem vom schwachen Kurs des Dollars, der sich aufgrund der angespannten Haushaltslage in den USA immer mehr zu einem Unsicherheitsfaktor entwickelt – und die Wiederwahl von Präsident George W. Bush lässt hier keine grundlegende Wende vermuten. Der Wert des Goldes stieg seit Anfang 2002 bis um mehr als 50 Prozent. Die renommierte Nachrichtenagentur ddp folgert daraus: „Für viele Anleger ist Gold wieder eine ernsthafte Alternative zu Devisengeschäften geworden.“

Nur eine Richtung: aufwärts

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt: „Der Goldpreis kennt seit der zweiten Septemberwoche unter dem Strich nur eine Richtung: aufwärts.“ Neben dem schwächelnden Dollar führt die Zeitung die „Goldpreis-Rallye“ auch auf die steigende Nachfrage vor allem aus China zurück, wo eine reicher werdende Mittelklasse vermehrt Goldschmuck kaufe. Die Goldminen beispielsweise in Südafrika arbeiteten bereits an der Rentabilitätsgrenze und könnten den Mehrbedarf nicht decken. Folge: ein weiter steigender Goldpreis.

Aktien und Immobilien mit ihren stark schwankenden, über die letzten Jahre gerechnet per Saldo fallenden Kursen sind für immer mehr Anleger ebenso uninteressant geworden wie andere Geldanlagen, die unter den anhaltend niedrigen Zinsen leiden. Das von vielen früher geschmähte Edelmetall Gold hat sich deshalb schon seit einiger Zeit vom Geheimtipp zur ganz offenen Investitionsempfehlung gewandelt.
„Experten erwarten neuen Goldrausch“, titelte im August die Tageszeitung „Die Welt“ und berichtet über Experten-
Prognosen, die bis zu 800 Dollar je Feinunze reichen.

Die Situation der Zentralbanken wird diesen Trend verstärken. Die Staaten mit den größten Währungsreserven, wie Japan, China oder Südkorea, verfügen über keine nennenswerten Goldbestände. Statt dessen machen US-Dollar-Reserven mehr als zwei Drittel ihrer Einlagen aus. „Ich rechne damit, dass diese Länder ihre Strategie langfristig ändern, und in Gold als Risikopuffer stärker investieren werden“, zitiert „Die Welt“ den Goldexperten der Baden-Württembergischen Bank, Markus Mezger.

„Nur wer Gold hat, hat immer Geld“ (Sprichwort)

Die ganze Entwicklung bestätigt einmal mehr den Ruf des Goldes als Krisenmetall. Schon im 18. Jahrhundert soll der Dichter Voltaire den provokanten Satz geprägt haben: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null!“ Nur wer Gold hat, hat immer Geld.
Schon seit Jahrtausenden ist Gold als Währungsmetall ein unumstrittener Garant für Stabilität. Ein Rohstoff, der bei hoher Nachfrage nur begrenzt vorhanden und deshalb sehr wertvoll ist. Um selbst echtes Gold zu besitzen, muss man sich keine Kilobarren leisten können. Für den Goldanleger mit Sinn fürs Schöne gibt es Goldmünzen in verschiedenen Größen und für jeden Geldbeutel.

Goldmünzen sind Gold wert

Neben den sogenannten Anlagemünzen, wie dem Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker, die nur einen geringen Aufpreis auf den reinen Goldwert kosten, gibt es seit 2001 in der Bundesrepublik echte Sammlermünzen in limitierten Auflagen, die ebenfalls nur einen sehr moderaten Ausgabeaufschlag fürs Prägen der Münzen enthalten. Sie haben zugleich aber den Vorteil, dass sie nicht in unbegrenzter Menge geprägt werden und deshalb der Sammlerwert den „inneren“ Goldwert oft bei Weitem übertrifft.

Die erste Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland war im Jahr 2001 die Gold-Mark, die zum Abschied der alten Währung geprägt wurde. Selbst wenn man den Sammlerwert außer Acht lässt, übersteigt ihr Goldwert mittlerweile bereits den ursprünglichen Ausgabepreis. Die Gold-Mark begründete ein noch junges und hochkarätiges Sammelgebiet, das sich steigender Beliebtheit erfreut: Die Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland.

Von der Gold-Mark zum Euro

Bis zur Gold-Mark hatte es in Deutschland fast 90 Jahre lang keine Goldmünze mehr gegeben – die letzte deutsche Goldmünze vor der Abschieds-Mark erschien 1915 unter Kaiser Wilhelm II. Das Ende unserer Erfolgswährung und die gleichzeitige Würdigung des Jubiläums „130 Jahre Deutsche Mark“ wurde mit einer Goldmünze geehrt, deren Motiv in seiner Schlichtheit heute geradezu genial anmutet: Es wurde einfach das leicht veränderte Design des klassischen 1-DM-Stücks genommen, das sich nur in der Umschrift „Deutsche Bundesbank“ und natürlich im Gewicht (Gold ist viel schwerer als Kupfer-Nickel) unterscheidet. Die Auflage der Gold-Mark betrug je Prägestätte 200.000 Exemplare – für eine Gold-Gedenkmünze im internationalen Vergleich gesehen sehr hoch. Um so überwältigender aber war der rasche Ausverkauf der Münze noch in den ersten Tagen nach ihrer Erstausgabe im Juli 2001.

Kaum jemand glaubte nach diesem sensationellen Erfolg daran, dass sich diese Euphorie bei der zweiten Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland, dem Gold-Euro „Übergang zur Währungsunion – Einführung des Euro“ wiederholen oder gar steigern lassen könnte. Aber es passierte dennoch: Aufgrund der riesigen Nachfrage mussten die deutschen Gold-Euros 2002 unter den viel zu vielen Interessenten verlost und zugeteilt werden. Angeheizt wurde der Run auf den ersten deutschen Gold-Euro auch noch durch die geringere Auflage. Mit 100 Euro Nennwert wurde nur die Hälfte der Auflage der Gold-Mark, nämlich fünfmal 100.000 Exemplare geprägt, die 1-Unzen-Münzen zu 200 Euro gab es gar nur 20.000 mal je Prägestätte.

200er Gold-Euro 2002: Wert verdreifacht


Wer eine dieser Münzen zum Ausgabepreis ergattern konnte, hatte einen echten Coup gelandet. So verdreifachte sich zum Beispiel der Wert der größeren Münze binnen kürzester Zeit.
Auch der zweite Gold-Euro von 2003 – als Start der UNESCO-Serie – war bei einer weiter reduzierten Auflage von jetzt nur noch 80.000 Stück pro Münzstätte ebenfalls überzeichnet und schon vor dem Ausgabetag ausverkauft. Bei der Bamberg-Münze des Jahres 2004 war es ähnlich.

Im September hat das Bundeskabinett entschieden, aus aktuellem Anlass den deutschen Gold-Euro des Jahres 2005 der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zu widmen. Aufgrund des populären Themas wird bei dieser Münze mit einer besonders hohen Nachfrage gerechnet. Denn nicht nur die Deutschland- und Gold-Sammler wollen ihre Kollektion mit diesem Stück komplettieren, sondern auch die riesige Gemeinde der Fußballfans wird sich diese Münze als Souvenir beschaffen wollen.

Echte Museumsstücke

Die Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland sind übrigens seit kurzem nicht nur eine gute Geldanlage und ein gefragtes Münzsammelgebiet – es sind echte Museumsstücke. Bundesfinanzminister Hans Eichel überreichte nämlich anlässlich der Wiedereröffnung des Münzkabinetts in Berlin, der größten Münzsammlung Deutschlands, die in einer Liga mit den weltberühmten Sammlungen in London, Paris, St. Petersburg, Wien und New York spielt, einen kompletten Satz aller bisher erschienenen bundesdeutschen Goldmünzen. Der Sammlungsbestand im Bodemuseum ist jetzt also, was deutsche Goldmünzen angeht, auf dem neuesten Stand. Von der Gold-Mark bis zum Bamberg-Gold-Euro glänzen diese Münzen künftig auch in den Berliner Ausstellungsvitrinen – Museumsstücke, wie sie in gleicher Qualität der Stolz tausender privater Münzensammler sind.

Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN, Ausgabe Januar / Februar 2005.


 


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