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Das junge Sammelgebiet der 2-Euro-Gedenkmünzen
wächst: Im Sommer sind zum Pionier aus Griechenland (Diskuswerfer)
Ausgaben aus Luxemburg und Finnland hinzu gekommen. Jetzt
haben auch Italien und San Marino ihre Entwürfe vorgelegt
(ganz oben).
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Italien und San Marino haben soeben ihre Entwürfe
für neue Gedenkmünzen zu 2 Euro vorgelegt, die mit
der Jahreszahl 2004 erscheinen werden. Es sind nach
den Doppeleuros von Griechenland, Finnland und Luxemburg
die vierte und fünfte Ausgabe des neuen länderübergreifenden
Sammelgebiets. Auch der Vatikan hat noch für 2004 ein
eigenes neues 2-Euro-Motiv angekündigt.
Zur Freude vieler Euro-Sammler hatte die Europäische
Kommission am 30. September 2003 grünes Licht für
eine neue Serie von 2-Euro-Gedenkmünzen gegeben. Seitdem
steht es allen Mitgliedsstaaten der Währungsunion frei,
pro Jahr eine Gedenkmünze mit 2 Euro Nennwert zu prägen,
welche identische Spezifikationen und die selbe Wertseite
wie die normalen Kursmünzen aufweist. Diese neuen 2-Euro-Gedenkausgaben
sind in der ganzen Währungsunion offizielles, gesetzliches
Zahlungsmittel. Ihre Prägeauflagen sind allerdings
anders als beim Umlaufgeld begrenzt, das heißt,
sie dürfen nicht beliebig nachgeprägt werden.
Rückblick: Als das Euro-Münzgeld im Jahr 2002 eingeführt
wurde, hatte man sich auf europäischer Ebene zunächst
darauf geeinigt, es vorläufig bei den bekannten nationalen
Bildseiten der Kursmünzen zu belassen. Die Bevölkerung
sollte sich erst einmal an das neue Kleingeld gewöhnen.
Ende vergangenen Jahres hat die Europäische Kommission
schließlich zur Begeisterung der Münzensammler
diese Beschränkung für das 2-Euro-Stück aufgehoben.
Italien ehrt das Welt-Ernährungsprogramm
Nun hat Italien die neueste 2-Euro-Gedenkmünze herausgegeben.
Sie würdigt das von den Vereinten Nationen initiierte
Welt-Ernährungsprogramm, in Englisch World Food
Programme, wie auch die Aufschrift des abgebildeten
stilisierten Globusses lautet. Symbolisch eingerahmt wird
die Erdkugel von Reis- und Weizenähren, sowie einem Maiskolben
Gestaltungselemente des WFP-Emblems. Die bekannten
Prägebuchstaben R sowie das übereinander
gestaffelte RI stehen für die Münzstätte
Rom bzw. die Landesbezeichnung Repubblica Italiana.
Dagegen weisen die kunstvoll ineinander verschlungenen Initialen
UP auf die Designerin Uliana Pernazza hin.
San Marino: Bartolomeo Borghesi
In der Zecca dello Stato in Rom, Italiens Staatlicher Münzstätte,
sollen noch im Jahr 2004 außerdem 2-Euro-Gedenkmünzen
von San Marino und Vatikan in Prägung gehen. Gewürdigt
wird zum einen der Inschriftenforscher Bartolomeo Borghesi
(1781-1860). Er verhalf der Numismatik innerhalb der Geschichtswissenschaften
zu neuem Glanz und ziert nun mit seinem Porträt die erste
2-Euro-Gedenkmünze von San Marino, die vom Künstler
Ettore Lorenzo Frapiccini (siehe Münzinitialen E.L.F.)
stammt.
Zum anderen wird an den 75. Gründungstag der Vatikanstadt
erinnert. Als Motiv soll das Gebäudeensemble um den Sankt-Peter-Platz
zu sehen sein. Allerdings lag bei Redaktionsschluss noch nicht
der endgültige Münzentwurf des Vatikans vor.
Der Pionier kam von Griechenland
Dafür waren die Griechen mit ihrer 2-Euro-Gedenkmünze
besonders schnell und nutzten als Erste die neu gewonnene
Freiheit. Bereits im November 2003 erklärte der langjährige
Direktor der Staatlichen Münzstätte Athens, Konstantin
Karkazis, dass die griechische Regierung den Beschluss gefasst
habe, bereits zu den Olympischen Sommerspielen in Athen eine
neue 2-Euro-Münze herauszugeben. Als Motiv wurde ein
antiker Diskuswerfer mit dem Athen-2004-Logo gewählt.
Finnland und Luxemburg folgten als Nächste. Die finnische
Ausgabe ist der EU-Erweiterung gewidmet und zeigt symbolisch
angedeutet das Kapitell einer antiken Säule, aus dem
junge Blätter treiben. Die Sprossen repräsentieren
die neuen EU-Mitglieder, die Säule wiederum das aus den
alten Ländern gebildete Fundament der Europäischen
Union. Die beiden Initialen MM rechts unten stehen
für den finnischen Münzdirektor Reimo Makkonen und
den Designer Bertti Mäkinen.
Die erste 2-Euro-Gedenkmünze Luxemburgs würdigt
dagegen seine Herrscherdynastie. Das Motiv zeigt ein naturalistisches
Bildnis von Großherzog Henri, wie es von den Kupfer-Cents
des Landes bekannt ist. Rechts daneben ist das großherzogliche
Monogramm H mit der Krone abgebildet. Die Münzzeichen
Merkurstab (Münzstätte Utrecht) und Segel (Münzmeister
Maarten Brower) weisen darauf hin, dass luxemburgische Münzen
in den Niederlanden geprägt werden.
Ausblick: Deutschland erst 2006 dabei?
Dass es noch nicht aus der kompletten Währungsunion neue
2-Euro-Gedenkmünzen gibt, ist keinesfalls als Ablehnung
zu verstehen. Praktisch alle Euro-Staaten hatten nämlich
zum Zeitpunkt der EU-Entscheidung die Planungen für ihre
2004er Münzprogramme bereits abgeschlossen. Thema und
Design für eine neue Münze festzulegen, die ja dann
auch in die Kursmünzensätze aufgenommen wird, war
in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich.
Wahrscheinlich wird Deutschland auch nächstes Jahr noch
nicht dabei sein, da die Produktion der Kursmünzensätze
2005 bereits begonnen hat, ein Motiv für eine deutsche
2-Euro-Gedenkmünze aber noch nicht vorgelegt wurde. Aber
es spricht dennoch alles dafür, dass mittelfristig aus
den 2-Euro-Gedenkausgaben die erste länderübergreifende
Münzenserie mit einheitlichen Spezifikationen und unter
Beteiligung (hoffentlich) aller Euro-Länder wird. Das
Interesse auf Sammlerseite ist jedenfalls riesengroß.
Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN
MAGAZIN, Ausgabe November / Dezember 2004.
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